Aktivistin außer Gefahr

Ergebnis dieser Urgent Action

Die junge syrische Aktivistin Hanadi Zahlout wurde vor Gericht gestellt und darf nun regelmäßigen Kontakt zu ihrer Familie sowie ihrem Rechtsbeistand aufnehmen. Sie wurde seit ihrer Festnahme am 4. August ohne Kontakt zur Außenwelt in geheimer Haft gehalten. Berichten zufolge droht ihr keine Folter mehr.

Syrische Protestierende: "Systematisch überwacht und belästigt"

Syrische Protestierende: "Systematisch überwacht und belästigt"

Die junge syrische Aktivistin Hanadi Zahlout wurde vor Gericht gestellt und darf nun regelmäßigen Kontakt zu ihrer Familie sowie ihrem Rechtsbeistand aufnehmen. Sie wurde seit ihrer Festnahme am 4. August ohne Kontakt zur Außenwelt in geheimer Haft gehalten. Berichten zufolge droht ihr keine Folter mehr.

Sachlage

Hanadi Zahlout wurde am 4. Oktober einem Ermittlungsrichter vorgeführt, nachdem sie am 4. August in einem Café in Damaskus festgenommen worden war. Am Tag vor ihrem Gerichtstermin wurde sie von einer Einrichtung der Politischen Sicherheit in al-Fayha in Damaskus, wo sie seit ihrer Inhaftierung festgehalten wurde, in das 'Adra-Gefängnis nordöstlich von Damaskus verlegt.

Amnesty International wurde darüber informiert, dass gegen sie sowie auch gegen sechs weitere AktivistInnen, darunter auch der am 23. Juli aus Damaskus verschwundene Filmemacher Shady Abu Fakher, Anklagepunkte erhoben wurden. Allen sieben werden Anklagen in Verbindung mit der Anstiftung zu Protesten und dem Kontakt zu anderen bekannten AktivistInnen sowie Mitgliedern einer geheimen Organisation vorgeworfen. Eine Kontaktperson teilte Amnesty International mit, dass ihre Rechtsbeistände am 11. Oktober einen Antrag auf Freilassung gestellt hätten, der aber vom Gericht abgelehnt wurde.

Hanadi Zahlout darf derzeit regelmäßig Kontakt zu ihrer Familie und ihrem Rechtsbeistand aufnehmen und Amnesty International wurde mitgeteilt, dass sie während ihrer Haft nicht gefoltert wurde. Allerdings informierte man Amnesty International auch darüber, dass die Gefangene am 6. Oktober während des Transports vom Gerichtssaal zum Gefängnis von einer Frau, die dem Vernehmen nach eine regimefreundliche Anwältin ist, geschlagen worden sei. Hanadi Zahlouts Rechtsbeistände werden diesbezüglich eine Beschwerde einreichen, aber sie gehen nicht davon aus, dass die Gefangene sich in Gefahr befindet.

Hanadi Zahlout, geboren 1982, ist eine Frauenrechtlerin und Mitglied des Local Coordination Committees (LCC), einem Netzwerk aus verschiedenen Komitees, die Proteste organisieren. In der Zeit seit ihrer Festnahme am 4. August bis zu ihrem Gerichtstermin im Oktober wurde sie ohne Kontakt zur Außenwelt in geheimer Haft gehalten. Deshalb glaubte man, dass ihr Folter drohte oder sie Opfer des Verschwindenlassens geworden war.

Amnesty International befürchtet, dass sie möglicherweise nur aufgrund der Tatsache festgenommen wurde, dass sie in friedlicher Weise von ihren Rechten auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit Gebrauch gemacht hat und wird daher das Gerichtsverfahren weiterhin verfolgen.

Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind derzeit nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben und sich für Hanadi Zahlout eingesetzt haben.