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Niemand darf "verschwinden"!

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Auf der Straße entführt, zu Hause abgeholt, während einer Demonstration festgenommen. Wahrscheinlich gefoltert. Keine Angaben über den Verbleib. Für immer verschwunden?

Weltweit lassen repressive Regimes ihre politischen Gegner "verschwinden". Amnesty International verurteilt dieses Vorgehen als besonders schwere Menschenrechtsverletzung.

Von "Verschwindenlassen" spricht man, wenn Sicherheitskräfte Menschen gefangen nehmen oder entführen, die Festnahme aber nicht bestätigen oder Informationen über den Verbleib des Opfers verweigern. Vor allem Oppositionelle werden so von einem Tag auf den anderen aus ihrer Umgebung gerissen und müssen in der Folge um ihr Leben fürchten, werden gefoltert. Die Täter bleiben meist straffrei, und nicht selten bleibt das Schicksal der "Verschwundenen" für immer ungeklärt. Diese schreckliche Ungewissheit ist gerade für Familie und Freunde besonders belastend: Was ist mit dem Ehemann, der Tochter oder dem Freund passiert?

Schon während des deutschen Faschismus sind Menschen Opfer von "Verschwindenlassen" geworden. Seither nutzen viele Regimes diese Form der Repression. In den 1970er- und 1980er-Jahren ließen lateinamerikanische Militärdiktaturen regelmäßig politische Gegner verschwinden. Amnesty International hat zudem festgestellt, dass im sogenannten Krieg gegen den Terrorismus viele Staaten mutmaßliche Terroristen "verschwinden lassen". Besonders die USA fallen durch diese Praxis auf.

Im Dezember 2006 haben die Vereinten Nationen das "Internationale Übereinkommen zum Schutz aller Personen vor dem Verschwindenlassen" verabschiedet. Damit wurde ein wichtiges Instrument geschaffen, um weitere Fälle zu verhindern. Das Übereinkommen soll zudem helfen, das Schicksal von "Verschwundenen" aufzuklären, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und die Opfer bzw. ihre Familien zu entschädigen. Amnesty International setzt sich in der Internationalen Koalition gegen das "Verschwindenlassen" dafür ein, dass alle Staaten diese Konvention vorbehaltlos ratifizieren.


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22.02.2017Amnesty Report 2017 Ukraine
22.02.2017Amnesty Report 2017 Syrien
21.02.2017Urgent Action: Nächste AnhörungUA-183/2015-4
16.02.2017Amnesty Report 2017 Burundi
10.02.2017Urgent Action: Kunstschaffende vermisstUA-042/2017
07.02.2017Syrien: Tausende Tote bei Massenhinrichtungen im Saydnaya-Gefängnis
03.02.2017Urgent Action: "verschwundene" Aktivisten freigelassenUA-005/2017-1
31.01.2017Urgent Action: Verbleib unbekanntUA-030/2017
30.01.2017Briefe gegen das Vergessen: Prageeth Eknaligoda (Englisch)
30.01.2017Briefe gegen das Vergessen: Prageeth Eknaligoda (Deutsch)