PRAGEETH EKNALIGODA, Journalist
SANDYA EKNALIGODA, Ehefrau von Prageeth Eknaligoda
Der sri-lankische Journalist und Politikwissenschaftler Prageeth Eknaligoda "verschwand" am 24. Januar in Homagama in der Nähe der Hauptstadt Colombo und wird seither vermisst. Seine Frau Sandya Eknaligoda wurde in Gewahrsam genommen, als sie am 25. Januar bei der Polizei in Homagama eine Vermisstenanzeige aufgeben wollte. Inzwischen hat man sie wieder freigelassen.
Prageeth Eknaligoda "verschwand" am 24. November kurz nachdem er seinen Arbeitsplatz - die Redaktionsräume der Internetzeitung Lanka-e-news - verlassen hatte. Ortsansässige berichteten der sri-lankischen Presse, dass sie etwa um diese Zeit einen weißen Lieferwagen ohne Nummernschilder in der Nähe seines Hauses gesehen haben. Den letzten Kontakt mit ihm gab es an diesem Tag um 21.30 Uhr, seitdem funktioniert sein Telefon nicht mehr und seine Familie und Freunde haben nichts mehr von ihm gehört. In den Tagen vor seinem "Verschwinden" hatte er einem engen Freund erzählt, dass er glaube, beobachtet zu werden.
Sandya Eknaligoda unternahm am nächsten Tag den Versuch, wegen der Entführung ihres Mannes Anzeige zu erstatten. Im Nachhinein hat sie ihre Enttäuschung über das Verhalten der Polizei zum Ausdruck gebracht, die sie für mehrere Stunden auf der Wache festgehalten hatte. Ein hochrangiger Polizeibeamter erklärte gegenüber Organisationen, die sich für die Pressefreiheit einsetzen, dass er mit der Präsidentschaftswahl zu beschäftigt sei, als dass er diesem Fall Priorität einräumen könne.
Der regierungskritische Journalist Prageeth Eknaligoda berichtete im Vorfeld intensiv über die Präsidentschaftswahlen am 26. Januar. In der vorangegangenen Woche hatte er eine vergleichende Analyse von den zwei Hauptanwärtern auf die Präsidentschaft fertig gestellt, die zum Vorteil des Oppositionskandidaten Sarath Fonseka ausfiel.
Am 27. August 2009 wurde Prageeth Eknaligoda bereits einmal verschleppt; damals von einer Gruppe, die ebenfalls in einem weißen Lieferwagen vorgefahren war. Er wurde mit Gewalt in den Lieferwagen hineingedrängt, man verband ihm die Augen, fesselte ihn und brachte ihn an einen unbekannten Ort. Erst am nächsten Tag wurde er wieder freigelassen. Weiße Lieferwägen werden in Sri Lanka häufig bei Entführungen und Fällen von "Verschwindenlassen" eingesetzt, insbesondere seit 2006, als Angehörige der Sicherheitsdienste und mit der Regierung verbündete paramilitärische Gruppen Angriffe auf Regierungskritiker verstärkten.
Unablässige Einschüchterungen und Angriffe auf JournalistInnen sowie die Einschränkung der Berichterstattung durch die Regierung bedrohen das Recht auf freie Meinungsäußerung in Sri Lanka. Auch das beispiellose Ausmaß der Gewalt gegen Medienschaffende, die regierungskritisch berichten, hat zu einem Klima der Angst und Selbstzensur geführt. Das Recht auf freien Zugang zu Informationen wird dadurch massiv eingeschränkt.
Zahlreiche JournalistInnen wurden inhaftiert, andere haben nach Morddrohungen das Land verlassen. Seit 2006 wurden mindestens 14 Medienschaffende getötet. Trotz der Untersuchungen dieser Morde wurde in keinem Fall Anklage erhoben.
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