Aktuell 29. Januar 2013

Aelrun Goette, Regisseurin

Amnesty-Jury auf der Berlinale 2013
Aelrun Goette, Regisseurin

Aelrun Goette, Regisseurin

Über Aelrun Goette

Geboren und aufgewachsen im Osten Berlins, musste Aelrun Goette nach der 10. Klasse die Schule verlassen, um eine Ausbildung als Krankenschwester in der Psychiatrie zu beginnen. Bis die Mauer fiel jobbte sie als Model und arbeitete als Kostüm- und Bühnenbildnerin. 1990 holte sie ihr Abitur nach und studierte zunächst Philosophie, dann Regie an der Filmhochschule Babelsberg. Zwischendurch arbeitete sie als Schauspielerin, Theaterregisseurin und Vollzugshelferin in der JVA Plötzensee.
Ihre Filme beschäftigen sich häufig mit Menschen in Grenzbereichen. So handelt ihr erster Dokumentarfilm "Ohne Bewährung – Psychogramm einer Mörderin" von einem 16-jährigen Mädchen, das eine 13-Jährige zu Tode quälte. In ihrem Dokumentarfilm "Die Kinder sind tot" beschäftigt sie sich mit dem Leben einer Mutter, die ihre beiden Kinder verdursten ließ. Ihr erster abendfüllender Spielfilm "Unter dem Eis" handelt von einer Familientragödie, in der ein 7-jähriger Junge im Spiel seine Freundin tötet und seine Mutter diese Tat vertuscht.

Aelrun Goette arbeitet als Regisseurin und Autorin. Ihre Filme wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

U.a. Deutscher Filmpreis in Gold, 2x Grimme Preis, Günther Rohrbach Filmpreis in der Kategorie bester Film, DEFA-Förderpreis sowie Fair-Play-Preis des internationalen Kinder und Jugendfestivals Chemnitz, Publikumspreis Filmfestival Mainz, Goldene FIPA für beste weibliche Hauptrolle, Goldener Gong für herausragende Leistung in Funk und Fernsehen, Deutscher Fernsehpreis für beste Nachwuchsschauspieler, Goldene Kamera für bester Nachwuchsdarsteller, Verdi-Fernsehpreis für beste Regie, Filmpreis des Hartmannbundes, MFG-Star Baden-Baden Fernsehspieltage, Prix Regards Neufs, Baden-Württembergischer Dokumentarfilmpreis, Prix Media: Categorie documentaire, Juliane Bartel Medienpreis, Robert Geisendörfer Fernsehpreis

Filmografie: "Ein Jahr nach morgen", "Unter Verdacht - Die elegante Lösung", "Keine Angst", "Tatort - Der glückliche Tod", "Unter dem Eis", "Die Kinder sind tot", "Feldtagebuch - Allein unter Männern", "Attacke! Frauen ans Gewehr", "Ohne Bewährung - Psychogramm einer Mörderin"

Drei Fragen an Aelrun Goette

Sie sind bei der diesjährigen Berlinale Mitglied der unabhängigen Jury von Amnesty International. Warum ist es Ihnen wichtig, Amnesty auf diese Weise zu unterstützen?

Unsere Welt ist aus den Fugen. Amnesty kümmert sich unermüdlich darum.
Eine Ausnahmeerscheinung in unserer Zeit, in der menschliches Leid nach
seiner medialen Auswertungsmöglichkeit wie eine Ware bewertet wird.

Sie werden sich im Rahmen der Juryarbeit etwa 15 unterschiedliche Menschenrechtsfilme ansehen, das Spektrum reicht von der tagesaktuellen Reportage und Dokumentation bis zum großen Spielfilm. Was erwarten Sie von einem guten Film zum Thema Menschenrechte?

Ein solcher Film muss mich umhauen. Und in einer Verstörung zurücklassen,
die mich nachhaltig beschäftigt.

Gibt es ein Menschenrechts-Thema, über das Sie gern mehr im Kino sehen würden?

Wir müssen endlich kapieren, was die Physik schon lange erkannt hat: Dass
alles in der Welt verbunden ist. Wir sind ein Teil der Ungerechtigkeit,
über die wir uns so empören.

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