Sektion der Bundesrepublik Deutschland

Länderbericht

Die „verschwundenen“ Kinder und ihre Familien verdienen Gerechtigkeit

Übersetzung der Koordinationsgruppe El Salvador

Verbindlich ist das Original: El Salvador: Las niñas y niños “desaparecidos” y sus familias merecen justicia



EL SALVADOR: Die „verschwundenen“ Kinder und ihre Familien verdienen Gerechtigkeit

El Salvador schuldet den während des bewaffneten Konfliktes “verschwundenen” Kindern und ihren Familien bis heute Gerechtigkeit.



Am kommenden 29. März, dem Tag der “verschwundenen” Kinder, fordert amnesty international erneut vom salvadorianischen Staat, seine Verpflichtungen zu erfüllen, die in dem Grundsatzurteil und den daraus hervorgehenden Empfehlungen des Interamerikanischen Gerichtshofes für Menschenrechte im Fall der Schwestern Serrano Cruz festgehalten sind.



Auch drei Jahre nach dem Urteil sind wesentliche Punkte daraus noch nicht erfüllt worden. Die salvadorianischen Behörden haben weder die Verantwortlichen für das “Verschwinden” der Schwestern Serrano Cruz festgestellt noch eine ernsthafte und effektive Suche nach den Opfern aufgenommen. “Der Generalstaatsanwalt, der Präsident der Republik und andere Behörden müssen alle ihnen zur Verfügung stehenden Maßnahmen ergreifen, um die Untersuchungen zu ermöglichen”, sagt amnesty international.



Seit ihrer Gründung im Jahr 2004 weist die Interinstitutionelle Kommission zur Suche nach Kindern, die während des bewaffneten Konfliktes verschwunden sind (Comisión Interinstitucional de Búsqueda de Niños y Niñas Desaparecidos a consecuencia del Conflicto Armado de El Salvador) bisher eine dürftige und unbefriedigende Bilanz auf. Die Kommission erklärt, sie habe nur etwa 30 Fälle aufklären können, bei denen es sich in der Mehrzahl nicht um erzwungenes Verschwinden handelt.



Mehr als 700 Kinder sind Berichten zufolge während des internen bewaffneten Konfliktes in El Salvador (1980 – 1992) “verschwunden”. Dank der Bemühungen von Organisationen der Zivilgesellschaft konnten mehr als 300 von ihnen gefunden werden. Dennoch möchte amnesty international heute betonen, dass die Aufgabe, diese Kinder zu finden, vor allem eine staatliche Verpflichtung ist.