Aktivist in Foltergefahr

Ein politischer Aktivist aus dem Sudan befindet sich seit dem 23. September ohne Anklage in Khartum in Haft. Er war zuvor von Sicherheitskräften festgenommen worden. Ihm drohen Folter und anderweitige Misshandlungen.

Appell an

JUSTIZMINISTER
Mohamed Bushara Dousa
Ministry of Justice
PO Box 302Al Nil Avenue
Khartoum, SUDAN
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
E-Mail: moj@moj.gov.sd

AUSSENMINISTER
Ali Ahmed Karti
Ministry of Foreign Affairs
PO Box 302, Republic Street
Khartoum
SUDAN
(Anrede: Exzellenz / Your Excellency)
Fax: (00 249) 183 772941

Sende eine Kopie an

INNENMINISTER
Ibrahim Mahmoud Hamed

Ministry of Interior

PO Box 873
Khartoum
SUDAN
E-Mail: mut@isoc.sd

BOTSCHAFT DER REPUBLIK SUDAN
S. E. Herrn Badreldin Abdalla Mohamed Ahmed A. Alla
Kurfürstendamm 151, 10709 Berlin
Fax: 030-890 69 823
E-Mail: poststelle@botschaft-sudan.de oder sudaniberlin@hotmail.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 26. Dezember 2014 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich fordere Sie höflich auf sicherzustellen, dass Rashid Shikhaldeen Abash entweder umgehend einer international als Straftat anerkannten Handlung angeklagt oder umgehend und bedingungslos freigelassen wird.

  • Ich bitte Sie zudem, ihm Zugang zu einem Rechtsbeistand seiner Wahl, medizinischer Behandlung und seiner Familie zu gewähren.

  • Bitte stellen Sie sicher, dass Rashid Shikhaldeen Abash weder gefoltert noch auf andere Weise misshandelt wird.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Urging the authorities to ensure that Rashid Shikhaldeen Abash is either charged with a recognizable offence or is immediately and unconditionally released.

  • Calling on the authorities to give the detainee access to a lawyer of his own choosing, to medical treatment and to his family.

  • Urging them to ensure that the detainee is not subjected to torture or any ill-treatment.

Sachlage

Rashid Shikhaldeen Abash, Familienvater und Besitzer eines Druckunternehmens, ist am 23. September während einer Razzia in seinem Betrieb durch den sudanesischen Geheimdienst NISS festgenommen worden. Er soll für das Drucken von Postern zum Gedenken an Protestierende, die während der Demonstrationen im September 2013 getötet wurden, mitverantwortlich sein. Der Geheimdienst konfiszierte die Poster vor der Festnahme. Derzeit befindet sich Rashid Shikhaldeen Abash im Kober-Gefängnis in der Hauptstadt Khartum in Haft, wo er seit mehr als 50 Tagen ohne Anklage festgehalten wird.

Rashid Shikhaldeen Abashs Familie und Unterstützer_innen haben vor der Geheimdienstzentrale und dem Justizministerium in Khartum eine Reihe von Demonstrationen abgehalten, bei denen sie seine sofortige Freilassung forderten.

Rashid Shikhaldeen Abash ist einer von mehr als 70 politischen Aktivist_innen, die der Geheimdienst zwischen dem 17. und dem 23. September festnahm, um Veranstaltungen anlässlich des ersten Jahrestags der Proteste im September 2013 zu verhindern. Anfang Oktober 2014 wurden die meisten Gefangenen ohne Anklage aus der Haft entlassen. Einige von ihnen berichteten, in der Haft gefoltert oder misshandelt worden zu sein.

Es besteht die begründete Sorge, dass Rashid Shikhaldeen Abash Folter oder anderweitige Misshandlungen drohen. Die sudanesischen Behörden müssen ihn entweder einer international anerkannten Straftat anklagen und ihm ein faires Gerichtsverfahren gewähren oder ihn umgehend aus der Haft entlassen.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Im September 2013 kam es in Städten verschiedener Regionen des Sudan zu Protesten, nachdem Präsident Omar Hassan Ahmad al-Bashir am 22. September bekanntgegeben hatte, dass die Subventionierung von Brennstoffen gestrichen werden würde. Am darauffolgenden Tag gingen in der Stadt Wad Madani im Osten des Landes sowie anschließend in der Hauptstadt Khartum und in den Städten Omdurman, Port Sudan, Atbara, Gedarif, Nyala, Kosti und Sinnar tausende Menschen auf die Straße. Angehörige der sudanesischen Polizei und des Geheimdienstes lösten die Demonstrationen unter Anwendung exzessiver Gewalt auf. Sie setzten unter anderem Tränengas und scharfe Munition gegen die Demonstrierenden ein. Zwischen dem 23. und dem 28. September 2013 wurden mindestens 200 Demonstrierende getötet, Dutzende weitere verletzt und mehr als 600 Personen festgenommen. Amnesty International hat die sudanesische Regierung aufgefordert, gründliche, unabhängige und unparteiische Untersuchungen rechtswidriger Tötungen, insbesondere während der Demonstrationen vom September 2013, durchzuführen.

Rashid Shikhaldeen Abash ist des Weiteren seit mehreren Jahren als Umweltschützer aktiv und ist aktuell der Vorsitzende des "Komitees der nubischen Jugend gegen die Staudämme Kajbar und Dal" im Bundesstaat asch-Schamaliyya. Aktivist_innen befürchten, dass die Staudämme Kajbar und Dal zu einer Überflutung von über 500 archäologischen Fundstätten führen und negative Auswirkungen auf die Umwelt haben könnten.