Drohende Ausweisung und Folter
Neun Männern, von denen die meisten ursprünglich aus der Demokratischen Republik Kongo stammen, droht die Rückführung von Angola in die DR Kongo, wo sie gefoltert oder zum Tode verurteilt werden könnten.
Appell an
AUSSENMINISTER
Jorge Rebelo Chicoti
Ministério das Relações Exteriores
Palácio do Comércio, Avenida Comandante Gika
Luanda, ANGOLA
(Anrede: Sua Excelência / Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 244) 222 395 729
JUSTIZ- UND MENSCHENRECHTSMINISTER
Rui Jorge Carneiro Mangueira
Ministério da Justiça
Rua 17 Setembro, No. 32, CP 1986
Luanda, ANGOLA
(Anrede: Sua Excelência / Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 244) 222 339 914 oder
(00 244) 222 330 327
GENERALSTAATSANWALT
Dr João Maria Moreira de Sousa
Procuradoria Geral da República
Rua 17 Setembro, Largo do Amor, Vila Alice
Luanda, ANGOLA
(Anrede: Exmo Dr. / Dear Dr Moreira de Sousa / Sehr geehrter Herr Dr. Moreira de Sousa)
Fax: (00 244) 222 333 170 oder
(00 244) 222 333 172
Sende eine Kopie an
BOTSCHAFT DER REPUBLIK ANGOLA
S. E. Herrn Alberto Correia Neto
Wallstraße 58, 10179 Berlin
Fax: 030-2408 9712
E-Mail: botschaft@botschaftangola.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Portugiesisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 15. Juli 2014 keine Appelle mehr zu verschicken.
Amnesty fordert:
E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN
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Ich bin in großer Sorge angesichts der weiterhin möglichen Ausweisung von Kadate Lekumu, Faustino Mananga Gomes, Ilunga Mukendi Cianda, Richard Nsabwa Mukendi, Boyeye Marc Eyoku, Mbuasi Kitunta François, David Bucur und Eduardo Pongo Muaca an die Demokratische Republik Kongo, wo ihnen Folter, Misshandlung oder gar die Todesstrafe drohen könnten. Ich appelliere daher an Sie, keinen der Männer an die DR Kongo zu überstellen.
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Es besorgt mich zudem, dass Akanza Toto bereits an die DR Kongo überstellt worden sein könnte. Ich fordere Sie auf, seinen Aufenthaltsort bekanntzugeben.
- Bitte leiten Sie eine Untersuchung der Vorwürfe ein, denen zufolge die Männer nach ihrer Festnahme im November 2012 ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten und gefoltert worden sein sollen.
Sachlage
Am 16. April wurden acht Männer für schuldig befunden, die wegen des Verdachts auf den Versuch, die Regierung der DR Kongo zu destabilisieren, angeklagt waren. Es wird befürchtet, dass zumindest einige von ihnen in die DR Kongo abgeschoben werden könnten, wo sie in Gefahr wären, gefoltert, anderweitig misshandelt oder zum Tode verurteilt zu werden. Ein neunter Mann, Akanza Toto aus der DR Kongo, der gemeinsam mit den acht Männern festgenommen worden war, wurde von allen Anklagen freigesprochen. Es wird befürchtet, dass er bereits an die DR Kongo überstellt worden sein könnte.
Kadate Lekumu, Faustino Mananga Gomes, Ilunga Mukendi Cianda, Richard Nsabwa Mukendi, Boyeye Marc Eyoku und Mbuasi Kitunta François, die alle ursprünglich aus der DR Kongo stammen, wurden wegen "Herbeiführung von Krieg oder Vergeltungsschlägen gegen Angola" und "illegalen Aufenthalts in Angola" jeweils zu einer Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt. Zwei weitere Männer, die Angolaner David Bucur und Eduardo Pongo Muaca, wurden wegen "Herbeiführung von Krieg oder Vergeltungsschlägen gegen Angola" und "Förderung von und Beihilfe zu illegaler Einwanderung" zu Haftstrafen von je zwei Jahren und acht Monaten verurteilt. Akanza Toto wurde freigesprochen. Der Anwalt der Männer legte gegen das Urteil Rechtsmittel ein, doch ein Antrag auf Freilassung gegen Kaution bis zur Urteilsfindung im Rechtsmittelverfahren wurde abgelehnt, sodass die acht Männer sich weiterhin in Haft befinden. Die Gefahr, dass einige von ihnen an die DR Kongo ausgeliefert werden, besteht fort.
Akanza Toto wurde von den gleichen Anklagen freigesprochen. Seit der Urteilsfindung soll er nicht gesehen worden sein. Sein Anwalt befürchtet, dass man ihn am 17. April, einen Tag nach der Urteilsverkündung, in die DR Kongo ausgewiesen hat. Alle neun Männer waren in den frühen Morgenstunden des 22. November 2012 in Cabinda festgenommen worden. Berichten zufolge wurden sie zunächst einen Monat lang ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten, mit Schusswaffen geschlagen, mit Militärstiefeln getreten, geohrfeigt und mit Faustschlägen traktiert.