Drohende Folter

Die Sudanesin und Mitarbeiterin der gemeinsamen Mission von UNO und Afrikanischer Union in Darfur, Hawa Abdallah, wird seit dem 6. Mai ohne Kontakt zur Außenwelt in Haft gehalten. Sie wurde unter dem Vorwurf festgenommen, Kinder zu „christianisieren“ und mit einer bewaffneten Oppositionsgruppe in Verbindung zu stehen. Ihr drohen Folter und andere Misshandlungen.

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich fordere Sie nachdrücklich auf, Hawa Abdallah umgehend Zugang zu ihrer Familie, AnwältInnen ihrer Wahl und der möglicherweise erforderlichen medizinischen Behandlung zu ermöglichen.

  • Stellen Sie bitte sicher, dass Hawa Abdallah weder gefoltert noch in anderer Weise misshandelt wird, und man sie sofort und bedingungslos freilässt, sofern sie nicht einer international als Straftat anerkannten Handlung angeklagt wird.

  • Stellen Sie bitte sofort die Schikane und Einschüchterungsversuche gegen engagierte Menschen ein und respektieren Sie ihre Rechte auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Calling on the authorities to ensure immediately that Hawa Abdallah has access to a lawyer, her family and any medical treatment she may require.

  • Urging them to ensure that Hawa Abdhallah is not tortured or otherwise ill treated and that she is either charged with a recognizably criminal offence or released.

  • Calling on them to put an immediate stop to the harassment and intimidation of activists in Sudan and to respect their right to freedom of expression and peaceful assembly.

Sachlage

Hawa Abdallah wurde am 6. Mai von bewaffneten Angehörigen des Geheimdienstes „National Intelligence and Security Service“ (NISS) bei sich zuhause in dem Dorf Abu Shouk in Darfur festgenommen und anschließend in Al-Fashir, der Hauptstadt des Bundesstaates Norddarfur inhaftiert. Zwei Tage darauf brachte man sie in die Landeshauptstadt Khartum. Dort ist sie bis heute inhaftiert.

Hawa Abdallah arbeitet als Gemeindesprecherin und Übersetzerin für UNAMID in dem Binnenflüchtlingslager in Abu Shouk in Darfur. Auf der staatlichen Website erschien am 8. Mai ein Artikel, in dem Hawa Abdallah beschuldigt wurde, Kinder in Flüchtlingslagern „in großem Umfang zu christianisieren“ und mit einer bewaffneten Oppositionsgruppe in Darfur, Verbindungen zu unterhalten. In Artikel 126(1) des sudanesischen Strafgesetzbuchs von 1991 heißt es: „Wer die Abkehr vom Islam propagiert oder ihm mit Worten oder einer eindeutigen Handlung öffentlich abschwört, macht sich der Straftat Riddah (Apostasie) schuldig.“

Seit der Festnahme von Hawa Abdallah ist auf der staatseigenen Nachrichten-Website ein Foto von ihr zu sehen, auf dem sie einen ermüdeten Eindruck macht und aussieht, als hätte sie Prellungen. Das verstärkt die Sorge, dass sie Folter und andere Misshandlungen ausgesetzt sein könnte. Sie ist bislang keiner als Straftat erkennbarer Handlung angeklagt worden und der Zugang zu einem Rechtsbeistand und ihrer Familie wird ihr verweigert.

Auch VertreterInnen von UNAMID wurde unter Verstoß gegen das Truppenabkommen zwischen UNAMID und dem Sudan der Kontakt mit Hawa Abdallah verweigert. Das Abkommen verpflichtet die sudanesischen Behörden zur Zusammenarbeit mit der UNAMID in allen Strafrechtsverfahren, an denen MitarbeiterInnen von UNAMID beteiligt sind.

Im Jahr 2009 wurde Hawa Abdallah sechs Tage lang inhaftiert und Berichten zufolge vom NISS gefoltert, nachdem der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag einen Haftbefehl gegen Sudans Staatspräsidenten Al Bashir ausgestellt hatte.

