Fußball-WM: Katar und die FIFA müssen Arbeitsmigrant*innen entschädigen!

Zwei Menschen in Arbeitskleidung mit gelben Warnwesten auf einer Baustelle für ein Stadion. Ihre Gesichter sind verhüllt.

Für die Errichtung der Infrastruktur der Fußball-WM 2022 in Katar werden seit Jahren Baustellenarbeiter*innen aus südasiatischen und afrikanischen Ländern ausgebeutet.

Der Ball rollt bei der Fußball-WM der Männer in Katar. Und für die FIFA und Katar tickt die Uhr, Arbeitsmigrant*innen, die diese WM erst ermöglicht haben, für die Ausbeutung und weitere Menschenrechtsverstöße zu entschädigen.

Im Mai diesen Jahres startete ein Zusammenschluss von Menschenrechtsorganisationen – darunter Amnesty International –, Fangruppen und Gewerkschaften die weltweite Kampagne #payupfifa. Darin fordern wirKatar und die FIFA auf, Arbeitsmigrant*innen für die Menschenrechtsverletzungen zu entschädigen, denen sie im Zusammenhang mit der Umsetzung der Fußball-Weltmeisterschaft ausgesetzt sind.

Fußballvereine, Fangruppen und Sponsoren der Fußball-WM unterstützen unsere Kampagne in der Öffentlichkeit. Unsere weltweite Meinungsumfrage hat ebenfalls gezeigt, dass die Kampagne von der großen Mehrheit der Öffentlichkeit unterstützt wird – trotzdem haben weder die FIFA noch Katars Regierung bisher Verantwortung übernommen und Entschädigungen zugesagt.

Die Zeit drängt: Unterzeichne jetzt die Petition und fordere Katar und die FIFA auf, umgehend zu handeln.

Wir wenden uns mit der Petition an den Arbeitsminister von Katar Dr. Ali bin Samikh Al Marri und den Präsidenten der FIFA Gianni Infantino.

Fordere Entschädigung für Menschen in Katar!

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Lies hier den vollständigen Petitionstext

Ihre Exzellenz Dr. Ali bin Samikh Al Marri,

sehr geehrter Herr Gianni Infantino, 

Katar und die FIFA sollten ein Entschädigungsprogramm auf den Weg bringen für alle Arbeitsmigrant*innen, die im Zuge der Fußballweltmeisterschaft 2022 von Menschenrechtsverstößen betroffen waren.

Trotz der wichtigen Reformen des katarischen Arbeitssystems erfuhren Hundertausende Arbeitsmigrant*innen im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft dennoch Menschenrechtsverstöße wie illegale Vermittlungsgebühren, nicht gezahlte Löhne sowie Verletzungen, in den schlimmsten Fällen, tödliche. Obwohl einige Arbeiter*innen Entschädigungen für einige der erlittenen Verstöße erhalten haben, wartet die Mehrheit der Betroffenen immer noch darauf, dass Katar und die FIFA wirksame Entschädigungen für das erlittene Leid zahlen.

Nach internationalem Recht ist Katar dazu verpflichtet, Entschädigungen für alle Verstöße, die auf seinem Staatsgebiet stattfinden, zu zahlen, und zwar unabhängig davon, ob die Verstöße mit der Fußballweltmeisterschaft in Verbindung stehen oder nicht.

Gemäß den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte sowie den FIFA-eigenen Leitprinzipien zu Menschenrechtsfragen, steht die FIFA ebenfalls in der Pflicht, Menschenrechtsverstöße zu entschädigen, die in Verbindung mit der Fußballweltmeisterschaft stehen. Das heißt, die Entschädigungen dürfen nicht nur an diejenigen Arbeiter*innen gezahlt werden, die an den Stadien arbeiten, sondern auch an diejenigen, die an anderen Fußball-bezogenen Projekten mitarbeiten oder diese mitbetreuen; dazu zählen beispielsweise Arbeit*innen im Transport-, Unterkunfts-, Sicherheits- und Reinigungsbereich.

