Sektion der Bundesrepublik Deutschland

Statement zur Resolution für die Rechte von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern

12. August 2015 - Das International Council Meeting (ICM) von Amnesty hat gestern in Dublin eine Resolution verabschiedet, die den internationalen Vorstand dazu auffordert, eine Position zum Thema Sexarbeit zu entwickeln. Selmin Çalışkan, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland, erklärt dazu:

"Mit der Resolution für die Rechte von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern hat die Delegiertenversammlung von Amnesty den internationalen Vorstand dazu aufgefordert, eine Position zum Thema Sexarbeit zu entwickeln. Dazu gehört auch die Forderung nach der Entkriminalisierung einvernehmlicher sexueller Beziehungen zwischen Erwachsenen. In der Resolution ist außerdem klar festgehalten, dass Ausbeutung jeder Art und Sexarbeit von Minderjährigen verfolgt und bestraft werden müssen.

In den letzten zwei Jahren hat sich Amnesty sowohl auf internationaler Ebene als auch hier in Deutschland intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt, recherchiert und mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Frauenrechts-, LGBTI- und SexarbeiterInnenorganisationen diskutiert. Dabei ist deutlich geworden, dass Entkriminalisierung der beste Weg ist, um Menschenrechte von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern zu schützen und das Risiko zu vermindern, dass sie Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung ausgesetzt sind. Illegalität und Ausgrenzung wiederum begünstigen Menschenrechtsverletzungen.

Überall dort, wo Sexarbeit verboten ist, gibt es deutlich mehr Gewalt gegen Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter als anderswo. Sie werden in die Illegalität gedrängt und können sich daher oft auch nicht gegen Menschenrechtsverletzungen wehren. Amnestys Position soll zur Versachlichung der Debatte beitragen und den menschenrechtlichen Ansatz in den Fokus rücken.

Amnesty International beobachtet, dass es weltweit in der rechtlichen Entwicklung und Akzeptanz von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern derzeit eher Rückschritte gibt. Amnesty will mit seiner Position Millionen von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern weltweit dabei unterstützen, ihre Rechte einfordern zu können."