Morddrohungen

Der in seiner Gemeinde aktive Menschenrechtsanwalt Hector Berríos aus dem Departement Cabañas hat am 23. Januar telefonische Morddrohungen erhalten. Amnesty International geht davon aus, dass er wegen seines menschenrechtlichen Engagements zur Zielscheibe geworden ist.

Appell an:

GENERALSTAATSANWALT
Lic. Romeo Benjamín Barahona Meléndez
Fiscal General de la República
Fiscalía General de la República
Final 4ª Calle Oriente y 19ª Avenida Sur
Residencial Primavera, Santa Tecla, La Libertad,
San Salvador
EL SALVADOR
(korrekte Anrede: Dear Attorney General/Estimado Sr. Fiscal General)
Fax: (00 503) 2523 7409

LEITER DER MENSCHENRECHTSABTEILUNG IM AUßENMINISTERIUM
David Morales
Director General de Derechos Humanos
Ministerio de Relaciones Exteriores de El Salvador - Calle El Pedregal, Blvd. Cancillería. Ciudad Merliot, Antiguo Cuscatlan El Salvador
EL SALVADOR
Fax: (00 503) 2231 1152
(korrekte Anrede: Estimado Director/ Dear Director)

Sende eine Kopie an:

BOTSCHAFT DER REPUBLIK EL SALVADOR
I.E. Anita Cristina Escher Echeverria
Joachim-Karnatz-Allee 47 / Ecke Paulstraße,

  1. Obergeschoss
    10557 Berlin
    Fax: 030-2248 8244
    E-Mail: embasalvarfa@googlemail.com oder congenalemania@googlemail.com

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 9. März 2011 keine Appelle mehr zu verschicken.

PLEASE SEND APPEALS IMMEDIATELY

  • Urging that the authorities take immediate steps to fully comply with the IACHR order of 7 October 2009. The form of protection provided to Hector Berríos must be agreed with him and reflect his own wishes.

  • Calling for an independent, thorough and impartial investigation into the threats against Hector Berríos, with the results made public and those responsible brought to justice

Amnesty fordert:

SCHREIBEN SIE BITTE FAXE ODER LUFTPOSTBRIEFE MIT FOLGENDEN FORDERUNGEN

  • Ich möchte Sie mit Nachdruck auffordern, die Anordnungen der Interamerikanischen Menschenrechtskommission vom 7. Oktober 2009 in Absprache mit Hector Berríos zu befolgen.

  • Führen Sie bitte umgehend eine unabhängige, umfassende und unparteiische Untersuchung der Drohungen gegen Hector Berríos durch, veröffentlichen Sie die Ergebnisse und stellen sie die dafür Verantwortlichen vor Gericht.

Sachlage

Am 23. Januar um 12:20 Uhr erhielt Hector Berríos auf seinem Festnetzanschluss einen Anruf von einem Unbekannten, der behauptete, ein Freund zu sein und fragte, wo sich Hector Berríos befinde. Etwa eine Minute später rief derselbe Mann den Menschenrechtsanwalt erneut an, diesmal auf seinem Mobiltelefon, und sagte, man habe sie sehr gut bezahlt, um ihn oder ein Mitglied seiner Familie zu töten: „Man hat uns sehr viel Geld gegeben, um dich umzubringen, dich oder jemanden aus deiner Familie.“ Der Anrufer fuhr fort: „Wir haben dich in San Isidro und Mejicanos beobachtet, wir sind nah an dir dran, wir wissen, dass du für die Leute arbeitest.“ Dann machte der Unbekannte Hector Berríos ein Angebot: Wenn Hector seine Tätigkeit einstelle, würden sie ihn nicht töten. An diesem Punkt beendete Hector Berríos das Gespräch.

Am Vortag, dem 22. Januar, hatte Hector Berríos ab 22 Uhr bereits zehn anonyme Anrufe erhalten.

Hector Berríos lokales Engagement gegen Bergbauprojekte und Straflosigkeit sowie die anwaltliche Vertretung von Menschenrechtsaktivist_innen hat schon in der Vergangenheit Drohungen und Einschüchterungen nach sich gezogen. Am 7. Oktober 2009 entschied die Interamerikanische Menschenrechtskommission daher, dass El Salvador Schutzmaßnahmen für Hector Berríos ergreifen müsse. Doch trotz des Urteils wird Hector Berríos bislang nicht ausreichend geschützt und befindet sich in Gefahr.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Amnesty International hat 2009 aufgrund der Lage von Menschenrechtsverteidiger_innen im Departement Cabañas bereits eine Urgent Action (Eilaktion) gestartet (UA-223/2009) und 2010 eine weitere Information dazu veröffentlicht.

Der Umweltschützer Gustavo Marcelo Rivera wurde am 30. Juni 2009 getötet. Im August des selben Jahres überlebte sein Bruder, der Gemeindesprecher Ramiro Rivera, der sich gegen Bergbauprojekte in der Gegend und gegen die Straflosigkeit im Fall seines Bruders wehrte, einen gegen ihn gerichteten Anschlag. Am 20. Dezember 2009 starb Ramiro Rivera bei einem weiteren Angriff auf ihn. Im August 2009 wurde Héctor Antonio Garcia Berríos von einem ihm bekannten Mann gewarnt, dass sie in Lebensgefahr seien, falls er und Ramiro Rivera weiter für Gerechtigkeit im Mordfall Gustavo Marcelo Rivera eintreten sollten (Näheres s. UA-223/2009).

Am 26. Dezember 2009 wurde eine weitere Angehörige der lokalen Umweltschutzorganisation Comité Ambiental de Cabañas getötet. Die im achten Monat schwangere Dora Alicia Recinos Sorto wurde erschossen, ihr zweijähriges Kind verwundet. (UA-223/2009-1, 4. Januar 2010)