2017 begann Katar mit der Einführung mehrerer vielversprechender Abhilfe-Prozesse. Allerdings sind diese nicht geeignet, vergangene Verstöße dieses großen Ausmaßes anzugehen, und bleiben außerdem denjenigen Arbeiter*innen verschlossen, die das Land bereits verlassen haben. Das Resultat ist, dass heute Tausende von Arbeiter*innen und ihre Familien immer noch auf Entschädigungszahlungen warten, so dass sie endlich ihr Leben neu aufbauen können.

Die erste im Nahen Osten ausgetragene Fußballweltmeisterschaft sollte ein Anlass zur Freude und zum Stolz sein für alle Fußballfans auf der ganzen Welt. Um aber diesen Meilenstein angemessen feiern zu können, müssen die Arbeitnehmer*innen, die das Ganze ermöglicht haben, für das erfahrene Leid entschädigt werden.

Deshalb sollten die FIFA und Katar dringend folgende Maßnahmen ergreifen:

  1. Bekennen Sie sich öffentlich zu einer Entschädigung aller vergangener, aber bisher nicht entschädigter, Verstöße, die mit der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Verbindung stehen.
  2. Arbeiten Sie gemeinsam an der Einführung und Implementierung eines Entschädigungsprogramms, um die Hundertausenden von Arbeitsmigrant*innen und ihre Familien zu entschädigen.
  3. Stellen Sie genügend finanzielle Mittel zur Finanzierung dieses Entschädigungsprogramms zur Verfügung.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Vom 20. November bis 18. Dezember 2022 findet die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer in Katar statt. Mit der Vergabe der WM wurden Hunderttausende zusätzliche ausländische Arbeitskräfte ins Land geholt. Mittlerweile machen Arbeitsmigrant*innen rund 90 Prozent der Bevölkerung des Emirats aus. Sie kommen beim Bau der Infrastruktur des Sportevents, im Sicherheitssektor sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe rund um das Turnier zum Einsatz – oftmals unter ausbeuterischen und missbräuchlichen Arbeitsbedingungen.

Wir nutzen die internationale Aufmerksamkeit für die WM, um bessere Bedingungen für Arbeitsmigrant*innen in Katar zu fordern. Konkret setzen wir uns dafür ein, dass Arbeitsmigrant*innen, deren Rechte im Zusammenhang mit der Fußball-WM verletzt wurden, von der FIFA und Katar entschädigt werden und ein "Zentrum für Arbeitsmigrant*innen" langfristig etabliert wird, in dem sie sich u.a. über ihre Rechte informieren können.

Mehr Informationen anzeigen
Das Bild zeigt ein gelbes Banner und eine Wäscheleine mit T-Shirts

Protestaktion vor dem Brandenburger Tor in Berlin am 23. Oktober 2022 anlässlich der Fußball-WM in Katar: Amnesty fordert die Einhaltung der Menschenrechte in Katar und dass der Fußballweltverband FIFA ausgebeutete Arbeitsmigrant*innen entschädigt.

Zwischenerfolg: DFB stellt sich hinter unsere Forderungen. Jetzt dranbleiben und Druck auf FIFA und Katar erhöhen!

Wir begrüßen, dass der DFB einen wichtigen ersten Schritt unternommen hat und sich Mitte September eindeutig und öffentlich unseren Forderungen nach einem Entschädigungsmechanismus für erlittene Menschenrechtsverletzungen und der Einrichtung eines Zentrums für Arbeitsmigrant*innen angeschlossen hat.

Gleichzeitig gilt, dass sowohl die Arbeitsrechtsverletzungen in Katar andauern als auch die Realisierung des Entschädigungsmechanismus und des Zentrums für Arbeitsmigrant*innen weiterhin ausstehen. 

Deshalb erhöhen wir als globale Menschrechtsorganisation den Druck auf die FIFA und Katar direkt. Mit der globalen Petition und hunderttausenden Unterschriften werden wir ein deutliches Signal senden! Unterzeichne jetzt die Petition! 

