Menschenrechtler lebt

Ergebnis dieser Urgent Action

Der Menschenrechtsverteidiger Wahid Baloch ist vier Monate, nachdem die Staatssicherheitsbehörden ihn mutmaßlich in Karatschi „verschwinden“ ließen, freigelassen worden. Während der ganzen Zeit erhielt seine Familie keinerlei Informationen zu seinem Verbleib.

Pakistanische Aktivisten gegen Folter, Juni 2015

Pakistanische Aktivisten gegen Folter, Juni 2015

Der Menschenrechtsverteidiger Wahid Baloch ist vier Monate, nachdem die Staatssicherheitsbehörden ihn mutmaßlich in Karatschi „verschwinden“ ließen, freigelassen worden. Während der ganzen Zeit erhielt seine Familie keinerlei Informationen zu seinem Verbleib.

Sachlage

Der Menschenrechtsverteidiger, politische Aktivist und ethnische Belutsche Wahid Baloch konnte am 5. Dezember endlich zu seiner Familie zurückkehren. Er war mehr als vier Monate zuvor am Nachmittag des 26. Juli von maskierten Männern in Zivil an einer Mautstelle außerhalb von Karatschi verschleppt worden.

Seine Familie berichtete, dass er am Morgen des 5. Dezember in Malir, 30 Kilometer westlich von Karatschi abgesetzt wurde, und es ihm dann gelang, ein Taxi nach Hause in Lyari zu nehmen. Wahid Baloch äußerte sich in einer Nachrichtensendung nicht näher zu seiner Entführung, dankte jedoch Menschenrechtsorganisationen, dass sie sich für ihn eingesetzt hatten.

Nach Kenntnis von Amnesty International haben die pakistanischen Behörden keine umgehende und umfassende Untersuchung zu seinem „Verschwinden“ durchgeführt, obwohl den Staatssicherheitsbehörden schon seit langem Fälle von Verschwindenlassen von Belutsch_innen zur Last gelegt werden und dies bereits 2013 sowohl vom Ministerpräsidenten von Belutschistan als auch dem Obersten Gerichtshof von Pakistan bestätigt wurde.

Aktivist_innen, die sich für eine Ausweitung der Selbstbestimmung der belutschischen Bevölkerungsgruppe einsetzen oder Gerechtigkeit für Menschenrechtsverletzungen durch staatliche Akteur_innen fordern, werden von den pakistanischen Behörden als „staatsfeindlich“ betrachtet und besonders häufig zum Opfer solcher Menschenrechtsverletzungen. Die Entführung von Wahid Baloch passt zu einem Muster von Fällen des Verschwindenlassens von Personen, die der Gemeinschaft der ethnischen Belutsch_innen in der Provinz Belutschistan und in und um Karatschi in der angrenzenden Provinz Sindh angehören.

Weitere Aktionen des Eilaktionsnetzes sind derzeit nicht erforderlich. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben.