Sektion der Bundesrepublik Deutschland

Urgent Action

Gemeindesprecherin erschossen

  • Kolumbien
UA-278/2013
Index:
AMR 23/045/2013
04. Oktober 2013

Frau ADELINDA GÓMEZ GAVIRIA
Herr WILSON PIPICANO, ihr Sohn
weitere MitarbeiterInnen der Nichtregierungsorganisation CIMA

Lage Kolumbiens: © AmnestyLage Kolumbiens: © Amnesty

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0231 haben sich bereits eingesetzt.

Im Departamento Cauca im Südwesten Kolumbiens wurde eine Gemeindesprecherin getötet, die sich gegen die Entwicklung von Bergbauinteressen in der Gemeinde Almaguer eingesetzt hatte.

Am 30. September gegen 20.30 Uhr näherten sich im Bereich Cortaderas der Gemeinde Almaguer im Departamento Cauca zwei Bewaffnete der Gemeindesprecherin Adelinda Gómez Gaviri und ihrem 16-jährigen Sohn Wilson Pipicano und eröffneten das Feuer auf die beiden. Sie töteten Adelinda Gómez Gaviria und verletzten ihren Sohn schwer. Die Menschenrechtsverteidigerin Adelinda Gómez Gaviria leitete die Frauenrechtsorganisation Proceso de Mujeres Maciceñas, die Teil der Nichtregierungsorganisation Comité de Integración del Macizo Colombiano (CIMA) ist.

Adelinda Gómez Gaviria hatte sich aktiv gegen den Abbau von Gold durch multinationale Unternehmen sowie kleine Privatunternehmen in der Gemeinde Almaguer eingesetzt. Sie sprach sich gegen die Bedrohung aus, die diese Bergbauinitiativen für die Umwelt sowie die Lebensgrundlagen der KleinbäuerInnen in der Region darstellen. Mit ihrer Hilfe wurde im Februar 2013 ein Gemeindeforum zu Bergbau- und Umweltfragen organisiert, das von rund 1.500 KleinbäuerInnen und Angehörigen indigener Gemeinschaften besucht wurde, die gegenüber den örtlichen Behörden ihre Bedenken bezüglich der Entwicklung von Bergbauinteressen in der Region ausdrücken wollten.

Vor einem Monat hatte Adelinda Gómez Gaviria per Telefon eine Morddrohung erhalten: "Komm uns beim Bergbau nicht weiter in die Quere! Das ist gefährlich und es wird dich noch umbringen", ("deje de joder con esa cosa de la minería, eso es riesgoso y se va a hacer matar").

SCHREIBEN SIE BITTE

FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich bin nach der Tötung von Adelinda Gómez Gaviria sehr besorgt um die Sicherheit der Mitglieder der NGO CIMA und fordere Sie auf, diesen in Absprache mit ihnen unverzüglich Schutzmaßnahmen zur Verfügung zu stellen.
  • Leiten Sie bitte eine umfassende und unparteiische Untersuchung des Mordes an Adelinda Gómez Gaviria sowie der Verwundung ihres Sohnes ein. Veröffentlichen Sie die Ergebnisse und stellen Sie die Verantwortlichen vor Gericht.
  • Ich möchte Sie daran erinnern, dass Kolumbien Vertragsstaat der UN-Erklärung zum Schutz von MenschenrechtsverteidigerInnen aus dem Jahr 1998 ist und Sie somit die Pflicht haben, sicherzustellen, dass MenschenrechtlerInnen ihre Aufgaben ohne Angst ausüben können.

APPELLE AN

PRÄSIDENT
Señor Juan Manuel Santos
Presidente de la República,
Palacio de Nariño, Carrera 8 No. 7-26
Bogotá, KOLUMBIEN
(Anrede: Excmo. Sr. Presidente Santos / Sehr geehrter Herr Präsident / Dear President Santos)
Fax: (00 57) 1 596 0631

MINISTER FÜR MINEN UND ENERGIE
Amylkar Acosta
Ministerio de Minas y Energía
Calle 43 No 57 - 31, CAN
Apartado 80319
Bogotá, KOLUMBIEN
(Anrede: Dear Minister Acosta / Estimado Sr. Ministro
Acosta / Sehr geehrter Herr Minister)
Fax: (00 57) 1 324 5208

KOPIEN AN
NICHTREGIERUNGSORGANISATION
FUNDECIMA
Cra 4, No. 0-54
Popayán, Cauca ; KOLUMBIEN

BOTSCHAFT DER REPUBLIK KOLUMBIEN
S. E. Herrn Juan Mayr Maldonado
Taubenstr. 23
10117 Berlin
Fax: 030-2639 6125
E-Mail: info@botschaft-kolumbien.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 15. November 2013 keine Appelle mehr zu verschicken.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

CIMA ist eine Nichtregierungsorganisation, die sich für die Zivilbevölkerung im kolumbianischen Bergmassiv im Departmento Cauca einsetzt und sicherstellt, dass den Menschen das Land erhalten bleibt. Der Mord an Adelinda Gómez Gaviria findet zu einem Zeitpunkt statt, zu dem zahlreiche private Bergbauunternehmen versuchen, in Almaguer und angrenzenden Gemeinden illegale Bergbaubetriebe zu errichten, und in der multinationale Bergbauunternehmen ihrerseits versuchen, sich Konzessionen für Bergbauvorhaben zu sichern. Gelingt dies, wird vermutlich die ganze Gemeinde vom Goldabbau betroffen sein.

KleinbäuerInnen sowie indigene und afrokolumbianische Gemeinschaften, die sich gegen die Umsetzung von Bergbauinteressen, darunter die von multinationalen Unternehmen, wehren, sind bereits oft von Paramilitärs bedroht oder getötet worden, die dabei allein oder in Absprache mit den Sicherheitskräften handeln. Auch andere Teile der Bevölkerung sind schon bedroht oder getötet worden, weil sie sich gegen illegale, von Guerillatruppen unterstützte Bergbauvorhaben gewehrt haben.

Der Mord an Adelinda Gómez Gaviria lässt auch Sorge um die Sicherheit der CIMA-MitarbeiterInnen aufkommen, die schon im Zusammenhang mit Kampagnen gegen die Entwicklung von Bergbauinteressen in der Region bedroht worden sind.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Expressing concern for the safety of other members of CIMA and calling on the authorities to ensure protection measures for them in strict accordance with their wishes.
  • Urging the authorities to fully and impartially investigate the killing of Adelinda Gómez Gaviria and the wounding of her son, to make the results public and bring those responsible to justice.
  • Reminding the authorities to fulfil their obligations to ensure human rights defenders can carry out their work without fear, as laid out in the 1998 UN Declaration on Human Rights Defenders.