Zwei Bilder: Im Vordergrund eine Replik des FIFA WM Pokal für die WM Katar 2022, im Hintergrund drei Männer in Dischdaschas gekleidet. // In einem dunklen Raum, in dem Wäscheleinen mit Wäsche hängen, schaut ein Mann mit dem Rücken zum Fotografen stehend aus dem Fenster. Das Foto wurde in einer Unterkunft für Arbeitsmigrant*innen in Katar aufgenommen, die dort für die WM Katar 2022 arbeiten.

Doha, Katar: Eine Replik des Pokals für die WM Katar 2022 in einem Laden auf dem Souq Waqif Markt. Ein Arbeiter aus Nepal in einer Unterkunft.

Wir wissen nicht, was wir tun sollen... Bald sind es sieben Monate ohne Lohnauszahlung. Ich selbst komme zurecht, aber was ist mit meinen Kindern? Mein ältester Sohn ist jetzt zuhause, er kann nicht zur Schule gehen.

Daniel
ein Arbeitsmigrant, der bei Qatar Meta Coats angestellt war, eine Design- und Baufirma mit Beteiligung am Bau des Stadions Al Bayt

MENSCHENRECHTSVERLETZUNGEN IN KATAR

Die Arbeitsbedingungen von Arbeitsmigrant*innen in Katar kommen in einigen Fällen Zwangsarbeit gleich. Todesfälle werden nicht untersucht. Die Auszahlung des Mindestlohns von umgerechnet 247 Euro im Monat erfolgt oft unregelmäßig, verspätet oder gar nicht; Reisepässe werden von Arbeitgeber*innen einbehalten. Arbeitsmigrant*innen ist es per Gesetz untersagt, Gewerkschaften zu gründen. Das sind nur einige Beispiele, die zeigen, wie Arbeitsmigrant*innen in Katar trotz erster Reformen weiter ausgebeutet werden.

Und bisher werden Menschenrechtsverletzungen an Arbeitsmigrant*innen in Katar in der Regel nicht geahndet, noch erhalten Betroffene oder ihre Angehörigen eine Entschädigung. Amnesty International fordert deshalb jetzt Entschädigungszahlungen für erlittene Rechtsverletzungen an Arbeitsmigrant*innen von der FIFA und Katar.

FUSSBALL JA. AUSBEUTUNG NEIN. WAS MÜSSEN KATAR UND DIE FIFA JETZT TUN?

Männer in blauen Arbeitsanzügen auf einer Baustelle unter einem Gerüst

Vom Hotel bis zum Fußballstadion: Arbeitsmigrant*innen schuften für die Infrastruktur der WM in Katar 2022

Die FIFA hat die Augen vor vorhersehbaren Menschenrechtsverletzungen verschlossen und diese nicht gestoppt. Sie hat unbestreitbar zu weit verbreiteten Menschenrechtsverstößen gegen Arbeitsmigrant*innen beigetragen.

Katja
Müller-Fahlbusch
Expertin für die Region Naher Osten und Nordafrika bei Amnesty International in Deutschland
Ein sattgrünes Fußballfeld, auf dem zwei Menschen den Rasen mähen. In der Mitte ist eine Illustration eingefügt: Auf einem gelben Kreis eine schwarze Trillerpfeife und auf einem schwarzen Kreis eine weiße Kerze.

Zwei Arbeitsmigrant*innen im Fußball-Stadion "Al Bayt" in Doha in Katar. Hier wird die Fußball-WM 2022 unter anderem stattfinden.

FORDERUNGEN AN DIE FIFA UND AN KATAR:

  • Arbeitsmigrant*innen deren Menschenrechte im direkten Zusammenhang mit der Fußball-WM verletzt wurden, zu entschädigen.

  • Ihrer Verantwortung für Menschenrechtsverletzungen in Katar gerecht zu werden.

  • Die Einrichtung eines Zentrums für Arbeitsmigrant*innen, in dem sie sich u.a. über ihre Rechte informieren können, zu ermöglichen und zu unterstützen.

