Pressemitteilung 01. Juli 2009

Shell muss Verantwortung für Umweltverschmutzung und Menschenrechtsverletzungen im Niger-Delta übernehmen

Shell verschmutzt das Niger-Delta und nimmt damit den Bewohnern die Lebensgrundlage

BERLIN, 01.07.2009 - Der Teufelskreis von Umweltverschmutzung, Armut und Menschenrechtsverletzungen wird durch die Ölförderung im Nigerdelta angetrieben – dies ist die Quintessenz des Berichts „Nigeria: Petroleum, Pollution and Poverty in the Niger Delta“ von Amnesty International, der gestern veröffentlicht wurde. Die Recherchen vor Ort belegen, dass Shell und andere Erdölkonzerne durch Umweltverschmutzung die Lebensgrundlagen der Bevölkerung und damit fundamentale Rechte - wie das Recht auf Nahrung, auf sauberes Wasser und auf ein Leben in Würde – massiv einschränken.

Öllachen, Mülllager und „Gasabfackeln“ sind im Nigerdelta an der Tagesordnung. Hunderte von Öllecks treten jährlich auf. Die Folge: Inzwischen sind mehr als 2000 Orte des Nigerdeltas als kontaminiert eingestuft. Shell ist mit seiner Tochterfirma Shell Petroleum Development Company (SPDC) der größte Ölförderer auf dem Festland im Nigerdelta. Obwohl Shell und andere Firmen in einem sensiblen Ökosystem operieren, haben sie keine ausreichenden Schutzmaßnahmen ergriffen, um die negativen Auswirkungen der Pipelines und der Ölförderung auf die Umwelt wirkungsvoll zu verhindern.

„Shell und andere Firmen müssen ihrer menschenrechtlichen Verantwortung nachkommen, entstandene Schäden umgehend beseitigen und die Opfer von Öllecks entschädigen.“ fordert Dr. Mathias John, Experte für Wirtschaft und Menschenrechte. „Obwohl die Unternehmen rechtlich verpflichtet sind, bei Öllecks das verseuchte Land und Wasser sofort zu dekontaminieren, passiert dies vielfach nicht. Das hat katastrophale Auswirkungen auf die Menschenrechte der Menschen im Nigerdelta, die durch die Ölverseuchung ihrer Lebensgrundlage beraubt werden.“

Seit mehr als einem halben Jahrhundert wird im Nigerdelta Öl gefördert. Heute gehört das Nigerdelta zu den fünf Gebieten weltweit, die am stärksten durch die Erdölförderung verseucht sind. Mehr als 60 % der Menschen des Nigerdelta leben von der Landwirtschaft, der Fischerei oder dem Sammeln von Waldprodukten. Eine intakte Umwelt ist für sie die Voraussetzung für ihre Lebensgrundlage. Der Großteil der Bevölkerung profitiert bis heute nicht vom Ölreichtum, sondern ist durch die Ölförderung vielmehr arm geworden.

Der Bericht von Amnesty International schildert die Auswirkungen der Ölförderung im Nigerdelta auf die Menschenrechte. Sie finden den Bericht nach Ablauf der Sperrfrist auf www.amnesty.de.

Für Interviews steht Ihnen Dr. Mathias John, Amnesty-Experte für Wirtschaft und Menschenrechte zur Verfügung.

Bildhinweis: Wir können Ihnen zudem eine Auswahl von Fotos aus dem Nigerdelta anbieten.

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