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Südkordofan hat sich nicht am Referendum im Januar 2011 beteiligt: © DemotixSüdkordofan hat sich nicht am Referendum im Januar 2011 beteiligt: © Demotix

Sudan: Situation in Südkordofan spitzt sich zu

14. Juni 2011 - Der sudanesische Bundesstaat Südkordofan an der Grenze zum Südsudan steuert auf eine humanitäre Katastrophe zu. Immer wieder werden Zivilisten Opfer von Anschlägen bewaffneter Gruppen aus dem Nord- sowie Südsudan.

Seit Beginn der gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der sudanesischen Armee (SAF) des Nordsudans und der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA) des Südsudan am 5. Juni diesen Jahres sind Zehntausende von Menschen geflohen.
Amnesty International hat Augenzeugenberichte erhalten, nach denen Angehörige der SAF in den Städten Kadugli und Dilling willkürlich Personen verhafteten und töteten, die sie der Unterstützung der SPLA verdächtigten.

"[Soldaten] kamen von überall auf die Hauptstraße und fragten jeden ‚Bist du von der SPLA?'. Sie durchsuchten unsere Sachen nach Dokumenten, die uns mit der SPLA in Verbindung bringen könnten. [Wenn sie Dokumente finden], werden sie uns mitnehmen", sagte ein Bewohner aus Kadugli.

Insbesondere Luftbombardierungen und Artilleriefeuer durch die SAF treffen willkürlich Zivilpersonen. Bislang sind Luftangriffe auf fünf Dörfer und die Hauptstadt von Südkordofan bekannt geworden.

Der Möglichkeit von Hilfsorganisationen, die Bevölkerung zu versorgen, ist stark eingeschränkt. Ein Großteil der Mitarbeiter internationaler Hilfsorganisationen wurde evakuiert. Die Bevölkerung leidet unter akutem Mangel an Wasser, Nahrung und medizinischer Versorgung.

Nach UN-Schätzungen haben bisher über 30.000 Menschen Kadugli, die Hauptstadt der Region, verlassen. Ursprünglich lebten 60.000 Menschen in der Stadt.

Amnesty International fordert die sudanesische Regierung auf, die Angriffe auf Zivilpersonen sofort einzustellen; insbesondere die Bombardierung von Wohngebieten. Außerdem muss Hilfsorganisationen Zugang zur Zivilbevölkerung ermöglicht werden, um eine Notversorgung der Betroffenen zu gewährleisten. Die UN-Friedensmission im Sudan (UNMIS) muss den Schutz von Zivilpersonen sowie UN-Mitarbeitern gewährleisten.