Indigene in Lebensgefahr

Amnesty Peru

Amnesty Peru

Vier Sprecher der indigenen Gemeinschaft der Asháninka sind im peruanischen Amazonasgebiet vermutlich von illegalen Holzfällern getötet worden. Man geht von einem Vergeltungsschlag aus, weil sich die Männer gegen die illegalen Rodungen auf ihrem angestammten Land gewehrt haben. Ihre Familien und weitere Angehörige der Gemeinschaft sind in Gefahr.

Appell an:

GENERALSTAATSANWALT
Dr. Carlos Américo Ramos Heredia
Fiscalía de la Nación, Ministerio Público
Av. Abancay cdra 5 s/n
Lima
Perú
(Anrede: Estimado Sr. Fiscal de la Nación / Dear Attorney General / Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt)
Fax: (00 511) 4271792
E-Mail: ministeriopublico@mpfn.gob.pe

INNENMINISTER
Gral. EP (r) Daniel Belizario Urresti Elera
Ministerio del Interior
Plaza 30 de Agosto s/n Urb. Corpac
San Isidro
Lima
PERU
(Anrede: Estimado Sr. Ministro / Dear Minister / Sehr geehrter Herr Minister)
E-Mail: dm@mininter.gob.pe
sg@mininter.gob.pe

Sende eine Kopie an:

BOTSCHAFT DER REPUBLIK PERU
S. E. Herrn José Antonio Meier Espinosa
Mohrenstr. 42
10117 Berlin
Fax: 030-2064 1077
E-Mail: info@embaperu.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 23. Oktober 2014 keine Appelle mehr zu verschicken.

Amnesty fordert:

FAXE, E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Bitte leiten Sie eine umfassende, unabhängige und unparteiische Untersuchung der Tötung von Edwin Chota Valera, Jorge Ríos Pérez, Leoncio Quinticima Meléndez und Francisco Pinedo ein, veröffentlichen Sie die Ergebnisse und stellen Sie die Verantwortlichen vor Gericht.

  • Bitte sorgen Sie dafür, dass sowohl für die Angehörigen der indigenen Gemeinschaft der Asháninka aus Alto Tamaya Saweto als auch für andere Gemeinschaften in der Region Ucayali, denen Angriffe durch illegale Holzfäller drohen könnten, in Absprache mit ihnen umfassende Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Calling on the authorities to carry out an independent, thorough and impartial investigation into the killing of Edwin Chota Valera, Jorge Ríos Pérez, Leoncio Quinticima Meléndez and Francisco Pinedo, make the results public and ensure those responsible are brought to justice.

  • Urging them to ensure that full protection is provided to the members of the Alto Tamaya-Saweto community, as well as other communities at risk of attack by illegal loggers in the Ucayali region, in accordance with their wishes.

Sachlage

Am 1. September wurden die Indigenensprecher Edwin Chota Valera, Jorge Ríos Pérez, Leoncio Quinticima Meléndez und Francisco Pinedo getötet. Sie waren gerade aus der Region Ucayali im peruanischen Amazonasgebiet unterwegs nach Brasilien, wo sie auf einem Treffen über Möglichkeiten zur Bekämpfung des illegalen Holzeinschlags auf ihrem Land sprechen wollten. Bei den Männern handelte es sich um Angehörige der indigenen Gemeinschaft der Asháninka aus Alto Tamaya Saweto in der Region Ucayali nahe der brasilianischen Grenze. Man vermutet, dass sie von illegalen Holzfällern getötet wurden.

Edwin Chota Valera war ein angesehener Sprecher der Asháninka-Gemeinschaft, der sich dafür einsetzte, dass die Gemeinschaft für ihr angestammtes Land die nötigen Landtitel erhält. Er ist Mitglied der regionalen Organisation Organización Regional Aidesep Ucayali (ORAU), deren Angaben zufolge er am 3. Juni mit einigen weiteren Vertreter_innen der Gemeinschaft nach Lima gereist war. Dort hatte er dem Präsidenten des Ministerrats (Presidencia de Consejo de Ministros) einen Brief überreicht, in dem er auf die Probleme aufmerksam machte, denen die Asháninka aus Alto Tamaya Saweto ausgesetzt sind, weil sie nicht über die Landtitel für ihr angestammtes Land verfügen. So machte Edwin Chota Valera unter anderem auch darauf aufmerksam, dass die Gemeinschaft bereits mehrfach Morddrohungen von illegalen Holzfällern erhalten hat, und forderte von den Behörden angemessene Maßnahmen zu ihrem Schutz.

Die peruanische Vizeministerin für interkulturelle Angelegenheiten hält sich derzeit in der Stadt Pucallpa in der Region Ucayali auf, um die Reaktion der staatlichen Behörden auf die Tötungen zu koordinieren. Die Polizei ist damit beauftragt worden, die Leichen zu bergen und die Tötungen zu untersuchen. Die Angehörigen der Asháninka-Gemeinschaft verlangen, dass umgehend Schutzmaßnahmen eingeleitet werden und nach langfristigen Lösungen für die unsichere Situation gesucht wird, der sie nun schon seit Längerem ausgesetzt sind.