Menschenrechtlerin in Lebensgefahr

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Landkarte, Kolumbien / Norden

Landkarte Kolumbien

Am 6. Juli brachen Unbekannte in das Haus von Danelly Estupiñan ein. Die Menschenrechtsverteidigerin war nicht zuhause. Mehrere Menschenrechtsorganisationen berichteten, dass Unbekannte ein Kopfgeld auf sie ausgesetzt hätten. Die Organisation Proceso de Comunidades Negras en Colombia (PCN) und andere Organisationen informierten die Staatsanwaltschaft über diesen Angriff und die Lebensgefahr, in der sich Danelly Estupiñan befindet, und forderten eine sofortige Reaktion.

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Dein Appell

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Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt,

mit Sorge habe ich von den erneuten Angriffen gegen Danelly Estupiñan erfahren.

Ich fordere Sie höflich auf, umgehend eine umfassende und unparteiische Untersuchung der Überwachung von Danelly Estupiñan, den Einbruch in ihr Haus und den Berichten über ein Kopfgeld für sie durchzuführen. Bedenken Sie dabei ihre Rolle als Menschenrechtsverteidigerin, identifizieren sie die Angreifer und hindern Sie sie an weiteren Angriffen gegen Danelly Estupiñan.

Dear Mr. Fiscal,

I write you concerned for the safety of Danelly Estupiñan, a human rights defender from the Black Community Process (Proceso Comunitario Negro) in Buenaventura.

Danelly had been under surveillance since December 2018, these activities increased in recent months, after she reported them to the Office of the Prosecutor.

On 6 July 2019, unknown men broke into her home violating its door security while she was away. This latest incident came as local organizations received reports indicating that a payment for her killing was made.

Therefore, I urge you to run at national level an immediate, thorough and impartial investigation on the surveillance activities against Danelly, the forced entry into her house and the reported payment done for her killing, considering her role as a human rights defender, to identify and stop the attackers to pose any further risks to Danelly’s physical and psychological integrity.

Yours sincerely,

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Bitte abschicken bis: 23.09.2019

Appell an:

Generalstaatsanwalt

Sr. Fabio Espitia Garzón

Fiscal General de la Nación (e)

Diagonal 22B No. 52-01

Bogotá, D. C.

KOLUMBIEN

Sende eine Kopie an:

Botschaft der Republik Kolumbien
S.E. Herrn Hans-Peter Knudsen
Taubenstr. 23
10117 Berlin
Fax: 030-2639 6125

E-Mail: ealemania@cancilleria.gov.co

Amnesty fordert:

  • Ich fordere Sie höflich auf, umgehend eine umfassende und unparteiische Untersuchung der Überwachung von Danelly Estupiñan, den Einbruch in ihr Haus und den Berichten über ein Kopfgeld für sie durchzuführen. Bedenken Sie dabei ihre Rolle als Menschenrechtsverteidigerin, identifizieren sie die Angreifer und hindern Sie sie an weiteren Angriffen gegen Danelly Estupiñan.

Sachlage

Danelly Estupiñan ist eine Menschenrechtsverteidigerin der afrokolumbianischen Organisation Proceso de Comunidades Negras en Colombia (PCN).Seit Dezember 2018 wird Danelly Estupiñan beobachtet. Nachdem sie die Überwachung der Staatsanwaltschaft gemeldet hatte, nahm diese in den vergangenen Monaten zu. Am 6. Juli zerstörten unbekannte Männer die Sicherheitsvorrichtung an der Haustür von Danelly Estupiñan und brachen in ihr Haus ein. Die Menschenrechtsverteidigerin war nicht zuhause. Dieser Vorfall ereignete sich zur gleichen Zeit als örtliche Organisationen Berichte darüber erhielten, dass ein Kopfgeld auf die Menschenrechtsverteidigerin ausgesetzt worden sei. Amnesty International fordert die Behörden auf, diese Vorfälle umgehend und zielführend zu untersuchen, die Angreifer zu identifizieren und sie daran zu hindern, Danelly Estupiñan erneut körperlich oder seelisch zu bedrohen.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Danelly Estupiñan arbeitet bei der afrokolumbianischen Organisation Proceso de Comunidades Negras en Colombia (PCN), die für die Rechte dieser Bevölkerungsgruppe in Kolumbien eintritt. 2015 wurde sie in das kolumbianische Schutzprogramm der Unidad Nacional de Protección (UNP) aufgenommen, 2018 erhielt sie außerdem Schutz im Rahmen eines spanischen Programms für gefährdete Menschenrechtsverteidiger_innen. Danelly Estupiñan leitet Workshops zu Menschenrechten und kollektivem Schutz in verschiedenen Gemeinschaften in Buenaventura und führt Aktionen und Lobbyarbeit durch, um Gemeinschaften zu schützen, auf deren Territorien große Infrastrukturprojekte geplant sind.  

Menschenrechtsverteidiger_innen sind in Kolumbien extrem gefährdet. Im Januar 2019 berichtete die in Irland gegründete internationale Stiftung Frontline Defenders, dass Kolumbien 2018 das gefährlichste Land für Menschenrechtsverteidiger_innen war. Laut Angaben der Organisation Somos Defensores kam es zwischen Januar und März 2019 zu 234 Angriffen gegen Menschenrechtsverteidiger_innen, in 207 Fällen wurden sie bedroht, 25 Menschenrechtler_innen wurden getötet. Dieselbe Organisation berichtete, dass zwischen dem 1. Januar 2016 und dem 31. Juli 2018 insgesamt 336 Menschenrechtler_innen und führende Persönlichkeiten der Zivilgesellschaft getötet wurden und sieben verschwanden.

Somos Defensores berichtete von 253 Tötungen und vier Fällen von Verschwindenlassen zwischen der Unterzeichnung des Friedensabkommens am 24. November 2016 und dem 31. Juli 2018. Die von der Frauenrechtsorganisation SISMA Mujer erhobenen Daten belegen, dass es seit 2016 einen bemerkenswerten Anstieg an Tötungen von Menschenrechtsverteidigerinnen und führenden Frauen der Zivilgesellschaft gegeben hat: zwischen Januar 2016 und Juli 2017 um 13,3% und von Januar 2017 bis Juli 2018 um 14,3%. Die am häufigsten angegriffenen Gruppen von Menschenrechtler_innen und Frauenrechtler_innen sind Gemeindesprecher_innen, Landrechtsverteidiger_innen – meist aus indigenen oder afrokolumbianischen Bevölkerungsgruppen – und führende Persönlichkeiten, die Landrechte einklagen. Gleichzeitig kommt es immer wieder zu Drohungen gegen Menschenrechtsverteidiger_innen. Die Ermittlungen in diesen Fällen kommen nur schleppend voran. Die Gewalt gegen Menschenrechtler_innen und zivilgesellschaftliche Sprecher_innen ist nach wie vor eines der größten Probleme bei der Umsetzung des Friedensabkommens.