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Dokumentation "No Land's Song" neu im Kino

Die iranische Komponistin Sara Najafi in dem Dokumentarfilm "No Land's Song": © Basis-Film Verleih BerlinDie iranische Komponistin Sara Najafi in dem Dokumentarfilm "No Land's Song": © Basis-Film Verleih Berlin

Sara Najafi ist eine junge Komponistin, die in Teheran lebt. Sie schreibt Musik für Frauenstimmen. Und das ist zugleich ihr Problem: Denn die iranischen Gesetze verbieten Soloauftritte von Sängerinnen. Der spannende Dokumentarfilm "No Land's Song" zeigt, wie sich Sara trotz widriger Umstände nicht von den Behörden unterkriegen lässt und ein Konzert organisiert.

Von Jürgen Kiontke

Im Iran dürfen Frauen allenfalls als schmückendes Background-Beiwerk von Männern auftreten. Aber Sara ist das egal: Entschlossen probt sie in Frankreich mit befreundeten Musikerinnen für ein Konzert im Iran.

Da trifft es sich gut, dass ihr Bruder Ayat Najafi Regisseur ist. Mit nur einem Dokumentarfilm ist er berühmt geworden: "Football Under Cover" (2008) zeigt das erste Fußballspiel von Frauen im Iran.

Der Filmemacher mit dem Faible für Frauenrechtsthemen folgt in "No Land's Song" seiner Schwester. Er hat in Archiven nach Auftritten iranischer Sängerinnen in der Vergangenheit gesucht und präsentiert schönes Material, zum Beispiel aus den Sechzigerjahren, als Frauen ­allein auftraten. Was heute undenkbar ist, war damals möglich. Frauen sangen von den Freuden freier Liebe und wie schön es ist, betrunken zu sein. Sara stellt sich in die Tradition der rebellischen Sängerinnen.

Der Film zeigt die Musikerinnen bei der Probe ihrer Werke, es sind Melodien, in denen sich traditionelle Weisen und neue Kompositionen mischen. Musik, so der Tenor, ist ein Geschenk für jeden Menschen, unabhängig von Kultur und Geschlecht. Ayat Najafi, der auch schon Mitglied der Amnesty-Jury auf der Berlinale 2012 war, hat einen spannenden Dokumentarfilm über coole Frauen gedreht - die ihre Stimme erheben, um mit Musik zu sprechen.

"No Land's Song". F/IRN 2015. Regie: Ayat Nayafi. ­Seit 10. März im Kino