Karikaturist weiter ohne Anklage in Haft

Tage
:
Std
:
Min

Der Karikaturist Ramón Esono Ebalé

Der äquatorialguineische Karikaturist und Aktivist Ramón Esono Ebalé ist seit mehr als 50 Tagen ohne Anklage inhaftiert. Amnesty International vermutet einen Zusammenhang mit seiner regierungskritischen künstlerischen Arbeit. Das Netzwerk Cartoonists Rights Network International hat ihm den diesjährigen Preis Award for Courage in Editorial Cartooning verliehen.

Setzt euch für die Sicherheit von Ramón Esono Ebalé ein!

Bereits Mein-Amnesty-Account-Inhaber? Dann bitte hier anmelden.
Name
Ich habe die Datenschutzhinweise zur Kenntnis genommen.

Meine Profildaten (Vorname, erster Buchstabe des Nachnamens) dürfen bei Aktionsteilnahme angezeigt werden.

Pflichtfelder

Dein Appell

--- Mit Bitte um Weiterleitung an den Präsidenten Mr. Teodoro Obiang Nguema Mbasogo ---

Exzellenz,

mit Sorge habe ich von der Inhaftierung Ramón Esono Ebalés erfahren. Deswegen wende ich mich an Sie: Lassen Sie Ramón Esono Ebalé bitte umgehend und bedingungslos frei, da er ausschließlich aufgrund seiner friedlichen politischen Aktivitäten inhaftiert ist. Bitte sorgen Sie dafür, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung in Äquatorialguinea respektiert wird. Ich möchte Sie außerdem bitten sicherzustellen, dass Menschenrechtler_innen und Aktivist_innen ihre legitime Arbeit ohne Angst vor Strafen, Vergeltungsmaßnahmen oder Einschüchterungen ausüben können.

Mit freundlichen Grüßen

 

Du möchtest selbst aktiv werden und die Botschaft lieber per Brief, Fax oder mit deinem eigenen E-Mail-Programm versenden?

Hier kannst du deine Botschaft als PDF-Datei herunterladen oder direkt über dein eigenes E-Mail-Programm verschicken. Wähle einfach deine bevorzugte Versandmethode und die Sprache, in der du den Brief verschicken möchtest, aus.

Bitte abschicken bis: 18.12.2017

Appell an:

Mr. Teodoro Obiang Nguema Mbasogo

Palacio Presidencial

Avenida de la Libertad

Malabo

ÄQUATORIALGUINEA

 

Sende eine Kopie an:

Leiter des Gefängnisses Black Beach
Director of the Black Beach Prison
Calle de Kenia
Malabo
ÄQUATORIALGUINEA

Botschaft der Republik Äquatorialguinea
S.E. Herrn Pantaleon Mayiboro Miko Nchama
Rohlfsstraße 17 – 19

14195 Berlin

Fax: 030-8866 3879
E-Mail: botschaft@guinea-ecuatorial.de

 

Amnesty fordert:

  • Lassen Sie Ramón Esono Ebalé bitte umgehend und bedingungslos frei, da er ausschließlich aufgrund seiner friedlichen politischen Aktivitäten inhaftiert ist.
  • Bitte sorgen Sie dafür, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung in Äquatorialguinea respektiert wird.
  • Ich möchte Sie außerdem bitten sicherzustellen, dass Menschenrechtler_innen und Aktivist_innen ihre legitime Arbeit ohne Angst vor Strafen, Vergeltungsmaßnahmen oder Einschüchterungen ausüben können.

Sachlage

Der Karikaturist und Aktivist Ramón Esono Ebalé aus Äquatorialguinea ist nach wie vor ohne Anklage im Gefängnis „Black-Beach“ in der Hauptstadt Malabo inhaftiert. Er war am 16. September festgenommen worden, als er ein Restaurant in Malabo verließ. Ihm wird vorgeworfen, eine Organisation zu leiten, die Geldwäsche und Geldfälschung betreibe.