WM KATAR 2022: AUSBEUTUNG STOPPEN!

Das Bild zeigt mehrere Personen, die in Arbeitskleidung in einem Bus sitzen

Arbeitsmigrant*innen, die auf der Baustelle des al-Wakrah-Fußballstadions in Katar arbeiteten (Archivbild).

All unsere Träume platzten mit dem Tod meines Bruders. Er hatte gehofft, den Lebensstandard für uns alle zu verbessern, doch der Großteil seines Lohns ging für die Rückzahlung der Vermittlergebühren drauf.

Didarul
Islam
Bruder des 34-jährigen Mohammad Kaochar Khan aus Bangladesch, der am 15. November 2017 in Katar tot in seinem Bett aufgefunden wurde

UNBEZAHLTE LÖHNE, UNGEKLÄRTE TODESFÄLLE, ZWANGSARBEIT

Männer liegen auf drei Stockbetten aus Metall. Diverse Kleidungsstücke hängen an den Wänden und an den Betten.

Unbezahlte Löhne

Lohndiebstahl ist eine der gängigsten Ausbeutungsformen. Amnesty International hat tausende Fälle dokumentiert, in denen Arbeiter*innen monate- oder gar jahrelang gar nicht bezahlt oder unterbezahlt wurden – dies betraf sowohl den Lohn als auch andere Leistungen. In vielen Fällen mussten Arbeiter*innen teure und illegale Gebühren an die Arbeitsagenturen zahlen, die sie nach Katar vermittelten, wofür sie oft hochverzinste Darlehen aufnahmen. Aus diesem Grund können Verzögerungen bei der Lohnauszahlung verheerend sein, insbesondere für Arbeiter*innen, die nicht nur sich selbst, sondern auch eine Familie in ihrem Heimatland versorgen.

Ein Sarg, auf den mit Handschrift etwas geschrieben ist. Es ist der Sarg eines Arbeitsmigranten aus Nepal, der bei den Arbeiten in Katar für die Fußball-WM 2022 gestorben ist.

Ungeklärte Todesfälle unter Arbeitsmigrant*innen

Seit 2010 sind in Katar Tausende Arbeitsmigrant*innen plötzlich und unvermittelt gestorben, obwohl sie vor ihrer Einreise ärztlich untersucht worden waren. Trotz vorliegender Belege für einen Zusammenhang zwischen unvermittelten Todesfällen und unsicheren Arbeitsbedingungen haben die katarischen Behörden die Ursachen für diese Todesfälle bisher nicht untersucht. Folglich erfahren die trauernden Familien nie, was wirklich mit ihren Angehörigen geschehen ist, und haben keine Möglichkeit, von den Arbeitgeber*innen oder den Behörden eine Entschädigung zu erhalten.

In einem dunklen Raum, in dem Wäscheleinen mit Wäsche hängen, schaut ein Mann mit dem Rücken zum Fotografen stehend aus dem Fenster. Das Foto wurde in einer Unterkunft für Arbeitsmigrant*innen in Katar aufgenommen, die dort für die WM Katar 2022 arbeiten.

Zwangsarbeit

In vielen Fällen müssen Arbeitsmigrant*innen übermäßig lange arbeiten ohne dass ihnen Pausen oder freie Tage gewährt werden. Mitunter arbeiten Arbeiter*innen wochen-, monate- oder sogar jahrelang ohne einen freien Tag. Wenn sie ohne Erlaubnis des Arbeitgebers einen freien Tag oder einen Krankheitstag nehmen, drohen ihnen erhebliche Lohnkürzungen, die dem Gehalt von bis zu 15 Arbeitstagen entsprechen können. Hierbei kann es sich unter Umständen um Zwangsarbeit handeln, wie sie von der Internationalen Arbeitsorganisation definiert ist.

Das Bild besteht aus drei Teilen, die jeweils durch Risse voneinander getrennt sind. Links ein Arbeiter in blauem An

Arbeitsmigrant*innen bauen alles für die Fußball-WM auf, die vom 21. November bis zum 18. Dezember in Katar stattfindet.

