Älterer Herr in Lebensgefahr

Der 84-jährige Jeong Sang-un wurde von den chinesischen Behörden nach Nordkorea abgeschoben und befindet sich dort seither in einem Lager für politische Gefangene in Haft. Bei seiner Rückkehr nach Nordkorea war seine Gesundheit stark angegriffen. Das hohe Alter von Jeong Sang-un sowie die harten Haftbedingungen, die in dem Lager herrschen, bringen ihn in Lebensgefahr.

Appell an:

VERTRETER NORDKOREAS BEI DEN VEREINTEN NATIONEN IN GENF
So Se-pyong
Permanent Representative of DPRK
Mission in Geneva
Chemin de Plonjon 1
1207 Genf, SCHWEIZ
(korrekte Anrede: Dear Ambassador)
Fax: (0041) 22 786 06 62
E-Mail: mission.korea-dpr@ties.itu.int

VERTRETER NORDKOREAS BEI DEN VEREINTEN NATIONEN IN NEW YORK
SIN SON-HO
Office of the Permanent Mission of DPRK
820 Second Avenue, 13th Floor
New York, NY 10017, USA

Sende eine Kopie an:

PRÄSIDIUMSPRÄSIDENT DER OBERSTEN VOLKSVERSAMMLUNG
KIM Yong-nam,
President of the Presidium of the Supreme People's Assembly
Pyongyang, NORDKOREA
(korrekte Anrede: Dear Sir)
Fax: (00 850) 2 381 4410

BOTSCHAFT DER DEMOKRATISCHEN VOLKSREPUBLIK KOREA
S.E. Herrn Chang II Hong
Glinkastraße 5-7, 10117 Berlin
Fax: 030-226 519 29
E-Mail: info@dprkorea-emb.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Koreanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 30. September 2010 keine Appelle mehr zu verschicken.

PLEASE SEND APPEALS IMMEDIATELY:

  • Calling on the North Korean authorities to release Jeong Sang-un immediately;

  • Express concern that, given his age and poor health, continued detention in harsh prison camp conditions puts his life at risk;

  • Urging them, while he is in custody, to ensure that he is not tortured or otherwise ill-treated, and has access to all the food, medical treatment and medication he needs.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT DEN FOLGENDEN FORDERUNGEN:

  • Ich fordere die sofortige Freilassung von Jeong Sang-un;

  • ]Angesichts des hohen Alters von Jeon Sang-un und aufgrund seiner angegriffenen Gesundheit ist er in Lebensgefahr;

  • Bitte stellen Sie sicher, dass Jeong Sang-un weder gefoltert noch misshandelt wird, ausreichend Nahrung erhält und medizinisch angemessen versorgt wird.

Sachlage

Jeong Sang-un war während seines Arbeitslebens im Kohlebergbau tätig. Im Zuge des Korea-Kriegs 1950-1953 hatten ihn die Nordkoreaner gefangen genommen. Im September 2009 überquerte er aus nicht näher bekannten Gründen die Grenze zur Volksrepublik China. Die seit Beginn der 1990er Jahre in Nordkorea herrschende Nahrungsmittelknappheit hat dazu geführt, dass alljährlich mehrere tausend Nordkoreaner auf der Suche nach Nahrung die Grenze zu China überqueren und dort um Asyl nachsuchen. Jeong Sang-un wurde kurz nach seiner Ankunft in China von den Behörden der Provinz Jilin festgenommen und bis zu seiner Abschiebung im Februar 2010 ohne Gerichtsverfahren in Haft gehalten. Zum Zeitpunkt seiner Rückkehr war er gesundheitlich stark angegriffen und benötigte die Hilfe Dritter, um sich überhaupt fortbewegen zu können. Jeong Sang-un wurde unmittelbar nach seiner Ankunft in Nordkorea in das Lager für politische Gefangene (kwanlosi) nach Yodok in der Provinz Südhankyung gebracht.

Ehemalige Insassen des Lagers und ihre Familienangehörigen berichteten, dass dort ein Mangel an Nahrungsmitteln und Medikamenten herrscht und dass selbst geringfügige Verstöße gegen bestehende Vorschriften mit der Todesstrafe geahndet werden. Bei öffentlichen Hinrichtungen müssen die Insassen zugegen sein und zuschauen. Darüber hinaus sind in dem Lager Folterungen an der Tagesordnung. Die Gefangenen müssen unter gefährlichen Bedingungen und ohne angemessene Ruhepausen Zwangsarbeiten verrichten, was immer wieder zu Todesfällen führt.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Ungeachtet der damit verbundenen Gefahren überqueren alljährlich Tausende NordkoreanerInnen ohne offizielle Genehmigung die Grenze zur Volksrepublik China. Häufig werden sie dabei von den chinesischen Behörden aufgegriffen und gegen ihren Willen nach Nordkorea zurückgeführt. Dort drohen ihnen dann Haft, Verhöre und oftmals auch Folter. Sie müssen Zwangsarbeiten verrichten und werden in anderer Weise misshandelt. Einige werden hingerichtet. Die Haftbedingungen in den Lagern variieren. Die härtesten Bedingungen sind in den Lagern für politische Gefangene (kwanliso) anzutreffen, während in den Einrichtungen für gewöhnliche Strafgefangene (kyohwaso oder nodong danryundae) moderatere Bedingungen herrschen. Zwangsarbeit von oftmals zehn und mehr Stunden pro Tag ist jedoch in allen Einrichtungen an der Tagesordnung. Zu den Aufgaben, die verrichtet werden müssen, zählen in erster Linie das Abholzen von Wäldern und das Arbeiten in Steinbrüchen.