Studenten ohne Anklage in Haft

Drei studentische Aktivisten aus dem Sudan befinden sich seit dem 12. Mai ohne Anklage in Khartum in Haft, nachdem sie vor ihrer Universität von Sicherheitskräften festgenommen worden waren. Ihnen drohen Folter und andere Misshandlungen.

Appell an

JUSTIZMINISTER
Mohamed Bushara Dousa
Ministry of Justice
PO Box 302 Al Nil Avenue
Khartoum, SUDAN
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 249) 183 791544
E-Mail: moj@moj.gov.sd

AUSSENMINISTER
Ali Ahmed Karti
Ministry of Foreign Affairs
PO Box: 302, Republic Street
Khartoum
SUDAN
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 249) 183 772941

Sende eine Kopie an

INNENMINISTER
Ibrahim Mahmoud Hamed
Ministry of Interior
PO Box 873
Khartoum
SUDAN
(Anrede : Your Excellency / Exzellenz)
E-Mail: mut@isoc.sd

BOTSCHAFT DER REPUBLIK SUDAN
S. E. Herrn Baha’aldin Hanafi Mansour Waheesh
Kurfürstendamm 151
10709 Berlin
Fax: 030-890 69 823
E-Mail: poststelle@botschaft-sudan.de oder
sudaniberlin@hotmail.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 2. Juli 2014 keine Appelle mehr zu verschicken.

Sachlage

Mohamed Salah Mohamed Abdelrahman ist Absolvent der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität von Khartum, Moamar Musa Mohamed und Taj Alsir Jaafar studieren an derselben Universität. Sie wurden am Nachmittag des 12. Mai einzeln vor ihrer Universität festgenommen. Mohamed Salah Abdelrahman verließ gerade die Universität, als Berichten zufolge ein Pick-up mit Männern in Zivil anhielt und die Männer ihn festnahmen. Am selben Nachmittag wurden Moamar Musa Mohamed und Taj Alsir Jaafar ebenfalls festgenommen, als sie die Universität verließen. Als die Familie von Mohamed Salah Mohamed Abdelrahman im Büro des sudanesischen Geheimdienstes NISS nach seinem Haftort fragte, wurde sie darüber informiert, dass er in der politischen Abteilung eines Gefängnisses in Bahri, einem Viertel von Khartum, inhaftiert sei. Als Taj Alsir Jaafars Familie das Büro des NISS kontaktierte, um nach seinem Aufenthaltsort zu fragen, sagte man ihnen, sie sollten nach 15 Tagen einen Besuchsantrag stellen. Die Familie versuchte, dem NISS Medikamente zu geben, die Taj Alsir Jaafar benötigt, doch die Sicherheitskräfte weigerten sich, diese entgegenzunehmen.

Alle drei sind bekannte studentische Aktivisten und waren Ende März 2014 an Protesten an der Universität von Khartum beteiligt. Die Proteste waren eine Reaktion auf den Tod von Ali Abaker Mussa Idris, eines Studenten, der am 11. März bei einer Demonstration von Sicherheitskräften erschossen wurde. Sowohl Mohamed Salah Abdelrahman als auch Taj Alsir Jaafar wurden wegen ihrer Teilnahme an Studierendenprotesten und wegen ihrer Aktivitäten als studentische Aktivisten mehrmals ohne Anklagen festgenommen und wieder freigelassen. Mohamed Salah Mohamed Abdelrahman wurde bereits im Juni 2012 ohne Anklage inhaftiert. Im März 2014 nahm man ihn erneut fest – dieses Mal am Flughafen von Khartum, während er auf seinen Flug nach Tunesien wartete, wo er an einem Workshop teilnehmen wollte. Er wurde am 7. April aus der Haft entlassen. Taj Alsir Jaafar wurde bereits im Jahr 2009 und zweimal im Jahr 2011 ohne Anklage festgenommen.

Es besteht große Sorge, dass Mohamed Salah Mohamed Abdelrahman, Moamar Musa Mohamed und Taj Alsir Jaafar Folter oder anderweitige Misshandlungen drohen. Die sudanesischen Behörden müssen sie entweder einer anerkannten Straftat anklagen und ihnen ein faires Gerichtsverfahren gewähren oder sie umgehend aus der Haft entlassen.

[BITTE SCHREIBEN SIE]

LUFTPOSTBRIEFE ODER E-MAILS MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich fordere Sie auf, dafür Sorge zu tragen, dass Mohamed Salah Mohamed Abdelrahman, Moamar Musa Mohamed und Taj Alsir Jaafar entweder einer anerkannten Straftat angeklagt oder umgehend und bedingungslos freigelassen werden.

  • Bitte geben Sie den Aufenthaltsort von Taj Alsir Jaafar und Moamar Musa Mohamed bekannt und gewähren sie den drei Gefangenen Zugang zu Rechtsbeständen, medizinischer Versorgung und ihren Familien.

  • Ich bitte Sie eindringlich sicherzustellen, dass die Gefangenen nicht gefoltert oder auf andere Weise misshandelt werden.

[APPELLE AN]

JUSTIZMINISTER
Mohamed Bushara Dousa
Ministry of Justice
PO Box 302 Al Nil Avenue
Khartoum, SUDAN
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 249) 183 791544
E-Mail: moj@moj.gov.sd

AUSSENMINISTER
Ali Ahmed Karti
Ministry of Foreign Affairs
PO Box: 302, Republic Street
Khartoum
SUDAN
(Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 249) 183 772941

KOPIEN AN
INNENMINISTER
Ibrahim Mahmoud Hamed
Ministry of Interior
PO Box 873
Khartoum
SUDAN
(Anrede : Your Excellency / Exzellenz)
E-Mail: mut@isoc.sd

BOTSCHAFT DER REPUBLIK SUDAN
S. E. Herrn Baha’aldin Hanafi Mansour Waheesh
Kurfürstendamm 151
10709 Berlin
Fax: 030-890 69 823
E-Mail: poststelle@botschaft-sudan.de oder
sudaniberlin@hotmail.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 2. Juli 2014 keine Appelle mehr zu verschicken.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Ali Abaker Mussa Idris, ein Student der Wirtschaftswissenschaften im dritten Studienjahr, verstarb am 11. März im Krankenhaus, nachdem er bei einer Protestveranstaltung gegen die aktuelle Welle der Gewalt in Darfur, die Schätzungen zufolge 50.000 Menschen vertrieben hat, von Sicherheitskräften angeschossen worden war. Zu seiner Beerdigung am darauffolgenden Tag erschienen etwa 1.000 Menschen. Die Polizei löste die Menge unter Einsatz von Tränengas auf, nachdem Trauergäste begannen, regierungskritische Parolen zu rufen. In den Tagen nach diesen Ereignissen wurden in der Umgebung von Khartum mehrere studentische Aktivist_innen und Anwält_innen festgenommen. Sie wurden am 7. April aus der Haft entlassen. Nach dem Tod von Ali Abaker Mussa Idris wurden die Proteste und Sitzstreiks an der Universität von Khartum fortgeführt. Die Protestierenden forderten eine Untersuchung des Todes von Ali Abaker Mussa Idris und ein sichereres Umfeld auf dem Universitätsgelände.