ULUGBEK ABDUSALAMOV, Journalist
Der gewaltlose politische Gefangene Ulugbek Abdusalamov hat in der Haft im Krankenhaus in Kirgisistan einen Schlaganfall erlitten. Amnesty International befürchtet, dass das derzeitige Krankenhaus nicht die Kompetenz hat, ihn zu behandeln, und ist der Ansicht, dass man ihn in die Hauptstadt Bishkek verlegen sollte, um ihn dort angemessen medizinisch zu versorgen.
Ulugbek Abdusalamov erlitt am 17. September einen Schlafanfall. Kirgisische und internationale Organisationen hatten zuvor mehrmals darauf hingewiesen, dass er in Haft nur unzureichend medizinisch versorgt wird. Seine für den 22. September anberaumte Gerichtsverhandlung wurde verschoben. Er war nur wenige Tage vor dem Schlaganfall zum wiederholten Male in ein Krankenhaus in der im Süden des Landes gelegenen Stadt Dschalal-Abad gebracht worden.
Laut Angaben ihm nahe stehender Personen ist Ulugbek Abdusalamov nicht in der Lage zu sprechen und kann nur eine Körperseite bewegen. Im Krankenhaus steht er unter Hausarrest. Er trägt keine Handschellen und steht auch nicht unter polizeilicher Aufsicht. Amnesty International befürchtet, dass das Krankenhaus unzureichend ausgestattet und die Belegschaft nicht dafür ausgebildet ist, seinen derzeitigen Gesundheitszustand angemessen zu behandeln. Ulugbek Abdusalamov sollte in ein Krankenhaus nach Bishkek gebracht werden, wo er angemessen medizinisch versorgt werden kann.
Die Gerichtsverhandlung von Ulugbek Abdusalamov sollte zusammen mit zwei weiteren Angeklagten stattfinden, doch aufgrund der Erkrankung wurde sein Verfahren verschoben. Die Verhandlung der anderen beiden wurde fortgeführt. Das Verfahren gegen Ulugbek Abdusalamov wird aller Wahrscheinlichkeit nach erst wieder aufgenommen, wenn sein Gesundheitszustand dafür wieder ausreichend hergestellt ist.
Nach fast zwei Monate andauernden Ermittlungen wurde Ulugbek Abdusalamov am 10. August 2010 nach vier Paragrafen des kirgisischen Strafgesetzbuches angeklagt, darunter wegen der "Organisation und Beteiligung an Massenunruhen", "Schüren von ethnischem Hass" und "separatistischen Aktivitäten mit dem Ziel die territoriale Integrität des Landes zu zerstören". Er könnte zu drei bis zwölf Jahren Gefängnis verurteilt werden.
Amnesty International ist der Ansicht, dass die Anklagen gegen Ulugbek Abdusalamov unbegründet sind und Teil der großangelegten Behinderungen und Schikanen der kirgisischen Behörden gegen aktive Angehörige der usbekischen Gemeinde bilden, die nach dem Ausbruch der Gewalt am 10. Juni im Süden Kirgisistans begonnen haben.
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