Folter- und Tötungsgefahr

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Stellen Sie sicher, dass Manik vor Folter durch Angehörige der Polizeisondereinheit Rapid Action Battalion (RAB) oder andere Polizeikräfte geschützt wird.

  • Lassen Sie Manik unverzüglich und bedingungslos frei, sofern er nicht einer international als Straftat anerkannten Handlung angeklagt wird.

  • Ich fordere Sie außerdem auf, Manik und seine Familienangehörigen vor Einschüchterungen durch die RAB zu schützen, die darauf abzielen, dass die Betroffenen Stillschweigen über die Geschehnisse bewahren sollen.

  • Leiten Sie zudem umgehend eine umfassende, unabhängige und unparteiische Untersuchung des Todes von Shahid ein. Stellen Sie sicher, dass die Angehörigen der RAB bzw. anderer Polizeieinheiten, die die außergerichtliche Hinrichtung durchgeführt oder Menschenrechtsverletzungen an Shahid begangen haben, vor Gericht gestellt werden.

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Urging that Manik is not subjected to torture by the Rapid Action Battalion or other police personnel;

  • Urging that Manik is released immediately and unconditionally, unless he is charged with a recongnizably criminal offence;

  • Urging that Manik and members of his family are not intimidated by the Rapid Action Battalion to keep quiet about the alleged extrajudicial execution of Shahid;

  • Urging that a thorough, independent and impartial investigation is carried out into the death of Shahid, and any RAB or police personnel known to have committed extrajudicial execution, or other human rights violations against him, are brought to justice.

Sachlage

In Bangladesch drohen einem jungen Mann Folter und die außergerichtliche Hinrichtung. Der 20-jährige Manik war am 8. März festgenommen worden, als er seinen Familienangehörigen die Stelle zeigte, an der sein älterer Bruder Shahid am 12. Februar getötet worden war. Berichten zufolge wurde Shahid von Angehörigen der Sicherheitskräfte erschossen.

Am 7. Februar wurde Manik zusammen mit seinem 25-jährigen Bruder Shahid von Männern in Zivil in einem Fahrzeug der Sondereinheit der Polizei Rapid Action Battalion (RAB) in Gewahrsam genommen. Die Festnahmen ereigneten sich nördlich der Stadt Dhaka in Asholia (Zentral-Bangladesch). Manik wurde noch am selben Tag aus der Haft entlassen, sein Bruder Shahid jedoch weiter festgehalten. Als sich die Familienangehörigen der Geschwister bei der Polizeiwache über den Verbleib Shahids erkundigten, bestritten die PolizeibeamtInnen, dass er sich jemals in ihrem Gewahrsam befunden habe.

Am 12. Februar hörten AnwohnerInnen im Dhakaer Stadtteil Bhashantek gegen fünf Uhr morgens Schüsse und beobachteten wie PolizeibeamtInnen und Angehörige der RAB Shahid wegtrugen. Die Mutter der Geschwister hastete daraufhin zum Krankenhaus der medizinischen Hochschule in Dhaka. Als sie dort eintraf, war ihr Sohn bereits seinen Schusswunden erlegen. Die Polizeibeamtinnen behaupteten, dass Shahid ein gefährlicher Krimineller gewesen und bei einem „Schusswechsel“ mit der RAB getötet worden sei. Die Familie weist diese Behauptungen zurück. Ihnen zufolge befand sich Shahid in Polizeigewahrsam, als auf ihn geschossen wurde.

Angehörige der RAB wiesen die Familie an, über die Geschehnisse Stillschweigen zu bewahren. Als einziger Zeuge der Festnahme seines Bruders ist Manik besonderem Druck durch die Polizei ausgesetzt. Die Polizei hat ihn am 8. März erneut festgenommen, offenbar will sie damit die Familie dazu bringen, ihre Anweisung zu befolgen. Zudem soll Manik bei der zweiten Festnahme am 8. März von PolizeibeamtInnen geschlagen worden sein. Nähere Einzelheiten sind hierzu allerdings nicht bekannt.

Derzeit wird Manik im Zentralgefängnis von Dhaka festgehalten; allerdings ist es wahrscheinlich, dass er bald MitarbeiterInnen der RAB übergeben werden wird. Dort würde ihm Folter und möglicherweise auch die außergerichtliche Hinrichtung drohen.

[EMPFOHLENE AKTIONEN]

SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS, FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Stellen Sie sicher, dass Manik vor Folter durch Angehörige der Polizeisondereinheit Rapid Action Battalion (RAB) oder andere Polizeikräfte geschützt wird.

  • Lassen Sie Manik unverzüglich und bedingungslos frei, sofern er nicht einer international als Straftat anerkannten Handlung angeklagt wird.

  • Ich fordere Sie außerdem auf, Manik und seine Familienangehörigen vor Einschüchterungen durch die RAB zu schützen, die darauf abzielen, dass die Betroffenen Stillschweigen über die Geschehnisse bewahren sollen.