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich fordere Sie nachdrücklich auf, Hawa Abdallah umgehend Zugang zu ihrer Familie, AnwältInnen ihrer Wahl und der möglicherweise erforderlichen medizinischen Behandlung zu ermöglichen.

  • Stellen Sie bitte sicher, dass Hawa Abdallah weder gefoltert noch in anderer Weise misshandelt wird, und man sie sofort und bedingungslos freilässt, sofern sie nicht einer international als Straftat anerkannten Handlung angeklagt wird.

  • Stellen Sie bitte sofort die Schikane und Einschüchterungsversuche gegen engagierte Menschen ein und respektieren Sie ihre Rechte auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit.

[APPELLE AN]

JUSTIZMINISTER
Mohammed Bushara Dousa
Ministry of Justice
PO Box 302, Al Nil Avenue
Khartoum
SUDAN
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 249) 183 764 168

INNENMINISTER
Ibrahim Mohamed Hamed
Ministry of Interior
PO Box 873
Khartoum
SUDAN
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)

KOPIEN AN
PRÄSIDENT
HE Omar Hassan Ahmad Al Bashir
Office of the President
People’s Palace PO Box 281
Khartoum
SUDAN
Fax: (00 249) 183 782 541

BOTSCHAFT DER REPUBLIK SUDAN
S. E. Herrn Baha’aldin Hanafi Mansour Waheesh
Kurfürstendamm 151
10709 Berlin
Fax: 030-8940 9693
E-Mail: poststelle@botschaftsudan.homepage.t-online.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 13. Juli 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

[HINTERGRUNDINFORMATIONEN (AUF ENGLISCH)]

In the last few months, Sudan’s police and NISS have arrested many Darfuris for protesting about issues including general living conditions and insecurity in Darfur. On 28 April, police and NISS arrested people who were holding peaceful protests about the distribution of food in the IDP camps, in North Darfur’s Al Salaam and Abu Shouk IDP camps. At least one child is believed to have been arrested and tortured. On 20 April, at least 100 people were arrested in protests at Nyala University, South Darfur.
The situation in Darfur has deteriorated significantly since December 2010, after the Sudanese government severed ties with the Sudan Liberation Army/Minni Minawi faction (SLA/MM), who signed the Darfur Peace Agreement in 2006. Ghovernment forces have carried out attacks in IDP camps and in towns in Darfur, causing thousands of civilians to flee the region. Humanitarian agencies are facing increasing restrictions on access to areas affected by the conflict.

The conflict in Darfur has been marked by large-scale violations of international human rights and humanitarian law. The UN estimates that the Darfur conflict has resulted in the displacement of more than 2.7 million people, with about 300,000 being killed, since 2003.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Calling on the authorities to ensure immediately that Hawa Abdallah has access to a lawyer, her family and any medical treatment she may require.

  • Urging them to ensure that Hawa Abdhallah is not tortured or otherwise ill treated and that she is either charged with a recognizably criminal offence or released.

  • Calling on them to put an immediate stop to the harassment and intimidation of activists in Sudan and to respect their right to freedom of expression and peaceful assembly.

Appell an:

JUSTIZMINISTER
Mohammed Bushara Dousa
Ministry of Justice
PO Box 302, Al Nil Avenue
Khartoum
SUDAN
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)
Fax: (00 249) 183 764 168

INNENMINISTER
Ibrahim Mohamed Hamed
Ministry of Interior
PO Box 873
Khartoum
SUDAN
(korrekte Anrede: Your Excellency / Exzellenz)

Sende eine Kopie an:

PRÄSIDENT
HE Omar Hassan Ahmad Al Bashir
Office of the President
People’s Palace PO Box 281
Khartoum
SUDAN
Fax: (00 249) 183 782 541

BOTSCHAFT DER REPUBLIK SUDAN
S. E. Herrn Baha’aldin Hanafi Mansour Waheesh
Kurfürstendamm 151
10709 Berlin
Fax: 030-8940 9693
E-Mail: poststelle@botschaftsudan.homepage.t-online.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Arabisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 13. Juli 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

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Sudan Urgent Action Frauen