Menschenrechtler angegriffen

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Der Menschenrechtsverteidiger Alfredo Okenve hält eine Rede

Der Menschenrechtsverteidiger Alfredo Okenve aus Äquatorialguinea

Am 27. Oktober wurde der Menschenrechtsverteidiger Alfredo Okenve von unbekannten bewaffneten Männern brutal überfallen. Nach dem Angriff ließ man ihn in einer verlassenen Gegend am Rande von Bata zurück, der Hauptstadt der Provinz Litoral.

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Exzellenz,

Am 27. Oktober wurde der Menschenrechtsverteidiger Alfredo Okenve von unbekannten bewaffneten Männern brutal überfallen.

Führen Sie bitte umgehend eine unabhängige und gründliche Untersuchung des Angriffs auf Alfredo Okenve durch und stellen Sie die Verantwortlichen unverzüglich vor Gericht.

Ergreifen Sie bitte alle Maßnahmen, die nötig sind, um Alfredo Okenve und seine Kolleg_innen des Center for Development Studies and Initiatives (CEID) vor weiteren Angriffen oder Drohungen zu schützen.

Ich möchte Sie außerdem bitten sicherzustellen, dass Menschenrechtler_innen und Aktivist_innen ihrer legitimen Arbeit ohne Angst vor Bestrafung, Vergeltungsmaßnahmen oder Einschüchterungen nachgehen können.

Hochachtungsvoll

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Bitte abschicken bis: 12.12.2018

Appell an:

Mr. Teodoro Obiang Nguema Mbasogo

Palacio Presidencial

Avenida de la Libertad

Malabo

ÄQUATORIALGUINEA

Sende eine Kopie an:

BOTSCHAFT DER REPUBLIK ÄQUATORIALGUINEA
S. E. Herrn Pantaleon Mayiboro Miko Nchama
Rohlfsstraße 17 – 19

14195 Berlin
Fax: 030-8866 3879

E-Mail: botschaft@guinea-ecuatorial.de

Amnesty fordert:

  • Führen Sie bitte umgehend eine unabhängige und gründliche Untersuchung des Angriffs auf Alfredo Okenve durch und stellen Sie die Verantwortlichen unverzüglich vor Gericht.
  • Ergreifen Sie bitte alle Maßnahmen, die nötig sind, um Alfredo Okenve und seine Kolleg_innen des Center for Development Studies and Initiatives (CEID) vor weiteren Angriffen oder Drohungen zu schützen.
  • Ich möchte Sie außerdem bitten sicherzustellen, dass Menschenrechtler_innen und Aktivist_innen ihrer legitimen Arbeit ohne Angst vor Bestrafung, Vergeltungsmaßnahmen oder Einschüchterungen nachgehen können.

Sachlage

Der Menschenrechtsverteidiger Alfredo Okenve ist in der äquatorialguineanischen Stadt Bata von unbekannten Männern brutal überfallen und schwer verletzt worden. Am 27. Oktober um etwa 20.00 Uhr Ortszeit stieg Alfredo Okenve mit seinem Bruder ins Auto, um ihr Haus im Stadtteil Newton zu verlassen. Sie waren gerade losgefahren, als ein Wagen auftauchte und die Straße blockierte. Zwei bewaffnete Männer in Zivilkleidung stiegen aus und forderten Alfredo Okenve auf, ebenfalls auszusteigen. Die Männer sagten zu ihm: „Genau dich haben wir gesucht.“ Alfredo Okenve bestand darauf sich auszuweisen, doch die Männer begannen ihn zu schlagen und schleppten ihn zu ihrem Fahrzeug. Dann fuhren sie mit ihm davon, während sein Bruder in dem anderen Wagen zurückblieb. Die Männer brachten Alfredo Okenve in ein Waldstück und schlugen beinahe zwei Stunden lang mit Stöcken und Gewehrkolben auf ihn ein. Sie nahmen ihm seine Geldbörse mit all seinen Papieren sowie sein Mobiltelefon und weitere persönliche Gegenstände ab, bevor sie ihn in Alep aussetzten, einer Gegend am Stadtrand von Bata. Trotz seiner schweren Verletzungen gelang es Alfredo Okenve, ein Stück zu Fuß zu gehen und Hilfe zu holen. Seine Familie brachte ihn ins Krankenhaus, um seine Verletzungen behandeln zu lassen, darunter auch eine Stichverletzung am linken Fuß. Aus Sorge um seine Sicherheit wollten seine Angehörigen ihn jedoch nicht im Krankenhaus lassen, sondern nahmen ihn nach der Erstversorgung mit nach Hause.

Alfredo Okenve ist ein in Äquatorialguinea bekannter Menschenrechtsverteidiger und Aktivist, der seit mehreren Jahren auf nationaler und internationaler Ebene Menschenrechtsverletzungen und Korruption in Äquatorialguinea anprangert. Er ist einer der Direktoren der NGO Center for Development Studies and Initiatives (CEID), die sich für Menschenrechte und Entwicklung einsetzt.

Hintergrundinformation

Hintergrund

In Äquatorialguinea werden Menschenrechtsverteidiger_innen und Aktivist_innen regelmäßig schikaniert und eingeschüchtert und wegen ihrer Arbeit willkürlich festgenommen und inhaftiert. Allem Anschein nach sollen sie dadurch an ihrer Arbeit gehindert und zum Schweigen gebracht werden.

Die Rechte auf freie Meinungsäußerung, friedliche Versammlung und Vereinigungsfreiheit werden über Gebühr eingeschränkt, unter anderem dadurch, dass die Arbeit zivilgesellschaftlicher Organisationen unterbunden wird und Personen, die lediglich ihr Recht auf Versammlungsfreiheit wahrnehmen, unrechtmäßig festgenommen und inhaftiert werden.

Menschenrechtsverteidiger_innen und Aktivist_innen werden besonders häufig Opfer von Menschenrechtsverletzungen wie Misshandlung und willkürlicher Inhaftierung. Dies deutet auf ein Schema der Unterdrückung von Menschenrechtsverteidiger_innen und Aktivist_innen durch die Behörden des Landes hin.

Alfredo Okenve war bereits am 17. April 2017 gemeinsam mit seinem Kollegen Enrique Asumu in der Hauptstadt Malabo festgenommen worden. Die beiden Männer hatten sich gegen die Entscheidung der Behörden gewehrt, Enrique Asumu tags zuvor den Einstieg in ein Flugzeug nach Bata zu untersagen. Enrique Asumu wurde acht Tage später aus gesundheitlichen Gründen freigelassen, nachdem er eine Geldstrafe von 2 Mio. CFA-Franc (etwa 3.000 Euro) bezahlt hatte. Alfredo Okenve wurde mit derselben Geldstrafe belegt und nach deren Bezahlung am 4. Mai 2017 aus der Haft entlassen.