Am 9. Oktober beantragten seine Rechtsbeistände eine richterliche Anhörung der Zeug_innen der Staatsanwaltschaft. So wollen sie beweisen, dass deren Aussagen falsch sind. Anschließend könne das Gericht entscheiden, ob es gegen Ramón Esono Ebalé Anklage erheben wolle oder nicht. Da die Antwort des Gerichts jedoch nach wie vor aussteht, befürchten Ramón Esono Ebalés Rechtsbeistände, dass ihr Mandant mit Hilfe einer Verzögerungstaktik in Haft gehalten werden soll. Wenn bis zum Ende des laufenden Gerichtsjahrs am 30. November immer noch keine Antwort gekommen ist, droht Ramón Esono Ebalé eine Inhaftierung mindestens bis zum 16. Januar 2018 – dem Beginn des neuen Gerichtsjahrs.

Ramón Esono Ebalés anhaltende Inhaftierung soll mit seiner künstlerischen Arbeit in Verbindung stehen, mit der er die Menschenrechtslage im Land kritisiert.

Laut Angehörigen und Freund_innen, die ihn in der Haft besuchten, geht es ihm trotz der Umstände psychisch und körperlich gut. Er bekam einen Stift und Papier, sodass er weiter zeichnen kann. Einige seiner Mitgefangenen sollen ihn sogar um Portraitzeichnungen gebeten haben.

Am 2. November gab das Cartoonists Rights Network International bekannt, dass Ramón Esono Ebalé den Award for Courage in Editorial Cartooning 2017 erhalten habe. Mit diesem Preis werden jährlich Karikaturist_innen ausgezeichnet, die sich bei der Ausübung ihrer Tätigkeit mutig und unermüdlich für das Recht auf freie Meinungsäußerung einsetzen.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Am 16. September wurde in der äquatorialguineischen Hauptstadt Malabo der Karikaturist und Aktivist Ramón Esono Ebalé in Haft genommen. Der 39-Jährige und zwei spanische Staatsangehörige wurden von Angehörigen der Staatssicherheit festgenommen, als sie um etwa 19.00 Uhr gemeinsam ein Restaurant verließen. Die Beamt_innen legten ihnen Handschellen an, beschlagnahmten ihre Mobiltelefone und brachten sie zum „Büro gegen Terrorismus und gefährliche Aktivitäten“ auf der zentralen Polizeiwache. Dort wurden die Festgenommenen von mehr als einem Dutzend Sicherheitskräfte verhört. Den beiden spanischen Staatsangehörigen wurden Fragen zu dem Grund ihres Aufenthalts in Äquatorialguinea und ihrer Beziehung zu Ramón Esono Ebalé gestellt, bevor man sie wieder freiließ. Ramón Esono Ebalé verblieb jedoch auf der Polizeistation und wurde zu Karikaturen befragt, mit denen er den Präsidenten Teodoro Obiang und die äquatorialguineische Regierung kritisierte. Die Beamt_innen warnten Ramón Esono Ebalé, dass ihm aufgrund seiner Karikaturen des Präsidenten, die er im Internet geteilt hatte, Diffamierung vorgeworfen werden könne.

Ramón Esono Ebalé lebt bereits seit einigen Jahren im Ausland. Er war am 29. August vorübergehend nach Äquatorialguinea zurückgekehrt, um seinen Reisepass erneuern zu lassen. Zum Zeitpunkt seiner Festnahme befand er sich nach wie vor im Land und wartete auf seinen neuen Reisepass.

In Äquatorialguinea werden Menschenrechtsverteidiger_innen und Aktivist_innen regelmäßig schikaniert und wegen ihrer Arbeit willkürlich festgenommen und inhaftiert. Allem Anschein nach sollen sie dadurch eingeschüchtert und zum Schweigen gebracht werden.

In Äquatorialguinea sind Menschenrechtsverletzungen wie Verstöße gegen die Rechte auf freie Meinungsäußerung und Vereinigungsfreiheit an der Tagesordnung.