Pressemitteilung Türkei 16. November 2009

Wandel in der türkischen Kurdenpolitik?

Pressegespräch mit Tahir Elçi

BERLIN, 16.11.2009 - Der kurdische Rechtsanwalt Tahir Elçi wird am 19. November in der deutschen Sektion von Amnesty International in Berlin über den Kurdenkonflikt, die neue Politik der türkischen Regierung und mögliche Perspektiven sprechen. Veränderungen, die auch in Deutschland für Entscheidungen in Asylverfahren von zentraler Bedeutung sind.

Im Verhältnis der türkischen Regierung zu ihren kurdischen Bürgern hat sich viel getan. Seit Anfang des Jahres hat das türkische Staatsfernsehen kurdische Sendungen im Programm, im Oktober konnten ehemalige Kämpfer der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) unbehelligt aus den Bergen des Nordiraks in die Türkei zurückkehren, und vor kurzem hat Premierminister Recep Tayyip Erdoğan einen Plan vorgelegt, der eine friedliche Beendigung des Kurdenkonflikts vorsieht. Für die Türkei, die jahrzehntelang die bloße Existenz der Kurden leugnete, kommt das einem Tabubruch gleich.

Gleichzeitig ist der Gebrauch der kurdischen Sprache weiterhin für politische Parteien verboten. Und noch immer werden selbst Kinder und Jugendliche zu langjährigen Haftstrafen verurteilt, wenn sie an Demonstrationen teilnehmen, die die türkischen Behörden als Sympathiekundgebungen für die PKK werten.

Tahir Elçi setzt sich seit vielen Jahren für politisch Verfolgte ein und wurde in den 1990er Jahren deshalb festgenommen. Der engagierte Anwalt ist in einem türkischen Menschenrechtsverein aktiv und Mitglied von Amnesty International in der Türkei.

Wir würden uns freuen, Sie zu dem Pressegespräch mit Tahir Elçi begrüßen zu dürfen.

Wann: Donnerstag, 19.11.2009, 10.30 Uhr

Wo: Amnesty International, Sekretariat der deutschen Sektion Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin

  1. Aufgang, 5.OG

Wer: Tahir Elçi, kurdischer Rechtsanwalt, Amnesty International in der Türkei Amke Dietert, Türkei-Expertin, Amnesty International in Deutschland

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