Morddrohungen gegen Ombudsmann

Zeichnung dreier Ausrufezeichen

Das Leben und die persönliche Sicherheit des Ombudsmanns Freddy Carrión und seiner Familie sind in Gefahr. Kürzlich erhielt Freddy Carrión mehrere Morddrohungen, darunter am 13. Februar eine Bombendrohung in seinem Haus. Obwohl er seine Situation öffentlich verurteilt hat, schützt die ecuadorianische Regierung ihn und seine Familie nicht in angemessenem Umfang.

Appell an:

Attorney General
Diana Salazar
Juan León Mera N19-36 y Av. Patria
Edificio Fiscalía General del Estado
Quito
ECUADOR

 

Sende eine Kopie an:

Botschaft der Republik Ecuador
S.E. Herr Manuel Antonio Mejia Dalmau
Joachimstaler Straße 12
10719 Berlin
Fax: 030 - 800 969 699
E-Mail: info@ecuadorembassy.de

 

Amnesty fordert:

•    Bitte leiten Sie für den Ombudsmann Freddy Carrión und seine Familie sofort Schutzmaßnahmen ein, die Sie mit ihm und seinen Angehörigen absprechen.
•    Bitte leiten Sie sofort eine unvoreingenommene und unabhängige Untersuchung der Drohungen in die Wege und ziehen Sie die Täter_innen zur Verantwortung. Dies schließt sowohl diejenigen Täter_innen ein, die die Straftaten verübt haben, als auch diejenigen, die sie angeordnet haben.

 

Sachlage

Die Leben und die persönliche Sicherheit von Ombudsmann Freddy Carrión und seiner Familie sind in Gefahr. Freddy Carrión und seine Angehörigen haben wiederholt Morddrohungen wegen seiner Menschenrechtsarbeit während der Krise im Oktober 2019 erhalten. Obwohl Freddy Carrión am 6. Februar 2020 wegen der Drohungen Anzeige erstattet hat, erhalten er und seine Familie noch keinen angemessenen Schutz. Die Staatsanwaltschaft muss Freddy Carrión und seiner Familie umgehend Schutzmaßnahmen zur Verfügung stellen und die Drohungen sofort unvoreingenommen und unabhängig untersuchen.

Die Situation behindert die Arbeit der Ombudsstelle. Laut Völkerrecht müssen die ecuadorianischen Behörden Menschenrechtsverteidiger_innen die Möglichkeit geben, frei und sicher zu arbeiten.

 

Hintergrundinformation

Hintergrund

Am 11. Februar veröffentlichte die Ombudsstelle eine öffentliche Erklärung, in der sie die Drohungen, unbegründeten Anschuldigungen und politisch motivierten Angriffe, denen Freddy Carrión in den Medien und Sozialen Netzwerken ausgesetzt ist, verurteilte. Die Ombudsstelle sagte, diese Vorfälle seien Vergeltungsversuche für die Menschenrechtsarbeit der Institution während der Krise im Oktober 2019.

Am 13. Februar, etwa zur Mittagszeit, erhielten Wachleute an Freddy Carrións Wohnkomplex in Quito einen Anruf, der darauf hindeutete, in Freddy Carrións Haus sei eine Bombe. Zu dieser Zeit hielt sich Freddy Carrión in der Stadt Guayaquil auf.

Am 14. Februar sagte Freddy Carrión, dass es nicht nur persönliche Angriffe auf ihn gab. Auch die Ombudsstelle wurde mehrmals angegriffen, um ihre Glaubwürdigkeit in Frage zu stellen. Außerdem werden der Ombudsstelle Verwaltungshürden gestellt, die die Wirksamkeit ihrer Arbeit behindern.

Freddy Carrión sagte am 18. Februar auf einer Medienplattform, dass die Drohungen mit der Veröffentlichung eines Berichts der Interamerikanischen Menschenrechtskommission zusammenhängen. In diesem Bericht kommt die Menschenrechtskommission zu dem Schluss, dass die Sicherheitskräfte Ecuadors bei den landesweiten Streiks im Oktober 2019 exzessive Gewalt angewandt hat.
Am 14. Januar hat die Interamerikanische Menschenrechtskommission ihre Beobachtungen zu Ecuador präsentiert. Die Kommission fordert die ecuadorianischen Behörden dringend auf, alle Berichte über Gewalt sofort umfassend zu untersuchen und die Verantwortlichen angemessen zu bestrafen. Dies gilt sowohl für exzessive Gewaltanwendung durch die Polizei und Sicherheitskräfte als auch für Angriffe und Plünderungen, für die Bürger_innen verantwortlich waren.