Südsudan: Abgeschobene Männer freilassen!

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Das Foto zeigt eine Gruppe Menschen, die Slogans rufen und die Schilder mit Forderungen in die Höhe halten.

Demonstration in den USA gegen Massenabschiebungen und gegen die restriktive die restriktive Einwanderungs- und Asylpolitik von US-Präsident Donald Trump (5. August 2025)

Am 4. Juli wurden Nyo Myint und Enrique Arias Hierro im Rahmen einer groß angelegten Abschiebekampagne der USA von einem US-Militärstützpunkt in Dschibuti nach Juba im Südsudan abgeschoben. Sie sind seither willkürlich an einem unbekannten Ort inhaftiert. Glaubwürdigen Berichten zufolge befinden sie sich im Gewahrsam des Nationalen Sicherheitsdienstes (NSS), doch haben die Rechtsbeistände der beiden Männer bisher noch keine offiziellen Informationen über ihren derzeitigen Aufenthaltsort erhalten.

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Dein Appell

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Sehr geehrter Herr Minister,

am 4. Juli wurden Nyo Myint und Enrique Arias Hierro im Rahmen einer groß angelegten Abschiebekampagne der USA von einem US-Militärstützpunkt in Dschibuti nach Juba im Südsudan abgeschoben. Sie sind seither willkürlich an einem unbekannten Ort inhaftiert. Glaubwürdigen Berichten zufolge befinden sie sich im Gewahrsam des Nationalen Sicherheitsdienstes (NSS), doch haben die Rechtsbeistände der beiden Männer bisher noch keine offiziellen Informationen über ihren derzeitigen Aufenthaltsort erhalten.

Ich fordere sie nachdrücklich auf, unverzüglich den Aufenthaltsort von Nyo Myint und Enrique Arias Hierro bekanntzugeben, ihnen uneingeschränkten und unbeaufsichtigten Zugang zu ihren Rechtsbeiständen, einschließlich lokaler Rechtsbeistände, zu gewähren und unverzüglich die rechtlichen Gründe für ihre Inhaftierung anzugeben.

Sorgen Sie außerdem dafür, dass die beiden Männer nicht in ihre Herkunftsländer oder andere Länder abgeschoben werden, wo sie der Gefahr der Verfolgung oder schwerer Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt wären, da dies gegen das in internationalen Menschenrechtsnormen festgelegte Prinzip der Nicht-Zurückweisung (Non-Refoulement) verstoßen würde.

Mit freundlichen Grüßen

Dear Ambassador Monday Semaya Kumba,

I am writing to express deep concern for Nyo Myint and Enrique Arias Hierro, who were deported as part of the United States government’s mass deportation campaign and have since been arbitrarily detained in South Sudan.

On 4 July, Nyo Myint, who originates from Myanmar and entered the United States in 2016 as a refugee as part of the International Organization for Migration resettlement program, and Enrique Arias Hierro, who originates from Cuba and resided in the United States since 1980, were deported from a United States military base in Djibouti to Juba, South Sudan’s capital. Together with six other deportees, the two men were subsequently detained by the South Sudanese authorities without legal justification or clarity regarding their legal status.

Both individuals' legal representatives have been unable to obtain any official information regarding their exact current whereabouts, despite efforts seeking this information. They have not had consistent and unmonitored access to their clients. Their lawyer in Juba has not been able to access and communicate with them. The authorities have not provided any official communication on the exact whereabouts of the two men. However, Amnesty International has received credible reports that they are in the custody of the National Security Service but has not independently verified the whereabouts of the men.

Detention with limited access to their lawyers is a violation under international law and could provide a context in which torture and other ill-treatment may occur, increasing the concern for the two men’s health and wellbeing.

In light of the above, I urgently call on you to immediately disclose the whereabouts of Nyo Myint and Enrique Arias Hierro, grant them consistent and unmonitored access to their legal representatives, including local counsel, and immediately clarify the legal grounds of their detention. I further urge you to ensure that the two men are not forcibly sent to their countries of origin or any other country if they are at real risk of persecution or serious human rights violations as this would be a breach of the principle of non-refoulement as laid out in international human rights law.

Yours sincerely,

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Appell an

Botschaft der Republik Südsudan
S.E. Herrn Gum Dominic Matiok
Leipziger Platz 8
10117 Berlin

Sende eine Kopie an

Facebook: Ministry of Foreign Affairs and International Cooperation of South Sudan 

Amnesty fordert:

  • Ich fordere sie nachdrücklich auf, unverzüglich den Aufenthaltsort von Nyo Myint und Enrique Arias Hierro bekanntzugeben, ihnen uneingeschränkten und unbeaufsichtigten Zugang zu ihren Rechtsbeiständen, einschließlich lokaler Rechtsbeistände, zu gewähren und unverzüglich die rechtlichen Gründe für ihre Inhaftierung anzugeben.
  • Sorgen Sie außerdem dafür, dass die beiden Männer nicht in ihre Herkunftsländer oder andere Länder abgeschoben werden, wo sie der Gefahr der Verfolgung oder schwerer Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt wären, da dies gegen das in internationalen Menschenrechtsnormen festgelegte Prinzip der Nicht-Zurückweisung (Non-Refoulement) verstoßen würde.

Sachlage

Nyo Myint und Enrique Arias Hierro wurden im Rahmen von Massenabschiebungen der US-Regierung in den Südsudan abgeschoben und sind seither dort willkürlich inhaftiert.

