Das Leben des ägyptischen Bloggers steht auf dem Spiel
Der ägyptische Blogger Maikel Nabil Sanad befindet sich im Gefängnis im Hungerstreik
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11. Oktober 2011 - Maikel Nabil Sanad befindet sich seit mehr als 50 Tagen im Hungerstreik. Sein Zustand ist lebensbedrohlich. Die ägyptischen Militärbehörden verurteilten ihn zu drei Jahren Gefängnis, nur weil er sich in seinem Blog und auf Facebook gegen die exzessive Gewaltanwendung des Militärs auf dem Tahrir-Platz aussprach.
Das Oberste Militärische Berufungsgericht hat nun offenbar beschlossen, das Verfahren vor einem Militärgericht neu aufzurollen. Maikel Nabil Sanad soll jedoch weiter in Haft bleiben, mindestens bis das Gericht am 13. Oktober einen neuen Prozesstermin festlegt. Nabil Sanad konnte am 11. Oktober in Kairo nicht an der Anhörung teilnehmen, da sich sein Gesundheitszustand in den vergangenen Tagen sehr verschlechtert hat.
Der 26-jährige Maikel Nabil Sanad befindet sich seit dem 23. August im Hungerstreik, um damit gegen die Verurteilung und Haftstrafe aufgrund von Kommentaren auf Facebook und in seinem Blog zu protestieren, in denen er sich zu den Protesten auf dem Tahrir-Platz Anfang des Jahres und zum ägyptischen Militär geäußert hatte.
"Maikel Nabil Sanads lebensbedrohliche Lage wirft ein deutliches Licht auf die fortgesetzten Menschenrechtsverletzungen an gewaltlosen politischen Gefangenen in Ägypten" erklärte Hassiba Hadj Sahraoui, Amnesty Internationals stellvertretende Direktorin für den Nahen Osten und Nordafrika.
"Zivilpersonen sollten niemals vor ein Militärgericht gestellt werden, da Militärprozesse unfair sind, weil sie den Angeklagten Garantien für ein faires Gerichtsverfahren verwehren, darunter auch das Recht auf ein reguläres Berufungsverfahren."
"Offenbar hat sich seit der "Revolution vom 25. Januar" wenig geändert. Die ägyptischen Behörden müssen umgehend handeln, damit die Ungerechtigkeit, die dem Blogger widerfährt, endlich aufhört. Nach der grundlosen Inhaftierung ist nun sein Leben in Gefahr."
Im ägyptischen Militärrecht sind Rechtsmittel auf rechtliche Aspekte begrenzt. Eine Prüfung der Tatsachen und der Beweismittel ist nicht vorgesehen.
Nach der Festnahme bei sich zuhause in Kairo am 28. März 2011 verurteilte ein Militärgericht Maikel Nabil Sanad aufgrund seiner Kritik an der exzessiven Gewaltanwendung des Militärs gegen die Demonstrierenden auf dem Tahrir-Platz sowie der Verweigerung des Militärdienstes am 10. April zu drei Jahren Gefängnis.
Der Blogger hat sehr an Gewicht verloren, seit er in den Hungerstreik getreten ist, und die Gefängnisbehörden haben ihm darüber hinaus die Medikamente abgenommen, mit denen er sein Herzleiden behandelt.
Online-Aktion: Fordern Sie die sofortige Freilassung von Maikel Nabil Sanad!