Amnesty verleiht höchste Auszeichnung an Malala Yousafzai und Harry Belafonte
Wurden von Amnesty als "Ambassador of Conscience" ausgezeichnet: Harry Belafonte und Malala Yousafzai
© Amnesty International
18. September 2013 – Die pakistanische Schülerin und Menschenrechtsaktivistin Malala Yousafzai und der US-amerikanische Sänger und Bürgerrechtler Harry Belafonte haben gemeinsam die Auszeichnung "Ambassador of Conscience" 2013 von Amnesty International erhalten. Der Preis wurde am Dienstag, den 17. September, während einer Zeremonie in der irischen Hauptstadt Dublin verliehen.
Mit der Auszeichnung "Ambassador of Conscience" (Botschafter des Gewissens) würdigt Amnesty International Personen, die sich für den Schutz und die Förderung der Menschenrechte engagieren und eine Vorbildfunktion einnehmen.
"Die diesjährige Preisträgerin und der Preisträger sind auf vielen Ebenen sehr verschieden, aber gemeinsam ist ihnen ihr uneingeschränkter Einsatz für die Menschenrechte überall und für alle", sagte Shalil Shetty, der internationale Generalsekretär von Amnesty International, anlässlich der Bekanntgabe der Namen der "Ambassadors of Conscience" 2013. "Harry und Malala sind wahre 'Botschafter des Gewissens', sie treten für die Rechte ein, die allen Menschen zustehen, für Gerechtigkeit und Menschenwürde. Mit ihrem Engagement motivieren sie andere, ihrem Vorbild zu folgen".
Malala Yousafzai setzt sich für das Recht auf Bildung für alle ein. Sie hatte 2009 in einem BBC-Beitrag über ihre Enttäuschung über die Anordnung der Taliban berichtet, alle Mädchenschulen in ihrem Heimatland Pakistan zu schließen. 2012 wurde sie bei einem Anschlag, zu dem sich die pakistanischen Taliban bekannten, angeschossen und schwer verletzt. Der U2-Sänger Bono und die Autorin Azar Nafisi ("Lolita lesen in Teheran") übergaben die Auszeichnung am Abend an Malala Yousafzai.
Nachdem sie erfahren hatte, dass sie die Auszeichnung erhalten würde, sagte Malala Yousafzai: "Ich fühle mich geehrt, dass ich diesen Preis erhalte. Es ist für mich auch eine Gelegenheit, darauf hinzuweisen, dass es Millionen Kinder und Jugendliche auf der ganzen Welt gibt, die ebenso wie ich jeden Tag dafür kämpfen, dass sie zur Schule gehen dürfen. Ich hoffe, dass wir, wenn wir alle gemeinsam dafür eintreten, irgendwann unseren Traum verwirklichen können, dass in jedem Winkel der Erde das Recht auf Bildung für alle gilt".
Harry Belafonte hat sein Leben dem humanitären Engagement gewidmet – von der Bürgerrechtsbewegung bis zum Einsatz für Kinder im syrischen Bürgerkrieg. Der vielfach ausgezeichnete Sänger und Entertainer engagiert sich auf unterschiedlichste Weise, weil er sich in der Verantwortung sieht, "mehr zu tun, als nur zu unterhalten".
"Seit der Gründung von Amnesty International fühle ich mich den Prinzipien verbunden, für die diese Organisation steht. Es ist für mich eine Ehre, eine Auszeichnung von Amnesty zu erhalten. Der Einsatz von Amnesty International gegen jede Form der Verletzung von Menschenrechten ist mutig und ein moralischer Wegweiser für uns. Ich fühle mich besonders durch die Auszeichnung "Ambassador of Conscience" geehrt, weil ich sie gemeinsam mit Malala Yousafzai erhalte, eine wirkliche Heldin unserer Zeit. Meine Bewunderung für sie ist enorm. Ihr Engagement hat viele aufgerüttelt, sich ebenfalls gegen die Tyrannei aufzulehnen. Dafür bin ich ihr unendlich dankbar".
Der Pink Floyd-Sänger Roger Waters übergab die Auszeichnung gemeinsam mit Sängerin Petula Clark an Harry Belafonte. Die Idee für den Preis geht zurück auf ein Gedicht, das der kürzlich verstorbene irische Nobelpreisträger Seamus Heaney für Amnesty International geschrieben hat: "From the Republic of Conscience". Während der Preisverleihung wurde an ihn erinnert und sein Gedicht vorgetragen, das viele Menschenrechtlerinnen und Menschenrechtler inspiriert hat.
Durch den Abend führte die BBC-Korrespondentin Orla Guerin, die gegenwärtig in Islamabad arbeitet. Das musikalische Rahmenprogramm bildeten der Tenor Joseph Calleja, die Grammy-Preisträgerin Esperanza Spalding und Mitglieder der Initiative Music Generation, die sich dafür einsetzt, dass Kinder und Jugendliche Zugang zu musikalischer Bildung erhalten.
Zu den früheren Preisträgerinnen und Preisträgern der "Ambassador of Conscience"-Auszeichnung gehören Vaclav Havel (2003); Mary Robinson und Hilda Morales Trujillo (2004); U2 und Paul McGuinness (2005); Nelson Mandela (2006); Peter Gabriel (2008) und Daw Aung San Suu Kyi (die die Auszeichnung 2009 erhielt, sie aber erst 2012 entgegen nehmen konnte).