Menschenrechtsverteidigerin bedroht

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Textfeld "Menschenrechte verteidigen"

Cristina Palabay vom philippinischen Bündnis für Menschenrechte Karapatan erhielt am 22. April eine Textnachricht, in der ihr mitgeteilt wurde, dass sie und mehrere weitere Personen in diesem Jahr ermordet werden sollen. Nur Stunden zuvor war das Karapatan-Mitglied Bernardino Patigas in Escalante City in der Provinz Negros Occidental erschossen worden. Es ist der zweite Mord an einem Menschenrechtler, der auf einer 2018 veröffentlichten „Abschussliste“ stand.

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Dein Appell

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Sehr geehrter Herr General,

Cristina Palabay vom philippinischen Bündnis für Menschenrechte Karapatan erhielt am 22. April eine Textnachricht, in der ihr mitgeteilt wurde, dass sie und mehrere andere Menschenrechtsverteidiger_innen in diesem Jahr ermordet werden sollen. Nur Stunden zuvor war das Karapatan-Mitglied Bernardino Patigas in Escalante City in der Provinz Negros Occidental erschossen worden. Es ist der zweite Mord an einem Menschenrechtler, der auf einer 2018 veröffentlichten „Abschussliste“ stand.

Ich möchte Sie höflich und mit Nachdruck bitten, die Menschenrechtsverteidiger_innen auf den Philippinen zu schützen.

Insbesondere bitte ich Sie, umgehend eine umfassende, unabhängige und unparteiische Untersuchung der Morddrohung gegen Cristina Palabay und weitere Menschenrechtsverteidiger_innen im Land durchzuführen und die Verantwortlichen in fairen Verfahren vor Gericht zu stellen.

Bitte leiten sie in Absprache mit den Betroffenen wirksame Schutzmaßnahmen für gefährdete Menschenrechtsverteidiger_innen ein und stellen Sie sicher, dass sie ihrer Arbeit ohne Angst vor Vergeltungsmaßnahmen nachgehen können.

Untersuchen Sie bitte die Fälle aller bislang getöteten Menschenrechtsverteidiger_innen und treten Sie dafür ein, dass die Verantwortlichen in rechtsstaatlichen Verfahren vor Gericht gestellt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Dear General Albayalde:

I am writing to express my concern over death threats received by human rights defender in the Philippines, Cristina Palabay. Cristina is the secretary general of Karapatan, a coalition of several human rights groups and individuals. On 22 April, she received a text message from an unidentified person, warning her and several other human rights defenders that they are targeted to be killed this year.

The threats were all the more alarming as they came just hours after another human rights advocate, Bernardino Patigas, was gunned down in Escalante City, Negros Occidental province. The killing of Patigas and the threats against Palabay and other human rights defenders come amid what appears to be an increasingly deadlier campaign against human rights defenders and political activists.

I therefore urge your office to act swiftly to protect human rights defenders in the country. Specifically, I call on you to:    

  • Open a prompt, thorough, independent and impartial investigation into the death threats against Cristina Palabay and other human rights defenders in the country, and bring those responsible to justice in fair trials;
  • Put in place effective mechanisms to protect human rights defenders at risk in consultation with them and in accordance to their wishes, and ensure they are able to carry out their work without fear of reprisals; and 
  • Launch an effective investigation into the killings of human rights defenders and bring all those responsible to justice in fair trials.

Sincerely,

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Hier kannst du deine Botschaft als PDF-Datei herunterladen und ausdrucken oder sie direkt über dein eigenes E-Mail-Programm verschicken.

Bitte abschicken bis: 10.06.2019

Appell an:

Police General Oscar Albayalde

Chief, Philippine National Police

National Headquarters Building

Camp BGen Rafael Crame, Quezon City

1111, PHILIPPINEN

Sende eine Kopie an:

Botschaft der Republik Philippinen
Frau Lillibeth Pono
Geschäftsträgerin a.i.
Luisenstr. 16
10117 Berlin

Fax: 030-873 2551
E-Mail: info@philippine-embassy.de

Amnesty fordert:

  • Ich möchte Sie höflich und mit Nachdruck bitten, die Menschenrechtsverteidiger_innen auf den Philippinen zu schützen.
  • Insbesondere bitte ich Sie, umgehend eine umfassende, unabhängige und unparteiische Untersuchung der Morddrohung gegen Cristina Palabay und weitere Menschenrechtsverteidiger_innen im Land durchzuführen, und die Verantwortlichen in fairen Verfahren vor Gericht zu stellen.
  • Bitte leiten sie in Absprache mit den Betroffenen wirksame Schutzmaßnahmen für gefährdete Menschenrechtsverteidiger_innen ein und stellen Sie sicher, dass sie ihrer Arbeit ohne Angst vor Vergeltungsmaßnahmen nachgehen können.
  • Untersuchen Sie bitte die Fälle aller bislang getöteten Menschenrechtsverteidiger_innen und stellen Sie die Verantwortlichen in rechtsstaatlichen Verfahren vor Gericht.

