Sektion der Bundesrepublik Deutschland

Libyen

Bewaffnete Milizen begingen 2012 erneut schwere Menschenrechtsverstöße, wie willkürliche Festnahmen und Inhaftierungen, Folter und rechtswidrige Tötungen, und gingen dabei straffrei aus. Tausende mutmaßliche Unterstützer der 2011 gestürzten Regierung Mu'ammar al-Gaddafis blieben ohne Anklageerhebung oder Gerichtsverfahren im Gefängnis und hatten keine Möglichkeit, die Rechtmäßigkeit ihrer Haft anzufechten. Die Mehrzahl der Häftlinge wurde in Gewahrsam geschlagen oder anderweitig misshandelt; zahlreiche Menschen starben infolge von Folter. Zehntausende Menschen, die 2011 aus Orten vertrieben worden waren, die als Gaddafi-treu galten, waren noch immer Binnenflüchtlinge. Ihnen drohten Vergeltungsmaßnahmen und andere Übergriffe. Ausländische Staatsbürger ohne Aufenthaltsgenehmigung wurden willkürlich und auf unbestimmte Zeit inhaftiert, ausgebeutet, gefoltert und anderweitig misshandelt. Vereinzelte bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen Milizen forderten im ganzen Land Hunderte Todesopfer, unter ihnen Kinder und andere unbeteiligte Zivilpersonen. Die in den vergangenen Jahrzehnten verübten schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen wurden ebenso wenig geahndet wie die fortdauernden Menschenrechtsverstöße bewaffneter Milizen. Frauen wurden nach wie vor durch die Gesetzgebung sowie im täglichen Leben diskriminiert. Die Todesstrafe blieb weiterhin in Kraft, es gab jedoch keine Hinrichtungen. (Stand: 31.12.2012)


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23.05.2013Amnesty Report 2013 Libyen
12.04.2013Urgent Action: Unfaires GerichtsverfahrenUA-049/2013-2
11.03.2013Urgent Action: Sorge um GesundheitszustandUA-049/2013-1
26.02.2013Urgent Action: Journalist inhaftiertUA-049/2013
14.02.2013Neuer Beitrag im Amnesty-Blog: "Steter Tropfen höhlt den Stein"
01.02.2013Endlich in Sicherheit
03.12.2012"Wir sind Ausländer und haben keine Rechte"
01.12.2012Libyen -Bewohner der Stadt Tawargha
31.10.2012Urgent Action: InhaftiertUA-322/2012
03.10.2012Urgent Action: Aktivist in HaftUA-295/2012