Aktuell Myanmar 14. Mai 2009

Myanmar: Aung San Suu Kyi in Haft

Der UN-Sicherheitsrat, China, Japan und die ASEAN-Länder müssen umgehend für die Freilassung von Daw Aung San Suu Kyi sorgen, fordert Amnesty International. Sie sind am ehesten in der Lage, Druck auf die Regierung in Myanmar auszuüben.
"Die Regierung von Myanmar muss Daw Aung San Suu Kyi sofort bedingungslos freilassen und sie nicht wieder unter Hausarrest stellen", sagt Benjamin Zawacki, Myanmar-Experte von Amnesty International.

Zur selben Zeit wie Aung San Suu Kyi sind auch Khin Khin Win sowie deren Tochter verhaftet worden. Die Inhaftierungen stehen in Zusammenhang mit einem Vorfall Anfang Mai, bei dem ein Amerikaner angeblich über den See zu dem Haus Suu Kyis geschwommen und dort für zwei Tage geblieben sein soll. Die gerichtliche Anhörung der drei Frauen findet am 18. Mai statt.

Mehr als 2.100 politische Gefangene in Myanmar

Daw Aung San Suu Kyis Gesundheitszustand hat sich in letzter Zeit immer weiter verschlechtert. Als ihr Hausarzt Tin Myo Win am 7. Mai zu ihr wollte, verweigerten ihm Sicherheitskräfte den Zutritt zu ihrem Haus. Auf seinem Heimweg haben ihn Regierungsbeamte mitgenommen; es ist nicht bekannt, wo er sich zurzeit aufhält. Dr. Tin Myo Win ist ebenfalls ein ehemaliger politischer Gefangener.

"Khin Khin Win, ihre Tochter und Dr. Tin Myo Win gehören jetzt zu den mehr als 2.100 politischen Gefangenen in Myanmar", berichtet Benjamin Zawacki weiter. "Genau wie alle anderen politischen Häftlinge sind sie dem Risiko von Folter und anderen Misshandlungen ausgesetzt."

"Ohne eine vereinte internationale Stimme wird die Regierung von Myanmar weiterhin die Menschenrechte missachten. Gerade jetzt müssen der UN-Sicherheitsrat und die ASEAN-Mitgliedstaaten ein unmissverständliches Signal an die Generäle senden, dass sie nicht länger ungestraft handeln können", schlussfolgert Zawacki.

Hintergrund

Daw Aung San Suu Kyi ist die Anführerin der Oppositionspartei Myanmars, der National League for Democracy, und war zwischen 1990 und 2009 13 Jahre lang in Haft, die meiste Zeit davon unter Hausarrest. Ihr derzeitiger Arrest läuft am 27. Mai 2009 aus. Im März 2009 gab die UN-Arbeitsgruppe zu willkürlicher Haft bekannt, dass Daw Aung San Suu Kyis Haft nicht nur die Gesetze Myanmars verletze, sondern auch gegen das internationale Recht verstoße.

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