Wieder frei, aber immer noch in Gefahr

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Mexiko: Gewalt gegen Indigene stoppen!

Mexiko: Gewalt gegen Indigene stoppen!

Nach einem nationalen und internationalen Aufschrei über ihr Verschwinden wurden die beiden Menschenrechtler_innen Obtilia Eugenio Manuel und Hilario Cornelio Castro am 16. Februar wieder freigelassen. Sie waren am 12. Februar im mexikanischen Bundesstaat Guerrero von bewaffneten Männern entführt worden. Solange sich die Verantwortlichen für ihre Entführung auf freiem Fuß befinden, sind die Menschenrechtler_innen weiterhin in Gefahr.

Setzt euch für Obtilia Eugenio Manuel und Hilario Cornelio Castro ein!

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Dein Appell

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Sehr geehrte Frau Minister,

die beiden Menschenrechtler_innen Obtilia Eugenio Manuel und Hilario Cornelio Castro sind zwar seit dem 16. Februar wieder frei, aber ich befürchte, dass ihnen nach wie vor Gefahr droht, solange die für ihre Entführung Verantwortlichen nicht gefasst sind.

Bitte ergreifen Sie umgehend alle nötigen Maßnahmen, um das Leben und die Sicherheit von Obtilia Eugenio Manuel und Hilario Cornelio Castro zu schützen, damit sie ihre Menschenrechtsarbeit ohne Furcht vor Vergeltungsmaßnahmen ausführen können.

Leiten Sie umgehend eine unparteiische und zielführende Untersuchung der Entführung der beiden Menschenrechtler_innen ein.

Mit freundlichen Grüßen

Dear Minister,

I write to you in relation to the attack against human rights defenders Obtilia Eugenio Manuel and Hilario Cornelio Castro, members of the Organization of Indigenous Mepha'a People (OPIM) who were held captive by armed men from 12 to 16 February, in Guerrero state. They will continue to be at risk until those responsible for the attack are brought to justice because they continue to carry on their human rights work.

Obtilia Eugenio Manuel is a founder and leader of OPIM and a recognized human rights defender. She was recently elected to the Indigenous Municipal Council of Ayutla de los Libres, in Guerrero state. She has received serious threats in the past due to her human rights work and is recipient of provisional measures ordered by the Inter-American Court of Human Rights since 2009. So far, the protection provided by the Mexican government has been ineffective.

I urge you to immediately take all necessary measures to guarantee their life and safety, so they can continue their work in defence of human rights without fear of reprisals; and to deliver a prompt, impartial and effective investigation into their abduction.

Yours sincerely,

 

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Bitte abschicken bis: 03.04.2019

Appell an:

Olga Sánchez Cordero

Calle Abraham González No. 48

Col. Juárez, Delegación Cuauhtémoc

Ciudad de México, C.P. 06600

MEXIKO

Sende eine Kopie an:

Gouverneur des Bundesstaates Guerrero
Héctor Astudillo Flores
Gobernador Constitucional del estado de Guerrero
Boulevard René Juárez Cisneros 62
Cd. de los servicios
Chilpancingo de los Bravo, C.P 39074
Estado de Guerrero, MEXIKO

Twitter: @HectorAstudillo @Gob_Guerrero

Botschaft der Vereinigten Mexikanischen Staaten
S. E. Herrn Rogelio Granguillhome Morfin
Klingelhöferstraße 3
10785 Berlin
Fax: 030-26 93 23 700
E-Mail: mexale@sre.gob.mx

Amnesty fordert:

  • Bitte ergreifen Sie umgehend alle nötigen Maßnahmen, um das Leben und die Sicherheit von Obtilia Eugenio Manuel und Hilario Cornelio Castro zu schützen, damit sie ihre Menschenrechtsarbeit ohne Furcht vor Vergeltungsmaßnahmen ausführen können.
  • Leiten Sie umgehend eine unparteiische und zielführende Untersuchung der Entführung der beiden Menschenrechtler_innen ein.

Sachlage

Die beiden Menschenrechtsverteidiger_innen Obtilia Eugenio Manuel und Hilario Cornelio Castro, beides Mitglieder der Organisation der indigenen Mepha‘a (Organización del Pueblo Indígena Mepha'a – OPIM) wurden vom 12. bis 16. Februar im mexikanischen Bundesstaat Guerrero von bewaffneten Männern festgehalten. Nun sind sie wieder frei. Da Obtilia Eugenio Manuel und Hilario Cornelio Castro ihrer Menschenrechtsarbeit weiter nachgehen, sind die beiden Menschenrechtler_innen in Gefahr, solange sich die Verantwortlichen auf freiem Fuß befinden.

Obtilia Eugenio Manuel ist eine der Gründer_innen und Sprecher_innen von OPIM und eine bekannte Menschenrechtsverteidigerin. Kürzlich wurde sie in den Stadtrat von Ayutla de los Libres in Guerrero gewählt. Infolge der massiven Drohungen, die sie seit vielen Jahren erhält, ordnete der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte 2009 vorläufige Schutzmaßnahmen für sie an, die bis heute andauern. Doch der Schutz, den sie durch die mexikanische Regierung erhielt, war bisher unzureichend.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Menschenrechtsverteidiger_innen und Aktivist_innen sind in Mexiko ständigen Drohungen, Einschüchterungen und Schikanen ausgesetzt. 2012 wurde von der mexikanischen Regierung eine Behörde zum Schutz von Menschenrechtsverteidiger_innen und Journalist_innen eingerichtet, die die Betroffenen jedoch nicht wirksam schützt.

Die Organisation OPIM setzt sich für den Schutz der Menschenrechte der indigenen Gemeinschaft der Mepha‘a im mexikanischen Bundesstaat Guerrero ein. OPIM war an Gerichtsverfahren wie dem von Inés Fernández Ortega beteiligt, die 2002 in Guerrero von Angehörigen des Militärs gefoltert wurde. 2010 verurteilte der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte den Staat Mexiko in diesem Verfahren.

Mitglieder von OPIM werden seit 2009 tätlich angegriffen und eingeschüchtert. Der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte forderte den mexikanischen Staat 2009 auf, wirksame Schutzmaßnahmen für Obtilia Eugenio Manuel, ihre Familienangehörigen und weitere Mitglieder von OPIM zu ergreifen und die Angriffe desselben Jahres zu untersuchen.

Ein weiterer OPIM-Aktivist, Raúl Hernández, verbrachte aufgrund haltloser Vorwürfe mehr als zwei Jahre im Gefängnis. Er wurde 2008 von Amnesty International als gewaltloser politischer Gefangener anerkannt und schließlich am 30. August 2010 freigelassen (siehe UA-063/2010-3, online unter: https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/indigene-verschwunden). Vier weitere Aktivist_innen wurden mit ihm zusammen inhaftiert und kamen nach elf Monaten frei.