Menschenrechtler getötet

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Textfeld "Menschenrechte verteidigen"

Am 17. Januar wurden bei einer Demonstration im Municipio Amatán im mexikanischen Bundesstaat Chiapas die beiden Aktivisten Noé Jiménez Pablo und José Santiago Gómez Álvarez getötet. Die beiden Männer, die sich für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte einsetzten, wurden von unbekannten bewaffneten Angreifern abgeführt und am darauffolgenden Tag tot in einem Müllcontainer aufgefunden. Die Bewohner_innen von Amatán befürchten weitere Übergriffe.

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Dein Appell

Sehr geehrte Frau Ministerin,

mit großer Sorge habe ich erfahren, dass die beiden Aktivisten Noé Jiménez Pablo und José Santiago Gómez Álvarez bei einer Demonstration am 17. Januar im Municipio Amatán im mexikanischen Bundesstaat Chiapas getötet wurden. Die beiden Männer, die sich für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte einsetzten, wurden von unbekannten bewaffneten Angreifern abgeführt und am darauffolgenden Tag tot in einem Müllcontainer aufgefunden. Die Bewohner_innen von Amatán befürchten weitere Übergriffe.

Leiten Sie bitte umgehend eine gründliche und unparteiische Untersuchung der Vorfälle vom 17. Januar und der Tötung von Noé Jiménez Pablo und José Santiago Gómez Álvarez ein und stellen Sie die Verantwortlichen in fairen Verfahren vor Gericht.

Ergreifen Sie bitte alle nötigen Maßnahmen, um entsprechend internationaler Menschenrechtsnormen weitere Angriffe auf die Bewohner_innen von Amatán zu verhindern und sicherzustellen, dass MOCRI-Mitglieder ihrer Menschenrechtsarbeit ohne Furcht vor Vergeltungsmaßnahmen nachgehen können.

Mit freundlichen Grüßen

Du möchtest die Botschaft lieber per Brief, Fax oder mit deinem eigenen E-Mail-Programm versenden?

Hier kannst du deine Botschaft als PDF-Datei herunterladen und ausdrucken oder sie direkt über dein eigenes E-Mail-Programm verschicken.

Bitte abschicken bis: 05.03.2019

Appell an:

Olga Sánchez Cordero

Calle Abraham González No. 48

Col. Juárez, Delegación Cuauhtémoc

Ciudad de México, C.P. 06600

MEXIKO

Sende eine Kopie an:

Botschaft der Vereinigten Mexikanischen Staaten
S. E. Herrn Rogelio Granguillhome Morfin
Klingelhöferstraße 3
10785 Berlin
Fax: 030–26 93 23 700
E-Mail: mexale@sre.gob.mx

Amnesty fordert:

  • Leiten Sie bitte umgehend eine gründliche und unparteiische Untersuchung der Vorfälle vom 17. Januar und der Tötung von Noé Jiménez Pablo und José Santiago Gómez Álvarez ein und stellen Sie die Verantwortlichen in fairen Verfahren vor Gericht.
  • Ergreifen Sie bitte alle nötigen Maßnahmen, um entsprechend internationaler Menschenrechtsnormen weitere Angriffe auf die Bewohner_innen von Amatán zu verhindern und sicherzustellen, dass MOCRI-Mitglieder ihrer Menschenrechtsarbeit ohne Furcht vor Vergeltungsmaßnahmen nachgehen können.

Sachlage

Noé Jiménez Pablo und José Santiago Gómez Álvarez wurden am 17. Januar bei dem Angriff auf eine Demonstration im Municipio Amatán im Bundesstaat Chiapas im Süden Mexikos von unbekannten bewaffneten Männern mitgenommen und getötet. Die beiden Aktivisten gehörten der unabhängigen regionalen Kleinbauernbewegung MOCRI an (Movimiento Campesino Regional Independiente) und setzten sich für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte ein. Bei dem Angriff auf die Demonstration wurden zahlreiche Personen von den unbekannten bewaffneten Angreifern abgeführt und unrechtmäßig ihrer Freiheit beraubt. Augenzeugenberichten zufolge wurde mindestens eine Person durch Schüsse verletzt. Aus Angst vor den Angreifern flohen viele weitere MOCRI-Mitglieder und Ortsansässige aus der Gegend.