  • Leiten Sie zudem umgehend eine umfassende, unabhängige und unparteiische Untersuchung des Todes von Shahid ein. Stellen Sie sicher, dass die Angehörigen der RAB bzw. anderer Polizeieinheiten, die die außergerichtliche Hinrichtung durchgeführt oder Menschenrechtsverletzungen an Shahid begangen haben, vor Gericht gestellt werden.

[APPELLE AN]

STAATSSEKRETÄR IM INNENMINISTERIUM
Abdus Sobhan Sikder
Ministry of Home Affairs
Dhaka – 1000
BANGLADESCH
(korrekte Anrede: Dear Home Secretary)
Fax: (00 88) 02 716 4788
E-Mail: sobhansikder@yahoo.com

INNENMINISTER
Advocate Shahara Khatun
Ministry of Home Affairs
Bangladesh Secretariat
Dhaka – 1000
BANGLADESCH
(korrekte Anrede: Dear Home Minister)
Fax: (00 88) 02 7169 667 oder
(00 88) 02 7171 611

KOPIEN AN
POLIZEIPRÄSIDENT
Hassan Mahmood Khandker
Police Headquarters
Pheonix Road
Dhaka – 1000
BANGLADESCH
Fax: (00 88) 02 712 5840
E-Mail: ig@police.gov.bd

Botschaft der Volksrepublik Bangladesch
S.E. Herrn Mosud Mannan
Dovestraße 1, 5. Etage
10587 Berlin
Fax: 030-3989 7510
E-Mail: info@bangladeshembassy.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 26. April 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Appell an:

STAATSSEKRETÄR IM INNENMINISTERIUM
Abdus Sobhan Sikder
Ministry of Home Affairs
Dhaka – 1000
BANGLADESCH
(korrekte Anrede: Dear Home Secretary)
Fax: (00 88) 02 716 4788
E-Mail: sobhansikder@yahoo.com

INNENMINISTER
Advocate Shahara Khatun
Ministry of Home Affairs
Bangladesh Secretariat
Dhaka – 1000
BANGLADESCH
(korrekte Anrede: Dear Home Minister)
Fax: (00 88) 02 7169 667 oder
(00 88) 02 7171 611

Sende eine Kopie an:

POLIZEIPRÄSIDENT
Hassan Mahmood Khandker
Police Headquarters
Pheonix Road
Dhaka – 1000
BANGLADESCH
Fax: (00 88) 02 712 5840
E-Mail: ig@police.gov.bd

Botschaft der Volksrepublik Bangladesch
S.E. Herrn Mosud Mannan
Dovestraße 1, 5. Etage
10587 Berlin
Fax: 030-3989 7510
E-Mail: info@bangladeshembassy.de

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 26. April 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Am Tag der Festnahme der beiden Brüder, dem 7. Februar, hatte Manik, der als Taxifahrer arbeitet, von seiner Mutter, einer Hausangestellten, 500 Taka (etwa 5 Euro) erhalten, die er seinem Bruder geben wollte. Als sich die beiden Brüder in Asholia trafen und Manik Shahid gerade das Geld geben wollte, näherten sich ihnen drei Männer in Zivil. Die Brüder versuchten wegzulaufen, wurden aber von den Männern daran gehindert und in ein Auto gestoßen. In dem Fahrzeug sah Manik eine Kennzeichnung auf der „RAB-4“ zu lesen war.

Den Brüdern wurden die Augen verbunden und man befahl ihnen, nicht miteinander zu sprechen. Nach etwa zehn Stunden wurde Shahid weggebracht. Zu Manik sagten die Männer, dass sein älterer Bruder freigelassen werden würde. Manik selbst brachten sie zu einer nahegelegenen Polizeiwache, wo die Männer die dortigen PolizeibeamtInnen zunächst aufforderten, eine Anzeige gegen ihn aufzunehmen, anschließend ihre Meinung jedoch änderten und mit Manik in eine verlassene Gegend fuhren. Dort befahlen sie ihm, auszusteigen und seine Augenbinde nicht zu entfernen. Manik blieb dort, bis einige PassantInnen ihm halfen, nach Hause zurückzukehren.

Nachdem er seiner Familie von den Geschehnissen berichtet hatte, gingen die Familienmitglieder der beiden Brüder zu der Polizeiwache. Die PolizeibeamtInnen bestritten, dass er sich jemals in ihrem Gewahrsam befunden hatte. Bis zum 12. Februar wusste die Familie nicht, wo sich Shahid aufhielt.

Die RAB ist eine im Jahr 2004 gegründete Einheit zur Bekämpfung von Kriminalität und Terrorismus, die sich aus Militärangehörigen und PolizeibeamtInnen zusammensetzt. Seit ihrer Gründung wurden über 600 Menschen bei Einsätzen der RAB getötet. Ein Großteil der Personen starb im Gewahrsam der RAB. Die Behörden berichten allerdings regelmäßig, dass die Betroffenen bei „Kreuzfeuern“, „Schusswechseln“ mit der Polizei oder „Schießereien“ getötet worden seien.