Zwangsräumung in Honduras

114 Familien einer Gemeinschaft im Norden Honduras, darunter kleine Kinder, wurden Opfer einer rechtswidrigen Zwangsräumung durch die Polizei. Etwa 80 Personen leben jetzt in einem nahe gelegenen Gemeindezentrum unter sanitären Bedingungen, die eine Gefahr für ihre Gesundheit darstellen.

Appell an

LEITER DES NATIONALEN AGRARINSTITUTS
Lic. Cesar David Adolfo Ham Peña
Ministro Director del Instituto Nacional Agrário
Colonia La Alameda
4ta Avenida entre 10ma. y 11va calles, No. 1009
Tegugicalpa, M.D.C.
HONDURAS
(korrekte Anrede: Dear Minister Director/Estimado Ministro Director)
Fax: (00504) 2239 7398

Sende eine Kopie an

MINISTERIN FÜR JUSTIZ UND MENSCHENRECHTE
Ana Pineda
Ministra de Justicia y Derechos Humanos
Casa Presidencial
Boulevard Juan Pablo Segundo
Palacio José Cecilio del Valle
Tegucigalpa, M.D.C.
HONDURAS
(korrekte Anrede: Dear Minister/Estimada Sra. Ministra/Sehr geehrte Ministerin)
Fax: (00504) 2290 5129

GENERALSTAATSANWALT
Sr. Luis Alberto Rubí

Fiscal General de la República
Lomas del Guijarro, Avenida República Dominicana, Edificio Lomas Plaza II

Tegucigalpa; M.D.C.
HONDURAS
(korrekte Anrede: Dear Attorney General)
Fax: (00504) 2221 5667

BOTSCHAFT DER REPUBLIK HONDURAS
S.E. Herrn Efrain Anibal Diaz Arrivillaga
Cuxhavener Straße 14
10555 Berlin
Fax: (030) 3974 9712
E-Mail: embajador.embahonduras.de@googlemail.com oder informacion@embahonduras.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 24. August 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Sachlage

Am 24. Juni vertrieb die Polizei eine Gemeinschaft in der Stadt Rigores im Departamento Colón, nachdem ein örtlicher Richter einen Räumungsbefehl ausgestellt hatte. Die Menschen lebten bereits mehrere Jahre auf dem Land, doch ein ortsansässiger Grundbesitzer, der Anspruch auf das Land erhebt, hatte die Räumung der Gemeinschaft gefordert. Berichten von AnwohnerInnen zufolge traf die Polizei mit Traktoren ein und zerstörte Häuser von Angehörigen der Gemeinschaft sowie sieben Klassenzimmer der Schule und des Kindergartens und zwei Kirchen. Etwa 493 Personen wurden dadurch obdachlos.

Der Räumungsbefehl wurde am 23. Mai ausgestellt, jedoch ohne die Gemeinschaft darüber zu informieren. Die Polizei traf am 24. Juni um 10 Uhr in Rigores ein und teilte den Angehörigen der Gemeinschaft mit, dass sie zwei Stunden hätten, um ihre Sachen zu packen und den Ort zu verlassen. Etwa gegen 14 Uhr begann die Polizei, Gemeinschaftsgebäude, Häuser von AnwohnerInnen und ihre Habe zu zerstören. Keinem von ihnen wurde alternativer Wohnraum, eine Umsiedlung oder Zugang zu Nutzland oder auch eine Entschädigung angeboten, weder im Vorhinein noch nach der Räumung. Auch wurde niemandem sicherer Zugang zu den Feldern gewährleistet, um sich um die Ernte kümmern zu können, von der ein großer Teil bereits bei der Zwangsräumung vernichtet wurde.

