Festgenommene misshandelt
Ergebnis dieser Urgent Action
Die beiden Gefangenen Sushan Limbu und Bhakta Rai erhielten nach ihrem Erscheinen vor Gericht am 28. Juli einen Rechtsbeistand und wurden medizinisch versorgt. Die PolizistInnen, die an der Misshandlung der beiden Männer beteiligt waren, sind bislang weder vom Dienst suspendiert worden noch hat man Ermittlungen eingeleitet.
Im Südosten von Nepal wurden zwei Männer festgenommen und von PolizeibeamtInnen verprügelt. Sie benötigen dringend medizinische Versorgung zur Behandlung der Verletzungen, die sie dabei davon trugen.
Appell an
POLIZEIPRÄSIDENT
Inspector General of Police
Police Headquarters
GPO Box 407
Naxal
Kathmandu
NEPAL
(korrekte Anrede: Dear Inspector General)
Fax: (00 977) 1 4 415-593 oder -594
E-Mail: info@Nepalpolice.gov.np
INNENMINISTER
Ministry of Home Affairs
Singha Durbar
Kathmandu
NEPAL
(korrekte Anrede: Dear Minister)
E-Mail: moha@wlink.com.np
homegon@wlink.com.np
Sende eine Kopie an
JUSTIZMINISTER
Minister of Law, Justice and Parliamentary Affairs
Singha Durbar
Kathmandu
NEPAL
(korrekte Anrede: Dear Minister)
Fax: (00 977) 1 422 06 84
BOTSCHAFT DER REPUBLIK NEPAL
S.E. Herrn Suresh Prasad Pradhan
Guerickestr. 27 (2. Etage)
10587 Berlin
Fax: 030-3435 99-06
E-Mail: neberlin@t-online.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Nepalesisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 4. September 2009 keine Appelle mehr zu verschicken.
PLEASE SEND APPEALS TO ARRIVE AS QUICKLY AS POSSIBLE, IN ENGLISH OR YOUR OWN LANGUAGE:
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calling on the authorities to ensure that Sushan Limbu and Bhakti Rai receive all necessary medical treatment immediately, and are not subjected to further torture or other ill-treatment;
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calling on them to ensure that Sushan Limbu and Bhakta Rai are granted immediate access to their lawyers;
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urging them to order a prompt, thorough and impartial investigation into the allegations of torture and other ill-treatment by the police at Urlabari Police Station and bring those responsible to justice;
- insist that the authorities suspend all police officers accused of involvement in the torture, including those in command, and move Sushan Limbu and Bhakta Rai to a safer place, if they are to remain in custody..
Amnesty fordert:
SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE UND LUFTPOSTBRIEFE, IN DENEN SIE
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die Behörden auffordern, die sofortige medizinische Behandlung von Sushan Limbu und Bhakta Rai sicherzustellen und zu gewährleisten, dass die Polizei die beiden Männer nicht erneut foltert oder in anderer Weise misshandelt;
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von den Behörden die Zusicherung fordern, dass Sushan Limbu und Bhakta Rai umgehend Zugang zu ihren AnwältInnen erhalten;
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darauf dringen, dass eine sofortige, umfassende und unparteiische Untersuchung der Folter- und Misshandlungsvorwürfe gegen die PolizeibeamtInnen der Polizeiwache Urlabari erfolgt und die Verantwortlichen bestraft werden;
- darauf bestehen, dass diejenigen PolizistInnen, einschließlich der leitenden BeamtInnen, denen eine Beteiligung an den Folterungen zur Last gelegt wird, umgehend vom Dienst suspendiert werden, und dass Sushan Limbu und Bhakta Rai an einen sicheren Ort verlegt werden, falls sie in Gewahrsam bleiben.
Sachlage
Am 12. Juli 2009 nahm man den 23-jährigen Sushan Limbu auf der Polizeiwache Urlabari im Bezirk Morang in Gewahrsam, weil er seine Rechnung in einem örtlichen Hotel nicht bezahlt hatte. Als sein 24-jähriger Freund Bhakta Rai daraufhin am nächsten Tag zur Polizeiwache ging, um sich nach Sushan Limbu zu erkundigen, wurden beide Männer von PolizeibeamtInnen in eine Zelle gebracht und dort von ihnen geschlagen. Anschließend brachte man sie nach draußen auf die Straße, zog sie bis auf die Unterwäsche aus und setzte die Prügel in der Öffentlichkeit fort. Nach Aussagen von AugenzeugInnen wurden die beiden Männer mit Eisenstangen geschlagen, getreten und geprügelt. Sushan Limbu und Bhakta Rai mussten auf Knien und Ellbogen über steinigen Boden kriechen.
Die beiden Männer erlitten dabei schwere Verletzungen. Ein Gericht wies die Polizei an, die medizinische Behandlung der Betroffenen sicherzustellen, was aber bislang nicht der Fall ist. Die AnwältInnen der beiden Männer haben keinen Zugang zu ihnen. Den Inhaftierten drohen weitere Folterungen und Misshandlungen.
Sushan Limbu und Bhakta Rai befinden sich nach wie vor in der Polizeiwache Urlabari, in der die für die Schläge verantwortlichen PolizeibeamtInnen noch immer arbeiten.
Hintergrundinformation
Folter und Misshandlungen von Verdächtigen durch Polizeibeamte sind in Nepal an der Tagesordnung. In dem Land gibt es keine Gesetze gegen Folter, die den internationalen Standards nachkommen, und die bestehenden Vorschriften werden nicht angemessen umgesetzt.
Seit April 2006 sind mehr als 1300 neue Fälle von Folter bekannt geworden.