Unmittelbar drohende Hinrichtung

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Eine kleine Gruppe steht mit Banner vor der belarussischen Botschaft

"Für die Menschenrechte": Amnesty-Protest vor der belarussischen Botschaft in Berlin, 2015

Amnesty International ist in großer Sorge, dass die beiden in Belarus zum Tode verurteilten Männer Aliaksandr Zhylnikau und Viachaslau Sukharko jederzeit hingerichtet werden könnten.

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Dein Appell

Sehr geehrter Herr Naumovich,

ich bin in großer Sorge, dass den beiden Todeskandidaten Aliaksandr Zhylnikau und Viachaslau Sukharko in Belarus unmittelbar die Hinrichtung droht.

Ich fordere Sie höflich auf, die Hinrichtung von Viachaslau Sukharko und Aliaksandr Zhylnikau zu stoppen.

Bitte verhängen Sie ein sofortiges Hinrichtungsmoratorium als ersten Schritt hin zur Abschaffung der Todesstrafe in Belarus.

Wandeln Sie bitte alle bestehenden Todesurteile in Haftstrafen um.

Mit freundlichen Grüßen

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Bitte abschicken bis: 25.01.2019

Appell an:

Vorsitzender der Parlamentarischen Arbeitsgruppe zu Todesstrafe

Andrei Naumovich

Ul. Sovetsakaya d.8

231291 Lida Belarus

BELARUS

Sende eine Kopie an:

Menschenrechtszentrum Vyasna
Vul. Miarzhysnkaha, 8-26

220012 Minsk
BELARUS
E-Mail: viasna@spring96.org

Botschaft der Republik Belarus
S. E. Herrn Denis Sidorenko
Am Treptower Park 32
12435 Berlin

Fax: 030-5363 5923
E-Mail: germany@mfa.gov.by

Amnesty fordert:

  • Ich fordere Sie höflich auf, die Hinrichtung von Viachaslau Sukharko und Aliaksandr Zhylnikau zu stoppen.
  • Ich bitte Sie nachdrücklich, als ersten Schritt hin zur Abschaffung der Todesstrafe in Belarus ein sofortiges Hinrichtungsmoratorium zu verhängen.
  • Bitte wandeln Sie alle bestehenden Todesurteile in Haftstrafen um.

Sachlage

Aliaksandr Zhylnikau und Viachaslau Sukharko waren die ersten beiden Personen, die 2018 in Belarus zum Tode verurteilt wurden. Es wird davon ausgegangen, dass sie nach der Hinrichtung von Siamion Berazhnoy und Ihar Hershankou zurzeit die einzigen beiden Männer im Todestrakt sind. Tatsächlich war es die Familie von Aliaksandr Zhylnikau, die die belarussische Zivilgesellschaft darüber informierte, dass die Hinrichtung der beiden vor kurzem Exekutierten bevorstehen könnte. Aliaksandr Zhylnikau hatte seiner Familie mitgeteilt, dass er bis zur Nacht auf den 20. November eine Zelle mit Siamion Berazhnoy geteilt habe. Dann sei dieser abgeholt worden und nicht mehr zurückgekehrt.

Aliaksandr Zhylnikau und Viachaslau Sukharko waren im März 2017 nach einem Schuldspruch wegen dreifachen Mordes im Dezember 2015 zunächst zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Im Juli 2017 übergab der Oberste Gerichtshof infolge eines Rechtsmittels der Staatsanwaltschaft ihren Fall zur Neuverhandlung an das vorinstanzliche Gericht. Dieses Gericht verurteilte sie am 20. Januar 2018 zum Tode. Im Rechtsmittelverfahren forderte der Rechtsbeistand von Aliaksandr Zhylnikau die Anordnung einer neuen forensischen Untersuchung, da sie seine Unschuld bei zwei der drei Mordfälle nachweisen könne. Der Rechtsbeistand forderte zudem ein weniger hartes Urteil. Beide Anträge wurden abgelehnt, und am 30. Mai 2018 bestätigte der Oberste Gerichtshof das Todesurteil gegen Aliaksandr Zhylnikau und Viachaslau Sukharko.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Als Aliaksandr Zhylnikau und Viachaslau Sukharko im Januar 2018 in den Todestrakt kamen, befanden sich darin insgesamt sechs Männer. Inzwischen sind sie die einzigen in den Todeszellen und ihre Familien fürchten um ihr Schicksal.

Hinrichtungen werden in Belarus im Geheimen vollstreckt. Es ist zu erwarten, dass weder die Familien, noch die zum Tode Verurteilten noch ihre Rechtsbeistände im Vorhinein über den Tag und die Uhrzeit der Hinrichtung informiert werden. Der ehemalige leitende Vollstreckungsbeamte im Gefängnis von Minsk, in dem alle Todeskandidaten untergebracht sind, sagte Amnesty International in einem Interview, dass die Gefangenen erst wenige Momente vor ihrer Hinrichtung erfahren, dass das Todesurteil jetzt vollstreckt wird. Die Todeskandidaten werden mit verbundenen Augen, in Handschellen in einen Raum gebracht, dort in die Knie gezwungen und dann durch einen Schuss in den Hinterkopf hingerichtet. Die Vollstreckung kann mehr als einen Schuss erfordern. Der Leichnam des Hingerichteten wird in Übereinstimmung mit belarussischem Recht – das in diesem Bereich noch aus der Zeit der Sowjetunion stammt – der Familie nicht zur Beisetzung ausgehändigt und es wird auch nicht bekannt gegeben, wo der Leichnam beigesetzt wird. Dies verursacht großes Leid bei den Familien der hingerichteten Männer.

Da die Behörden jedoch keine vollständigen Informationen über die Anwendung der Todesstrafe oder umfassende Daten zur Anzahl verhängter Todesurteile und ausgeführter Hinrichtungen veröffentlichen, verhindern sie eine fundierte öffentliche Diskussion zu diesem Thema und folglich den Weg hin zur Abschaffung der Todesstrafe.

Amnesty International unterstützt die Forderungen, die seit 2007 in fünf Resolutionen der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet wurden und ein offizielles Hinrichtungsmoratorium anstreben, mit dem Ziel, die Todesstrafe vollständig abzuschaffen. Bis heute haben 142 Länder die Todesstrafe per Gesetz oder in der Praxis abgeschafft.