Oppositioneller braucht medizinische Versorgung

Zeichnung einer Figur mit Arztkoffer

Der Parlamentsabgeordnete Alain Lobognon wird derzeit im Gefängnis von Agboville im Südosten von Côte d‘Ivoire festgehalten und benötigt dringend medizinische Versorgung. Er ist Gründungsmitglied der Partei Générations et peuples solidaires (GPS). Ihm wird vorgeworfen, „falsche Nachrichten veröffentlicht“ und damit „die öffentliche Ordnung und die Autorität des Staates untergraben“ zu haben.

Appell an:

Justiz- und Menschenrechtsminister
M. Sansan Kambilé
Minister of Justice and Human Rights
Imm. Symphonie – Abidjan, plateau
01 BP 2020 Abidjan 01
COTE D’IVOIRE

Sende eine Kopie an:

Botschaft der Republik Côte d'Ivoire
S. E. Herrn Philippe Mangou
Schinkelstraße 10
14193 Berlin
Fax: 030 - 25 75 89 93
E-Mail: contact@ambaci.de

Amnesty fordert:

  • Stellen Sie bitte sicher, dass Alain Lobognon Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung hat, insbesondere angesichts der COVID-19-Pandemie, die Gefangenen zusätzlichen Gesundheitsrisiken aussetzt.
  • Sorgen Sie bitte dafür, dass seine Haftbedingungen den internationalen Standards entsprechen, dazu zählt auch der Zugang zu Wasser, Nahrung und seiner Familie. Sollten persönliche Besuche aufgrund von COVID-19 eingeschränkt werden, so muss er anderweitig Kontakt mit seiner Familie aufnehmen dürfen, zum Beispiel telefonisch, per E-Mail oder durch Videoanrufe.
  • Sorgen Sie dafür, dass Alain Lobognon ein faires Gerichtsverfahren erhält.

Sachlage

Alain Lobognon wurde am 24. Dezember 2019 in der Hauptstadt Abidjan festgenommen und beschuldigt, „falsche Nachrichten veröffentlicht“ und damit „die öffentliche Ordnung und die Autorität des Staates untergraben“ zu haben. Er befindet sich im Gefängnis von Agboville und benötigt dringend medizinische Versorgung.

Alain Lobognon leidet unter Bluthochdruck und musste sich 2019 operieren lassen. Am 23. März 2020 zeigte er Malaria-Symptome und konnte daraufhin vier Tage lang nicht aufstehen. In einem Brief, den sein Rechtsbeistand und seine Frau verfasst haben, werden die schlechten Haftbedingungen für seinen derzeitigen schlechten Gesundheitszustand verantwortlich gemacht. In seiner Zelle wimmelt es von Moskitos und Insekten, da das Dach der Zelle aus einem Gitterrost besteht.

Die Gefängnisverwaltung hat eine Untersuchung durch das medizinische Personal des Gefängnisses vorgeschlagen. Als Oppositionsmitglied fürchtet Alain Lobognon jedoch um sein Leben und hat um unabhängiges Ärztepersonal gebeten.

Die Behörden haben alle Gefängnisbesuche vom 18. März bis 16. April ausgesetzt, um die Ausbreitung der durch das Coronavirus ausgelösten Krankheit COVID-19 zu verhindern. Daher kann Alain Lobognon weder Besuch von seinem Arzt noch von seiner Familie erhalten.

Hintergrundinformation

Hintergrund

(in Englisch)

Guillaume Soro, a former ally of President Alassane Ouattara, is the leader of the Generations and People in Solidarity (GPS, Générations et peuples solidaires in French) political party. He had announced his candidacy for the 2020 October’s presidential election and was returning to Abidjan when the Prosecutor issued a statement announcing an arrest warrant against him on 23 December 2019. He was charged with attempts to undermine the authority of the state and territorial integrity. In a separate case, he was also charged with misappropriation of public funds, concealment of misappropriated public funds and money laundering.

Ivorian authorities gave Soro permission for his private jet to land. But on his way from Le Bourget airport in France to Abidjan on 23 December he rerouted his flight towards Ghana.

Alain Lobognon, founder member of Generations and People in Solidarity (GPS) party, had told reporters on 24 December 2019 that the candidate's plane had been diverted "against his will" to the Ghanaian capital, Accra, preventing him from returning to "take part in the electoral process".

Security forces stormed the GPS headquarters shortly after Lobognon made his statement.

He was arrested with 16 other people related to the opposition during a wave of arrests which took place in Abidjan between 23 and 31 December 2019. Thirteen have been charged with ‘publishing false news, undermining public order and the authority of the State.

Amnesty International considers that the timing of the legal proceedings against Guillaume Soro and the arrests of his supporters and relatives are highly suspicious. The charges appear politically motivated.