Sorge um kanadischen Pastor

Diese Urgent Action ist beendet.

Der 62-jährige kanadische Pastor Lim Hyeon-soo wurde aus einem koreanischen Arbeitslager freigelassen. Er war dort mehr als zweieinhalb Jahre inhaftiert. Er war 2015 von den nordkoreanischen Behörden wegen angeblicher „Verschwörung zum Umsturz der Regierung“ zu lebenslanger Zwangsarbeit verurteilt worden. Die kanadische Regierung hat bestätigt, dass Lim Hyeon-soo bald wieder bei seiner Familie in Kanada sein wird.

Lim Hyeon-soo

Lim Hyeon-soo

Lim Hyeon-soo wurde in Nordkorea zu lebenslanger Zwangsarbeit verurteilt und leidet nun unter Unterernährung, Bluthochdruck, Arthritis und Magenproblemen. Der Pastor ist wegen angeblicher „Verschwörung zum Umsturz der Regierung“ inhaftiert.

Setzt Euch für einen Gefangenen in Zwangsarbeit ein!

Appell an:

Vertreter Nordkoreas bei den Vereinten Nationen in New York
Mr Ja Song-nam
Permanent Mission of the Democratic People’s Republic of Korea in New York
820 Second Ave, 13th Floor
New York, NY 10017
USA

Sende eine Kopie an:

Botschaft der Demokratischen Volksrepublik Korea
S. E. Herrn Nam Yon
Glinkastraße 5-7
10117 Berlin

Amnesty fordert:

  • Stellen Sie bitte sicher, dass Lim Hyeon-soo nicht misshandelt wird und umgehenden Zugang zu einer angemessenen Ernährung und jeder benötigten medizinischen Behandlung, notfalls auch in einem anderen Land, erhält.
  • Bitte gestatten sie ihm mit Telefonaten und angemeldeten Besuchen regelmäßigen Zugang zu seiner Familie.

Sachlage

Lim Hyeon-soo wurde in Nordkorea zu lebenslanger Zwangsarbeit verurteilt und hat eine Reihe von gesundheitlichen Problemen entwickelt, darunter Unterernährung, Bluthochdruck, Arthritis und Magenprobleme aufgrund von falsch verabreichten Medikamenten. Lim Hyeon-soo wurde von den nordkoreanischen Behörden wegen angeblicher „Verschwörung zum Umsturz der Regierung“ inhaftiert.

Lim Hyeon-soo ist der Pastor einer Kirchengemeinde im kanadischen Toronto. Seit 1997 war er mehr als hundert Mal in humanitärer Mission nach Nordkorea gereist. Im Dezember 2015 wurde er nach fast einem Jahr in Haft der „Verschwörung zum Umsturz der Regierung“ schuldig befunden und zu lebenslanger Zwangsarbeit verurteilt. Die zwei Jahre in Haft hat er wegen seiner gesundheitlichen Probleme abwechselnd im Arbeitslager und im Krankenhaus verbracht. Er leidet an Gewichtsverlust und Bluthochdruck. Vor kurzem kam Arthritis hinzu. Da ihm die Medikamente dagegen nicht wie vorgesehen mit den Mahlzeiten verabreicht wurden, leidet er inzwischen an Magenproblemen.

Seit seiner Inhaftierung kann Lim Hyeon-soo Briefe empfangen und verschicken und im Dezember 2016 durfte er seine Familie einmal anrufen. Er wurde während des Anrufs wahrscheinlich von den Behörden überwacht. Er richtete seiner Familie darin von den nordkoreanischen Behörden aus, die kanadischen Behörden sollten mit Nordkorea verhandeln. Schon mehrmals haben die nordkoreanischen Behörden inhaftierten Ausländer_innen Familienbesuche gestattet.

Medienberichten zufolge waren bereits Vertreter_innen der kanadischen Regierung in Nordkorea, um Lim Hyeon-soo zu besuchen und über seine Freilassung zu verhandeln. Dies hat bislang jedoch nicht seine Haft beendet. Im Mai 2017 besuchten auch Diplomat_innen der schwedischen Botschaft Lim Hyeon-soo in Pjöngjang. Da Kanada keine diplomatischen Beziehungen mit Nordkorea unterhält, übernimmt Schweden Konsulardienste im Land und ist bei ähnlichen Fällen ein wichtiger Gesprächspartner gewesen.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Die nordkoreanischen Behörden haben in den vergangenen Jahren in- und ausländische Staatsangehörige zu langen Haftstrafen von zehn und mehr Jahren verurteilt. Die Urteile sind häufig in Gerichtsverfahren gefällt worden, die nicht den internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren entsprachen. Immer wieder werden Menschen Verbrechen wie „Umsturz der Regierung“ und „Spionage“ für schuldig befunden, obwohl keine Beweise für die Beteiligung an Handlungen, die der internationalen Definition dieser Straftaten entsprechen, vorliegen. Unter den Betroffenen befinden sich auch viele Geistliche, die zu langen Haftstrafen verurteilt werden.

Die meisten kürzlich verurteilten Personen erhielten bis zu 15 Jahre Haft. Lim Hyeon-soo zählt jedoch zu den wenigen Ausnahmen, die zu lebenslanger Haft verurteilt wurden. Viele zu langjährigen Haftstrafen verurteilte Ausländer_innen mussten nicht die gesamte Haftstrafe verbüßen. Die nordkoreanischen Behörden haben diese Gefangenen in der Vergangenheit aufgrund ihres Alters oder weil „sich der Häftling entschuldigt hat“ freigelassen.

Ausländische Gefangene werden häufig in separaten Hafteinrichtungen untergebracht, in denen sie keinen Kontakt zu nordkoreanischen Häftlingen haben. Ein Gefängnisaufenthalt ist mit langen Arbeitstagen und der Überwachung durch Gefängnispersonal verbunden. Medizinische Grundversorgung außerhalb des Gefängnisses wird gestattet, wenn dies nötig ist.

Ausländische Gefangene dürfen Briefe verschicken und erhalten und in einigen Fällen konnten sie auch ihre Familie anrufen. Diese Anrufe werden normalerweise überwacht und in manchen Fällen werden Gefangene instruiert, ihren Familien eine Nachricht zu übermitteln, die in der Regel deren Heimatregierung auffordert, die Angelegenheit auf diplomatischem Wege zu lösen.

 

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Urging the authorities to ensure that Lim Hyeon-soo is not subjected to any ill treatment and has prompt access to adequate nutrition and any medical treatment he requires, including outside the country if needed.
  • Urging the authorities to allow him regular access to his family, including through telephone calls and arranged visits.