Schüler nach unfairem Prozess in Haft

Diese Urgent Action ist beendet.

Afonso S. Muatchipuculo, António J. Fernando und Justino H. Valente wurden am 17. Juli freigelassen. Nach einem unfairen Verfahren hatte das Provinzgericht in der angolanischen Stadt Malange die drei jungen Männer am 9. April zu sieben Monaten Haft verurteilt. Sie waren am 4. April festgenommen und beschuldigt worden, während einer Demonstration Steine auf den Fahrzeugkonvoi des Vizepräsidenten geworfen zu haben.

Zeichnung einer Figur mit Rucksack und einer Figur mit Schreibheft, auf dem "ABC" steht

Drei junge Männer, darunter zwei Schüler, sitzen in Angola willkürlich in Haft

Afonso S. Muatchipuculo und die Schüler António J. Fernando und Justino H. Valente sind vom Provinzgericht in der angolanischen Stadt Malange am 9. April zu sieben Monaten Haft verurteilt worden. Mit dem Urteil endet ein unfaires Gerichtsverfahrens gegen die Jugendlichen. Die drei jungen Männer waren am 4. April festgenommen und beschuldigt worden, in Malange Steine auf den Fahrzeugkonvoi des Vizepräsidenten geworfen zu haben. Zu diesem Zeitpunkt war jedoch keiner von ihnen am Tatort anwesend.

Appell an:

Ismael Gaspar Martins  

Angola Permanent Mission UN

820 2nd Avenue, 12th Floor

New York, NY 10017, USA

Sende eine Kopie an:

Botschafter Angolas in Grossbritannien
Rui Jorge Carneiro Mangueira
Embassy of Angola       
46 Bedford Square, Bloomsbury
London WC1B 3DP, VEREINIGTES KÖNIGREICH
Fax: (00 44) 20 7486 9397

E-Mail: embassy@angola.org.uk

Botschafter Angolas in den USA
Agostinho Tavares        
2100-2108 16th Street, NW
Washington, DC 20009, USA
Fax: (00 1) 202 822 9049

Botschaft der Republik Angola
S. E. Herrn Alberto Correia Neto
Wallstraße 58, 10179 Berlin
Fax: 030-2408 9712

E-Mail: botschaft@botschaftangola.de

Amnesty fordert:

  • Bitte lassen Sie Afonso S. Muatchipuculo, António J. Fernando und Justino H. Valente unverzüglich und bedingungslos frei.
  • Respektieren Sie die Rechte auf freie Meinungsäußerung, friedliche Versammlung und Vereinigungsfreiheit.

Sachlage

António J. Fernando und Justino H. Valente, Schüler der 9. bzw. 12. Klassenstufe, waren von ihrer Schule ausgewählt worden, den Vizepräsidenten am 4. April im Stadtstadion von Malange „Palanca Negra Gigante“ zu empfangen. Weil die beiden jedoch zu spät kamen, wurde ihnen der Zutritt zur Arena verwehrt. Daraufhin entschieden sie sich zu gehen.

Bei der Ankunft im Stadion traf der Vizepräsident auf über 100 Demonstrierende, die die Absetzung des Gouverneurs der Provinz Malange forderten. Einige Demonstrierende sollen mit Steinen auf den Fahrzeugkonvoi des Vizepräsidenten geworfen haben.

Etwa eine Stunde nach den Ereignissen befanden sich António J. Fernando und Justino H. Valente gemeinsam mit Afonso S. Muatchipuculo auf dem Nachhauseweg. Alle drei wurden daraufhin auf einem Markt rund vier Kilometer vom Stadion entfernt festgenommen. Laut Aussage des Polizeichefs sollen die jungen Männer zu der Gruppe Protestierender gehört haben, die beschuldigt wird, mit Steinen auf den Fahrzeugkonvoi des Vizepräsidenten geworfen zu haben. Er gab an, sie an der Farbe ihrer T-Shirts erkannt zu haben. Obwohl sich die Drei zum Zeitpunkt der Proteste nicht am Stadion aufgehalten hatten, wurden ihre T-Shirts von den Polizeibeamt_innen im Gericht als Beweismittel vorgebracht. Alle drei jungen Männer wurden vor Gericht gestellt und am 9. April ohne Rechtsbeistand zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt. Außerdem bemühte sich die Staatsanwaltschaft nicht darum, Zeugenaussagen als Beweismittel vorzulegen. Den Angeklagten wurde keine Möglichkeit gegeben, die Beweismittel gegen sie anzufechten, dem Polizeichef Fragen zu stellen oder Zeug_innen aufzurufen. Derzeit leisten die drei jungen Männer ihre Haftstrafe in einem ca. 50 Kilometer von der Stadt Malange entfernten Gefängnis ab. Ihre Familien haben es deshalb schwer, sie dort zu besuchen.

Der Prozess und die Inhaftierung von Afonso S. Muatchipuculo, António J. Fernando und Justino H. Valente entsprechen nicht den internationalen Standards für faire Verfahren. Sie stellen einen klaren Verstoß gegen angolanisches Recht und das Völkerrecht dar.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Die Rechte auf freie Meinungsäußerung, friedliche Versammlung und Vereinigungsfreiheit werden in Angola routinemäßig unterdrückt. Strafrechtliche Verfolgung wird häufig dazu genutzt, um Protestierende, Kritiker_innen und die Medien zum Schweigen zu bringen. In den vergangenen zehn Jahren sind zahlreiche friedliche Demonstrierende getötet oder verletzt worden. Viele Protestierende wurden Opfer des Verschwindenlassens oder wurden in unfairen Verfahren vor Gericht gestellt und inhaftiert.