Medizinische Versorgung verweigert

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Zeichnung einer Figur mit Arztkoffer

Der gewaltlose politische Gefangene Villca Fernández wird trotz einer Anordnung vom Juni 2017 bis heute nicht in ein Krankenhaus gebracht, um dort fachärztliche medizinische Versorgung zu erhalten. Ärzt_innen hatten seine Verlegung in ein Krankenhaus gefordert. Die anschließend ausgestellte schriftliche Anordnung der Generalstaatsanwaltschaft wurde bis heute nicht umgesetzt. Seine Verlegung wurde im November zum fünften Mal verschoben, obwohl sich sein Gesundheitszustand weiterhin verschlechtert.

Setzt euch für die Behandlung von Villca Fernández ein!

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Dein Appell

- - Mit der Bitte um Weiterleitung an den Direktor des Nachrichtendienstes SEBIN - -

Sehr geehrter Herr Direktor,

mit großer Sorge habe ich von der Verweigerung der medizinischen Versorgung von Villca Fernández erfahren.

Lassen Sie bitte umgehend und bedingungslos frei, da er ein gewaltloser politischer Gefangener ist, der weder Gewalt ausgeübt noch propagiert hat und willkürlich vom SEBIN festgehalten wird.

Bitte verlegen Sie Villca Fernández in ein Krankenhaus seiner Wahl, damit er dort die von Ärzt_innen geforderte und vom medizinischen Personal des SEBIN empfohlene Behandlung erhalten kann.

Schützen Sie Villca Fernández in Haft vor Folter und anderer grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe.

Hochachtungsvoll

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Hier kannst du deine Botschaft als PDF-Datei herunterladen oder direkt über dein eigenes E-Mail-Programm verschicken. Wähle einfach deine bevorzugte Versandmethode und die Sprache, in der du den Brief verschicken möchtest, aus.

Bitte abschicken bis: 25.01.2018

Appell an:

Direktor des Nachrichtendienstes (SEBIN)

Gustavo González López

Torre Corporativa Metro de Caracas

Avenida Casanova, Plaza Venezuela

Caracas 1050

VENEZUELA

Sende eine Kopie an:

BOTSCHAFT DER BOLIVARISCHEN REPUBLIK VENEZUELA
S. E. Herrn Ramon Orlando Maniglia Ferreira
Schillstraße 10
10785 Berlin

Fax: 030-832 224 020
E-Mail: embavenez.berlin@botschaft-venezuela.de

Amnesty fordert:

  • Lassen Sie Villca Fernández bitte umgehend und bedingungslos frei, da er ein gewaltloser politischer Gefangener ist, der weder Gewalt ausgeübt noch propagiert hat und willkürlich vom SEBIN festgehalten wird.
  • Bitte verlegen Sie Villca Fernández in ein Krankenhaus seiner Wahl, damit er dort die von Ärzt_innen geforderte und vom medizinischen Personal des SEBIN empfohlene Behandlung erhalten kann.
  • Schützen Sie Villca Fernández in Haft vor Folter und anderer grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe.

Sachlage

Der Aktivist und Studierendenführer Villca Fernández wurde am 31. Januar 2016 im westvenezolanischen Bundesstaat Mérida inhaftiert, nur wenige Stunden nachdem er eine Twitternachricht veröffentlicht hatte. Mit dem Tweet reagierte er auf die Aussage eines hochrangigen Regierungsvertreters, der ihn im staatlichen Fernsehen beschuldigt hatte, Teil einer Verschwörung zu sein. Villca Fernández wird rechtswidrig beim venezolanischen Geheimdienst SEBIN (Servicio Bolivariano de Inteligencia Nacional) in der Hauptstadt Caracas festgehalten. Er ist ein gewaltloser politischer Gefangener und muss umgehend und bedingungslos freigelassen werden.

Seit sich Villca Fernández im Gewahrsam des SEBIN befindet, leidet er an verschiedenen Erkrankungen, darunter Bluthochdruck, Bronchitis, Rückenschmerzen und Magen-Darm-Probleme. Die letzte ärztliche Untersuchung fand am 7. Dezember im Sitz des SEBIN statt. Die Ärzt_innen drängten auf seine Verlegung in eine Fachklinik, um seine Herzprobleme angemessen untersuchen und behandeln zu lassen. Doch die von der Generalstaatsanwaltschaft angeordnete Verlegung von Villca Fernández in ein Krankenhaus ist von Angehörigen des SEBIN bereits fünfmal verschoben worden.

Amnesty International liegen Informationen vor, denen zufolge Villca Fernández‘ Rechte auf ein rechtsstaatliches Verfahren und auf Schutz vor grausamer, unmenschlicher und erniedrigender Behandlung wiederholt verletzt wurden. Familienangehörige von Villca Fernández haben Amnesty International berichtet, dass Angehörige des SEBIN ihnen häufig über längere Zeiträume den Zugang zu Villca Fernández verweigert haben, zuletzt im Oktober und November über vier Wochen lang. Sie haben zudem Villca Fernández wochenlang den Zugang zu Sonnenlicht verwehrt. Nach fast zwei Jahren steht der Beginn seines Gerichtsverfahrens nach wie vor grundlos aus.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Villca Fernández ist ein junger Aktivist, der sich für Bürgerrechte und politische Rechte einsetzt. Er studiert Politikwissenschaften an der Universität in Los Andes und führt die Studierendenbewegung im westvenezolanischen Bundesstaat Mérida an.

Villca Fernández wurde am 31. Januar 2016 von Angehörigen des venezolanischen Geheimdienstes SEBIN (Servicio Bolivariano de Inteligencia Nacional) festgenommen. Seither ist er rechtswidrig in dem SEBIN-Gebäude „El Helicoide“ in Caracas inhaftiert.

Am 27. Januar 2016 nannte ihn ein hoher Regierungsvertreter namentlich und beschuldigte ihn in einer Fernsehsendung „der Konspiration zum Sturz der Regierung“. Vier Tage danach veröffentlichte Villca Fernández eine Twitternachricht in der er schrieb, er habe keine Angst vor dem Regierungsvertreter und dessen Tage an der Macht seien gezählt. Wenige Stunden nach Veröffentlichung der Twitternachricht nahmen ihn Angehörige des Geheimdienstes SEBIN bei einem Straßenfest fest. Die festnehmenden Beamte_innen legten Villca Fernández weder einen Haftbefehl vor, noch hielten sie sich bei der Festnahme an geltendes venezolanisches Recht. Seine Festnahme war ein willkürlicher Akt, der durch die andauernde Inhaftierung bis heute anhält.

Die Generalstaatsanwaltschaft beschuldigte Villca Fernández „Hass zu schüren“ (incitación al odio) und „Falschinformationen zu verbreiten“ (divulgación de información falsa). Amnesty International ist der Ansicht, dass diesen Anschuldigungen politische Motive zugrunde liegen. Ein Gerichtsverfahren gegen Villca Fernández hat fast zwei Jahre später immer noch nicht begonnen.