Am 18. Januar fand man Noé Jiménez Pablo und José Santiago Gómez Álvarez tot auf. Laut Augenzeugenberichten wiesen die Leichen der beiden Männer Verletzungen auf, die auf schwere körperliche Misshandlung schließen lassen. Sowohl die Kommunalregierung von Amatán als auch die bundesstaatlichen Behörden wiesen zunächst jegliche Verantwortung für das Verschwindenlassen der beiden Männer von sich.

Die mexikanische Regierung hat mittlerweile auf die Vorfälle vom 17. Januar reagiert, u. a. indem sie einige Ordnungskräfte in die Region entsandte. Allerdings befürchten die Bewohner_innen von Amatán, dass diese Maßnahmen nicht ausreichen, um sie vor weiteren Übergriffen zu schützen.

Die unabhängige regionale Kleinbauernbewegung MOCRI macht sich im Municipio Amatán im Hochland von Chiapas für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte stark. Die Mitglieder von MOCRI prangern Korruption und andere Probleme innerhalb der Kommunalregierung an und fordern bessere Lebensbedingungen und öffentliche Dienstleistungen für die Menschen vor Ort.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Die unabhängige regionale Kleinbauernbewegung MOCRI (Movimiento Campesino Regional Independiente) ist Teil der landesweiten nichtstaatlichen Organisation CNPA–MN (Coordinadora Nacional Plan de Ayala – Movimiento Nacional). MOCRI setzt sich in mehreren mexikanischen Bundesstaaten für die Menschenrechte und insbesondere für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte ein.

Die Mitglieder von MOCRI sind schon seit Langem in Amatán im Bundesstaat Chiapas aktiv, wo sie Korruption und andere Probleme innerhalb der Kommunalregierung anprangern und bessere Lebensbedingungen und öffentliche Dienstleistungen für die Menschen vor Ort fordern. Gegen Ende 2018 begannen MOCRI-Mitglieder mit einer Reihe von Protestveranstaltungen. So richteten sie beispielsweise eine Art Protestcamp im Zentrum von Amatán ein, um die Behörden dazu zu bringen, die Deckung der Grundbedürfnisse der Bewohner_innen zu gewährleisten, und um gleichzeitig die Gleichgültigkeit der Kommunalbehörden gegenüber diesem Problem zu verurteilen.

Über das Jahr 2018 hinweg dokumentierte Amnesty International zahlreiche Angriffe und Drangsalierungsversuche gegen MOCRI-Mitglieder in Amatán und anderen Ortschaften. Die Angriffe wurden im Verlauf des Jahres immer gewalttätiger; beispielsweise wurden Schusswaffen gegen MOCRI-Mitglieder und -Unterstützer_innen sowie andere Personen eingesetzt. Amnesty International hat die mexikanische Regierung bereits in der Vergangenheit aufgefordert, etwas gegen die Eskalation der Gewalt zu unternehmen. Weder die kommunalen noch die bundesstaatlichen Behörden haben in dieser Hinsicht Maßnahmen ergriffen.

Nach Ansicht von Amnesty International ist die spärliche Präsenz einiger Streit- und Sicherheitskräfte nicht ausreichend, um die Gewalt in der Region einzudämmen und die Bevölkerung zu schützen. Die Behörden haben nicht öffentlich bekannt gegeben, welche Maßnahmen sie zur Untersuchung der Vorfälle vom 17. Januar einleiten werden und wie sie derartige Übergriffe in Zukunft verhindern wollen.