Sachlage

Cristina Palabay ist die Generalsekretärin der Organisation Karapatan, einem Zusammenschluss mehrerer Menschenrechtsgruppen und einzelner Menschenrechtsverteidiger_innen. Am 22. April erhielt sie eine Textnachricht mit unbekanntem Absender, in der angekündigt wurde, dass sie und mehrere andere Menschenrechtsverteidiger_innen in diesem Jahr ermordet werden sollen.

Diese Drohung ist besonders deshalb alarmierend, weil nur wenige Stunden zuvor der Menschenrechtsverteidiger Bernardino Patigas in der Stadt Escalante in der Provinz Negros Occidental erschossen wurde. Die Ermordung von Bernardino Patigas und die Drohungen gegen Cristina Palabay und weitere Menschenrechtsverteidiger_innen sind Teil eines scheinbar immer brutaleren Vorgehens gegen Menschenrechtler_innen und politische Aktivist_innen auf den Philippinen.

Bernandino Patigas ist bereits der zweite Menschenrechtsverteidiger auf einer 2018 von Unbekannten in Negros Occidental verbreiteten „Abschussliste“, der daraufhin ermordet wurde. Philippinischen Medien zufolge wurde die Öffentlichkeit auf dieser Liste dazu aufgefordert, den Aufenthaltsort der genannten Personen durch Anruf einer bestimmten Telefonnummer bekanntzugeben; dies bringt die Betroffenen in Lebensgefahr. Auch der im November 2018 ermordete Menschenrechtsanwalt Benjamin Ramos stand auf dieser Liste. Dutzende weitere Menschenrechtsaktivist_innen, unter ihnen auch Umweltschützer_innen, sind laut Berichten von Medien und Menschenrechtsorganisationen im In- und Ausland ebenfalls seit Juni 2016 ermordet wurden. All dies verdeutlicht, in welch großer Lebensgefahr sich Cristina Palabay und andere Aktivist_innen befinden.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Laut Angaben von Karapatan sind seit der Amtsübernahme von Präsident Rodrigo Duterte im Juli 2016 mindestens 50 Landarbeiter_innen und Menschenrechtsverteidiger in der Negros-Region getötet worden. Zu ihnen zählt auch Bernardino Patigas, der am 22. April 2019 erschossen wurde, als er eine Wahlveranstaltung in Escalante City in Negros Occidental verließ, bei der er für seine  Wiederwahl als Stadtrat warb. Bernardino Patigas war der Gründer und Generalsekretär des Bündnisses der Menschenrechtsverteidiger_innen in Nord-Negros, eine Mitgliedsorganisation des Menschenrechtsbündnisses Karapatan.

Laut Unterlagen von Karapatan sind seit 2016 48 Menschenrechtsverteidiger_innen der Gruppe getötet worden. Bernandino Patigas ist bereits der zweite ermordete Menschenrechtsverteidiger auf einer 2018 von Unbekannten in Negros Occidental verbreiteten „Abschussliste“; der erste war der im November 2018 ermordete Benjamin Ramos. Die Polizei der Philippinen hat eine Untersuchung der Tötung von Benajamin Ramos angeordnet. Ergebnisse dieser Ermittlungen sind bislang nicht bekanntgegeben worden.

Menschenrechtsorganisationen auf den Philippinen, darunter auch Karapatan, sind Ziele von Verleumdungskampagnen und werden von der Regierung als Organisationen der Kommunistischen Partei der Philippinen diffamiert. Diese Darstellung und die zunehmenden Drohungen von Seiten der Regierung hat dazu geführt, dass sie von Unbekannten schikaniert, angegriffen und sogar ermordet werden.

Viele der Organisationen, denen die Regierung Verbindungen zu kommunistischen Gruppen unterstellt, kritisieren den Anti-Drogenkrieg der Duterte-Regierung. Im Zuge dieser Drogenpolitik sind bereits Tausende außergerichtliche Hinrichtungen an Menschen verübt werden, denen der Konsum oder Verkauf von Drogen unterstellt wird. Die Getöteten stammen überwiegend aus armen Bevölkerungsschichten.