Katar gab mehr als 200 Mrd. US-Dollar für die Weltmeisterschaft aus.

Die FIFA wird mindestens 6 Mrd. US-Dollar daran verdienen.

Die FIFA sollte mindestens eine Summe im Wert des Weltmeisterschafts-Preisgeldes – 440 Mio. US-Dollar – bereitstellen, um Arbeiter*innen zu entschädigen.

REFORMVERSPRECHEN: MOGELPACKUNGEN IM VORFELD DER WM KATAR 2022

An einer Garderobenleiste und an Nägeln hängen an einer Wand blaue Arbeitsanzüge und eine gelbe Schutzweste.

Uniformen hängen im Al-Wakrah-Lager, in dem die Mehrheit der Arbeiter des Khalifa-Stadions untergebracht war, die von Amnesty International im Mai 2015 befragt wurden.

Auf dem Papier wurden Veränderungen festgelegt, aber in der Praxis hat sich nichts geändert... es ist immer noch furchtbar.

Jacob
ein Arbeitsmigrant aus Kenia
Das Bild ist zweigeteilt, in der Mitte ist ein Riss, auf der linken Seite eine große Baustelle mit Baustellenfahrzeugen, auf der rechten Seite ist von oben ein Holzsarg zu sehen, der von vielen Menschen umgeben ist.

Todesfälle von Arbeitsmigrant*innen, die auf den Baustellen für die Fußball-WM 2022 gearbeitet haben, bleiben ungeklärt.

FIFA UND CO: SPORTVERBÄNDE MÜSSEN AUCH LANGFRISTIG UMDENKEN!

Es war bereits bei der Vergabe der WM an Katar im Jahr 2010 offensichtlich, dass Katar für eine globale Veranstaltung dieser Größenordnung gewaltige Ressourcen aufbringen und unzählige Menschen beschäftigen müsse, um für Fußballfans aus der ganzen Welt neue Stadien, Straßen, Hotels und weitere Einrichtungen zu bauen. Auch der FIFA.

Da die Erwerbsbevölkerung des Landes zu mehr als 90 Prozent aus Arbeitsmigrant*innen besteht, lag ebenfalls auf der Hand, dass eben diese Menschen auch zum Großteil die WM-Bauprojekte und weitere mit der WM in direktem Zusammenhang stehende Arbeiten stemmen würden.

Die desolate Menschenrechtslage von Arbeitsmigrant*innen war zu diesem Zeitpunkt bereits bekannt – auch der FIFA. Trotzdem hat die FIFA die WM an Katar vergeben, ohne Bedingungen und Standards für die Einhaltung der Menschenrechte festzuschreiben. Darin zeigt sich auch ein systemisches Problem: Menschenrechte werden im Sport regelmäßig anderen Erwägungen untergeordnet. Das ist nicht akzeptabel. Die Entscheidung über die Vergabe internationaler Sport-Großereignisse muss verbindlich an menschenrechtliche Standards gebunden sein. Mit der Kampagne fordern wir als nachhaltiges Erbe der WM Entschädigungszahlungen für Arbeitsmigrant*innen. Diese wären nicht nur eine wichtige Verbesserung für die Arbeitsmigrant*innen, sondern ein wegweisender Präzedenzfall im internationalen Profi-Fußball. Darüber hinaus muss es aber auch einen institutionellen Wandel bei den Fußballverbänden geben. Dieser hat Strahlkraft auf andere Sportverbände und verbessert insgesamt die Achtung der Menschenrechte im Kontext großer Sportveranstaltungen.

 

Lade hier unsere Berichte über die Menschenrechtssituation in Katar herunter:

Im Hintergrund ein Stadion, im Vordergrund eine sandig-steinige Baustelle und einzelne Bauarbeiter in blauen Anzügen und orangefarbenen Westen.

Arbeiter auf der Baustelle des Lusail Iconic Stadium, einer Austragungsort der Fußballspiele der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2022.