Etwa 80 Personen, hauptsächlich Frauen und Kinder, haben im etwa drei Kilometer entfernten Gemeindezentrum von Rigores Unterschlupf gefunden. Das Zentrum ist jedoch nicht als Wohnraum gedacht. Das überfüllte und nicht regendichte Gebäude ist stets zur Hälfte nass. Es verfügt nur über wenige Toiletten und Waschmöglichkeiten. Die Gemeinschaftsmitglieder, insbesondere kleine Kinder, könnten sich Krankheiten zuziehen. Die Gemeinschaft benötigt das Land in Rigores, von dem sie vertrieben wurde, um überleben zu können. Honduras ist Vertragsstaat des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (IPWSKR) und somit verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass Zwangsräumungen nicht dazu führen, dass Personen obdachlos werden oder Gefahr laufen, andere Menschenrechtsverletzungen zu erleiden.

[EMPFOHLENE AKTIONEN ]

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Bitte unternehmen Sie alles Notwendige, um die physische und psychische Integrität der Familien zu gewährleisten, deren Häuser und Ernte bei der Vertreibung von ihrem Land in Rigores am 24. Juni zerstört wurden.

  • Ich möchte an Sie appellieren, das Recht dieser Menschen auf angemessenen Wohnraum zu schützen und ihnen geeignete und sichere Unterkünfte sowie Nahrung, Wasser, Zugang zu medizinischer Versorgung und Bildung zur Verfügung zu stellen, bis der Landstreit beigelegt ist.

  • Darüber hinaus möchte ich Sie auffordern, jede weitere Zwangsräumung ohne angemessenes Verfahren, ordnungsgemäße Benachrichtigung und Konsultation und ohne die Bereitstellung einer angemessenen Entschädigung zu unterlassen.

  • Führen Sie bitte eine Untersuchung der Vorgehensweise aller Personen durch, die an der Zwangsräumung vom 24. Juni beteiligt waren, veröffentlichen Sie die Ergebnisse der Untersuchung und stellen Sie die Verantwortlichen vor Gericht.

[APPELLE AN]

LEITER DES NATIONALEN AGRARINSTITUTS
Lic. Cesar David Adolfo Ham Peña
Ministro Director del Instituto Nacional Agrário
Colonia La Alameda
4ta Avenida entre 10ma. y 11va calles, No. 1009
Tegugicalpa, M.D.C.
HONDURAS
(korrekte Anrede: Dear Minister Director/Estimado Ministro Director)
Fax: (00504) 2239 7398

KOPIEN AN
MINISTERIN FÜR JUSTIZ UND MENSCHENRECHTE
Ana Pineda
Ministra de Justicia y Derechos Humanos
Casa Presidencial
Boulevard Juan Pablo Segundo
Palacio José Cecilio del Valle
Tegucigalpa, M.D.C.
HONDURAS
(korrekte Anrede: Dear Minister/Estimada Sra. Ministra/Sehr geehrte Ministerin)
Fax: (00504) 2290 5129

GENERALSTAATSANWALT
Sr. Luis Alberto Rubí

Fiscal General de la República
Lomas del Guijarro, Avenida República Dominicana, Edificio Lomas Plaza II

Tegucigalpa; M.D.C.
HONDURAS
(korrekte Anrede: Dear Attorney General)
Fax: (00504) 2221 5667

BOTSCHAFT DER REPUBLIK HONDURAS
S.E. Herrn Efrain Anibal Diaz Arrivillaga
Cuxhavener Straße 14
10555 Berlin
Fax: (030) 3974 9712
E-Mail: embajador.embahonduras.de@googlemail.com oder informacion@embahonduras.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 24. August 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Honduras ist Vertragsstaat des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte und als solcher verpflichtet, alle geeigneten Mittel und ihm zur Verfügung stehenden Ressourcen einzusetzen, um Menschen, die dafür nicht selbst Sorge tragen können, je nach Lage des Falles Zugang zu angemessenem alternativem Wohnraum, Umsiedlungsmaßnahmen oder Nutzland zu gewährleisten.

Im Rahmen des IPWKSR ist Honduras verpflichtet, das Recht "eines jeden auf einen angemessenen Lebensstandard für sich und seine Familie, einschließlich ausreichender Ernährung" zu wahren.

Darüber hinaus hat der Staat Honduras auch die Pflicht, von einer Zwangsräumung betroffene Personen zu konsultieren und alle Betroffenen vor dem geplanten Räumungsdatum in angemessener Weise zu informieren.