Studierende wegen Protest inhaftiert

Icon: Lernende Menschen

Seit dem 7. Juni befinden sich im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh elf Studierende in Haft, drei von ihnen Mitglieder einer politischen studentischen Vereinigung. Die Studierenden hatten an einer Protestveranstaltung gegen die Universität Lucknow und den Ministerpräsidenten von Uttar Pradesh teilgenommen.

Setzt euch für die inhaftierten Studierenden ein!

Appell an:

Ministerpräsident von Uttar Pradesh
Yogi Adityanath
Chief Minister
Room No. 306, (Third Floor)
Lal Bahadur Shastri Bhawan, Lucknow
Uttar Pradesh 226001

INDIEN

Sende eine Kopie an:

Botschaft der Republik Indien
I. E. Frau Mukta Dutta Tomar
Tiergartenstr. 17
10785 Berlin

Amnesty fordert:

  • Lassen Sie bitte alle elf inhaftierten Studierenden umgehend und bedingungslos frei und lassen Sie die Anklagen gegen sie fallen, da sie nur aufgrund der Wahrnehmung ihrer Rechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit inhaftiert sind.
  • Sorgen Sie dafür, dass die Studierenden bis zu ihrer Freilassung vor jeglicher Form der Folter oder anderweitiger Misshandlung geschützt sind.
  • Bitte achten und schützen Sie die Rechte aller Personen in Uttar Pradesh auf freie Meinungsäußerung und friedliche Versammlung.

Sachlage

Seit dem 7. Juni befinden sich im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh elf Studierende in Haft, drei von ihnen Mitglieder einer politischen studentischen Vereinigung. Die Studierenden hatten an einer Protestveranstaltung gegen die Universität Lucknow und den Ministerpräsidenten von Uttar Pradesh teilgenommen, bei der sich Personen mit schwarzen Fahnen in den Weg der Wagenkolonne des Ministerpräsidenten gestellt hatten. Ein Gericht in Lucknow lehnte ihren Antrag auf Freilassung gegen Kaution ab.

Am 7. Juni wurden im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh elf Studierende festgenommen und inhaftiert. Acht von ihnen studieren an der Universität Lucknow, und drei – Mahendra Yadav, Vineet Kumar Kushwah und Ashok Kumar Prabhat – sind Mitglieder der studentischen Vereinigung Chatra Sabha der Samajwadi Party. Die Studierenden hatten an einer Protestveranstaltung teilgenommen, um auf Ausgaben der Universität Lucknow aufmerksam zu machen, die ihrer Ansicht nach verschwenderisch waren. Zudem wollten sie den Ministerpräsidenten von Uttar Pradesh daran hindern, an einer Veranstaltung der Universität teilzunehmen. Laut Angaben der studentischen Vereinigung Chatra Sabha der Samajwadi Party weigerte sich die Universitätsverwaltung, finanzielle Mittel für akademische Programme bereitzustellen, finanzierte jedoch eine Veranstaltung, die ihrer Ansicht nach die polarisierende Politik der neu gewählten bundesstaatlichen Regierung förderte. Daher versammelten sich vor der Veranstaltung Studierende mit schwarzen Fahnen vor dem Universitätsgebäude und stellten sich in den Weg der Wagenkolonne des Ministerpräsidenten.

Den Studierenden werden unter anderem unerlaubte Versammlung, Randalieren, Tätlichkeiten bzw. kriminelle Gewalt gegen einen Staatsbediensteten sowie kriminelle Einschüchterung vorgeworfen. Bei einer Verurteilung drohen ihnen jeweils bis zu drei Jahre Haft. Am 10. Juni lehnte ein Gericht in Lucknow ihren Antrag auf Freilassung gegen Kaution ab und begründete dies mit der Schwere der ihnen vorgeworfenen Taten. Stattdessen wurde angeordnet, die Studierenden bis zum 24. Juni in Untersuchungshaft zu halten.

Satwant Singh, Nitin Raj, Pooja Shukla, Anil Kumar Yadav, Ankit Kumar Singh, Rakesh Kumar, Madhurya Singh und Apoorva Verma wurden von der Universität Lucknow suspendiert.

Hintergrundinformation

Hintergrund

In den vergangenen Jahren wurde die freie Meinungsäußerung an indischen Universitäten immer wieder angegriffen. Im Februar 2016 wurden drei Studierende der Jawaharlal-Nehru-Universität in Neu-Delhi unter dem Verdacht der Aufwiegelung festgenommen, weil sie „anti-indische“ Parolen skandiert haben sollen. Im März 2016 wurden an der Universität Hyderabad Studierende und Lehrpersonal von der Polizei angegriffen und festgenommen, weil sie gegen die Wiedereinsetzung eines Vizekanzlers protestiert hatten, der ihrer Ansicht nach für den Selbstmord eines jungen Dalit-Studierenden verantwortlich war. In den vergangenen Monaten wurden zahlreiche studentische Veranstaltungen zu Menschenrechtsthemen von verschiedenen Universitäten abgesagt, nachdem es zu Drohungen und Gewalt seitens der studentischen Gruppe Akhil Bharatiya Vidyarthi Parishad gekommen war, einer Gruppierung, die der nationalistischen Hindu-Organisation Rashtriya Swayamsevak Sangh nahesteht.
 

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Immediately and unconditionally release all the arrested students, and drop all charges against them, as they are being detained solely for exercising their rights to freedom of expression and peaceful assembly.
  • Pending their release, ensure that students are protected from torture and other ill-treatment.
  • Respect and protect the rights of all people in the state to freedom of expression and freedom of peaceful assembly.