Morddrohung

Edgar Coache Verano, Sohn des gewerkschaftlich und politisch engagierten Marcelino Coache, hat Drohungen per SMS erhalten. Nach Einschätzung von Amnesty International ist die gesamte Familie in großer Gefahr.

Appell an

INNENMINISTER
Lic. José Francisco Blake Mora
Secretario de Gobernación
Bucareli 99, 1er. piso, Col. Juárez, Del. Cuauhtémoc,
México D.F., C.P.06600 MEXIKO
(korrekte Anrede: Señor Secretario/Dear Minister)
Fax: (00 52) 55 5093 3414
E-Mail: secretario@segob.gob.mx

GOUVERNEUR VON OAXACA
Lic. Gabino Cué Monteagudo
Gobernador, Ciudad Administrativa
Benemérito de las Américas, Edificio 7
Nivel 3, Carretera Oaxaca-Istmo Km. 11,5
Tlalixtac de Cabrera
Oaxaca C.P. 68270, MEXIKO
(korrekte Anrede: Señor Gobernador/Dear Governor)
Fax: (0052) 951 502 0530
E-Mail: j.castillo.oax@gmail.com oder gobernador@oaxaca.gob.mx

GENERALSTAATSANWALT VON OAXACA
Lic. Manuel de Jesús López López
Procurador General de Justicia
Centro Administrativo Gral. Porfírio Díaz
Edificio Jesús "Chu" Rasgado A, als 2, 2do nivel
Reyes Mantecón
San Bartolo Coyotepec
Col. Juárez, Del. Cuauhtémoc
C.P. 71257, Oaxaca
MEXIKO
(korrekte Anrede: Estimado Señor Procurador/Dear Attorney General)
Fax: (00 52) 951 501 6900 ext. 20635
E-Mail: procuradoroaxaca@hotmail.com

Sende eine Kopie an

MENSCHENRECHTSORGANISATION
Centro de Derechos Humanos
"Bartolomé Carrasco Briseño"
Mariano Azuela 203
Col. José Vasconcelos
Oaxaca, MEXIKO
E-Mail: barcadh@prodigy.net.mx

BOTSCHAFT DER VEREINIGTEN MEXIKANISCHEN STAATEN
S.E. Herrn Francisco N. González Díaz
Klingelhöferstraße 3
10785 Berlin
Fax: 030-26 93 23-700
E-Mail: mail@mexale.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 16. März 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

PLEASE SEND APPEALS IMMEDIATELY

  • urging the authorities to ensure that Marcelino Coache and his family are given appropriate protection in accordance with their wishes

  • calling on the authorities to order a prompt and impartial investigation into the attacks and threats suffered Marcelino Coache and his family, and to bring those responsible to justice.

Sachlage

Am 31. Januar erhielt Edgar Coache Verano, der Sohn von Marcelino Coache, eine SMS mit einer Morddrohung ("se va morir por puto"). Vermutlich richtet sich diese Drohung gegen Marcelino Coache.

Die SMS vom 31. Januar reiht sich ein in eine ganze Serie von Einschüchterungsversuchen und Schikanen gegen den im Bundesstaat Oaxaca lebenden politisch engagierten Marcelino Coache und seine Familie. Marcelino Coache ist ein führendes Mitglied der lokalen Oppositionsbewegung "Asamblea Popular del Pueblo de Oaxaca" (APPO). Am 4. März 2009 wurde er in Oaxaca-Stadt von drei Männern verschleppt. Die Männer versetzten ihm Fausthiebe und Schläge mit einem Gewehrkolben. Außerdem fügten sie ihm an den Brustwarzen und Genitalien über mehrere Stunden hinweg Verbrennungen mit Zigaretten zu. Am Morgen des 5. März 2009 ließen die Männer Marcelino Coache wieder frei. An einem anderen Tag im März 2009 befand sich Edgar Coache nach Ende des Schulunterrichts auf dem Weg nach Hause, als er gewahr wurde, dass ihm ein Transporter mit mehreren unbekannten Männern darin folgte. Einer der Männer rief Edgar Coache vom Fahrzeug aus zu: "Wir haben deinen Vater gewarnt und wissen, wo wir dich finden können. Wir reden mit dir, du Hurensohn". Im April und August 2009 wurde Reyna Rivera, die Ehefrau von Marcelino Coache, in Anrufen auf ihrem Handy mehrmals bedroht. Gleiches gilt für eine Reihe anderer MenschenrechtsverteidigerInnnen aus Oaxaca, die sich für Marcelino Coache eingesetzt haben. Er und seine UnterstützerInnen treten dafür ein, dass diejenigen vor Gericht gebracht werden, die für die Menschenrechtsverletzungen im Zuge der politischen Krise des Jahres 2006 in Oaxaca verantwortlich sind.

Am 8. Mai 2007 forderte die Interamerikanische Menschrechtskommission die mexikanische Regierung auf, Marcelino Coache zu beschützen. Die von den mexikanischen Behörden eingeleiteten Schritte sind jedoch unzureichend und haben bislang nicht zur Festnahme der für die Drohungen und Einschüchterungsversuche Verantwortlichen geführt. Die neu ins Amt berufene Regierung des Bundesstaates Oaxaca hat jüngst zugesagt, sich gemeinsam mit MenschenrechtsverteidigerInnen für eine Verbesserung der Sicherheitslage und die Beendigung von Einschüchterungsversuchen einsetzen zu wollen.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Im Juni 2006 brachen in weiten Teilen des Bundesstaats Oaxaca Proteste aus, die von der APPO angeführt wurden. Mit einer letztlich erfolglosen Kampagne versuchte man, den Gouverneur des Bundesstaats zum Rücktritt zu bewegen. Berichten zufolge wurden mindestens 18 Zivilpersonen während des Konfliktes getötet, wenigstens 370 verletzt und 349 festgenommen. Es wurde über exzessive Gewaltanwendung, willkürliche Inhaftierungen, Folterungen und konstruierte Anklagen gegen Demonstrierende berichtet. Im Juli 2007 kam es zu weiteren gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstrierenden, die über 40 Festnahmen und viele Verletzte zur Folge hatten. Behörden auf Bundes-, Bundesstaaten- und Kommunalebene, die für die Vorfälle verantwortlich sind, wurden nicht zur Rechenschaft gezogen. Auch wenn die politische Gewalt inzwischen abgeebbt ist, bleibt die Lage nach wie vor angespannt. Menschenrechtsorganisationen setzen sich weiterhin dafür ein, dass während der Konflikte begangene Menschenrechtsverletzungen geahndet werden.