Am 4. Juli wurde Nyo Myint zusammen mit Enrique Arias Hierro von einem US-Militärstützpunkt in Dschibuti in die südsudanesische Hauptstadt Juba abgeschoben. Während Nyo Myint aus Myanmar stammt und 2016 im Rahmen eines Resettlement-Programms der Internationalen Organisation für Migration als Flüchtling in die USA kam, kommt Enrique Arias Hierro ursprünglich aus Kuba und lebte seit 1980 in den USA. Zusammen mit sechs weiteren abgeschobenen Männern wurden die beiden Männer anschließend ohne rechtliche Grundlage oder Klarheit hinsichtlich ihres Rechtsstatus von den südsudanesischen Behörden inhaftiert.

Den Rechtsbeiständen beider Männer ist es bisher trotz entsprechender Bemühungen nicht gelungen, offizielle Informationen zu ihrem genauen Aufenthaltsort zu erlangen. Sie hatten bisher keinen uneingeschränkten und unbewachten Zugang zu ihren Mandanten. Ihr Rechtsbeistand in Juba hatte bisher keine Möglichkeit, sie zu sehen oder mit ihnen zu kommunizieren. Die Behörden haben bisher noch keine offiziellen Informationen zum genauen Aufenthaltsort der beiden Männer bekanntgegeben. Amnesty International sind jedoch Berichte zugegangen, denen zufolge sie sich im Gewahrsam des Nationalen Sicherheitsdienstes befinden, konnte diese Informationen jedoch nicht unabhängig überprüfen.

Die Inhaftierung der beiden Männer ohne freien Zugang zu ihren Rechtsbeiständen stellt einen Verstoß unter dem Völkerrecht dar und könnte Folter und anderen Misshandlungen Vorschub leisten, was die Sorge um ihre Gesundheit und ihr Wohlergehen noch verstärkt.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Zu Beginn dieses Jahres startete US-Präsident Donald Trump eine groß angelegte Abschiebekampagne, die sich gegen Millionen von Migrant*innen und Menschen auf der Suche nach Sicherheit richtet. Im Rahmen dieser Kampagne wurden acht Männer – von denen nur einer aus dem Südsudan stammte – nach einem wochenlangen Rechtsstreit in den Südsudan abgeschoben. Zwei der acht Männer wurden seither aus der Haft entlassen, darunter Jesús Muñoz Gutiérrez, der nach Mexiko zurückgeführt wurde. Die US-Regierung ist auf der Grundlage des Völkerrechts dazu verpflichtet, dafür zu sorgen, dass durch ihre Einwanderungspolitik keine Menschenrechtsverletzungen begangen werden oder das Risiko solcher Verletzungen erhöht wird. Die USA haben zwar die Befugnis, die Einwanderung zu regulieren, müssen dies jedoch im Rahmen ihrer internationalen Menschenrechtsverpflichtungen tun.

Im Juli 2025 berichtete die US-amerikanische Tageszeitung Politico, dass die Abschiebungen aus den USA in den Südsudan Teil eines Versuchs der südsudanesischen Regierung sind, eine Aufhebung der gegen den ersten Vizepräsidenten Benjamin Bol Mel verhängten Sanktionen auszuhandeln, die Visabeschränkungen für südsudanesische Staatsangehörige aufzuheben, ein Bankkonto bei der US-Zentralbank Federal Reserve wieder zu aktivieren und die strafrechtliche Verfolgung des ehemaligen ersten Vizepräsidenten und Oppositionsführers Riek Machar, der nach wie vor unter Hausarrest steht, durch den Staat zu unterstützen. Im September berichtete ein Nachrichtenportal, dass die südsudanesischen Behörden die Existenz eines Abkommens mit den USA über die Aufnahme von Drittstaatsangehörigen dementierten.

Im Südsudan steht zivilgesellschaftliches Engagement nach wie vor unter Druck, und die Beteiligung an legitimen zivilgesellschaftlichen Aktivitäten wird mit willkürlichen Festnahmen, langen Inhaftierungen, Folter und außergerichtlichen Tötungen bestraft. Sicherheitsinstitutionen und Behörden des Südsudans, insbesondere der Nationale Sicherheitsdienst (NSS), schikanieren und verfolgen systematisch Angehörige der Zivilgesellschaft und Personen, die Kritik an der Regierung üben. Am 3. Juli 2024 verabschiedete das südsudanesische Parlament einen Gesetzentwurf von 2024 zur Änderung des Gesetzes des Nationalen Sicherheitsdienstes von 2014, mit dem die missbräuchlichen Befugnisse des NSS ausgeweitet werden sollen, unter anderem zur Festnahme von Personen mit und ohne Haftbefehl.

Im Laufe des am 15. Dezember 2013 im Südsudan ausgebrochenen Konflikts hat der NSS zunehmend an Macht gewonnen und fungiert de facto mittlerweile als Polizeitruppe mächtiger Eliten. NSS und Militärgeheimdienst halten Hunderte von Menschen, überwiegend Männer, in verschiedenen Haftanstalten im ganzen Land fest. Amnesty International hat Fälle von Folter und anderen Misshandlungen in mindestens drei der größten Haftanstalten in der Hauptstadt Juba dokumentiert. Außerdem hat die Organisation Fälle dokumentiert, in denen Personen vom NSS inhaftiert und bedroht wurden, weil sie ihre Meinung frei geäußert und Kritik an der Regierung geübt hatten oder den Eindruck vermittelten, gegen die Interessen mächtiger Eliten zu handeln. Auch Angehörige von Inhaftierten können ins Visier geraten. Sie laufen ebenfalls Gefahr, überwacht und möglicherweise inhaftiert zu werden, wenn der NSS ihre Äußerungen oder ihr Verhalten missbilligt.