Herr RAMASAMY PRABAHARAN
Der tamilische Geschäftsmann Ramasamy Prabaharan wurde am 11. Februar von bewaffneten Männern aus seinem Haus in der srilankischen Hauptstadt Colombo entführt. Zuvor hatte er Anzeige gegen die srilankische Polizei wegen Folter und unrechtmäßiger Festnahme und Inhaftierung erstattet. Er hätte am 13. Februar vor Gericht erscheinen sollen. Es besteht Grund zur Sorge um seine Sicherheit.
Am 11. Februar brachte eine Gruppe von etwa sieben bewaffneten Männern in Zivil Ramasamy Prabaharan in seinem Haus in der Hauptstadt Colombo in ihre Gewalt. Die Männer packten ihn am Nacken und zwangen ihn in einen weißen Lieferwagen, der in der Nähe parkte, bevor sie in hoher Geschwindigkeit davonfuhren. Ramasamy Prabaharans Familie rief vergeblich um Hilfe. Später am Tag der Entführung erhielt die Familie über das Mobiltelefon von Ramasamy Prabaharan eine Lösegeldforderung. Seitdem haben sie jedoch nichts mehr gehört. Ramasamy Prabaharans Aufenthaltsort und sein Schicksal sind unbekannt.
Seine Familie meldete den Vorfall der Polizeiwache in Wellawatte (Bearbeitungsnummer 224/222/GCIB). Die Behörden sind verpflichtet, den Aufenthaltsort von Ramasamy Prabaharan auszumachen, für seine Sicherheit zu sorgen und die wahren Umstände seines Verschwindens zu klären.
Ramasamy Prabaharan war bereits 2009 wegen des Verdachts, er sei ein Anhänger der Liberation Tigers of Tamil Eelam ("Befreiungstiger von Tamil Eelam" - LTTE), festgenommen worden. Während der 28 Monate, die er in Haft verbrachte, wurde er Opfer schwerer Folter. Im September 2011 wurde Ramasamy Prabaharan wegen Mangels an Beweisen wieder freigelassen. Derzeit strengt er eine Schadensersatzklage wegen der Folter an, der er während seiner Zeit in staatlichem Gewahrsam ausgesetzt war.
Vor seiner Entführung hatte Ramasamy Prabaharan vor dem obersten Gerichtshof in Sri Lanka eine Beschwerde wegen der Verletzung seiner Grundrechte gegen leitende PolizeibeamtInnen, den Generalstaatsanwalt und acht weitere Personen eingelegt (Verfahrensnummer S/C FR 963/2009). Seine Anschuldigungen lauten auf Folter und unrechtmäßiger Festnahme und Inhaftierung. Das oberste Gericht stimmte einem Verfahren zu und eine Anhörung wurde für den 13. Februar angesetzt. Ramasamy Prabaharan wurde zwei Tage vor der angesetzten Verhandlung seiner Beschwerde entführt.
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Sri Lankas langer Krieg mit den Liberation Tigers of Tamil Eelam endete zwar 2009, es werden jedoch weiterin Menschenrechtsverletzungen begangen. Immer wieder wird von Fällen des Verschwindenlassens berichtet. Spezialeinheiten innerhalb der Sicherheitskräfte und Gruppen, die den Sicherheitskräften offenbar nahestehen, werden seit langem mit Entführungen in Jaffna im Osten Sri Lankas und zunehmend auch in anderen Teilen des Landes, wie auch in Colombo, in Verbindung gebracht. Viele Familien, die in Kontakt zu Amnesty International stehen, berichten, dass Sicherheitskräfte Geld für die Freilassung ihrer Angehörigen verlangt haben.
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