Karikaturist in Haft

Der Karikaturist Ramón Esono Ebalé

Der Karikaturist Ramón Esono Ebalé

In Äquatorialguinea wurde ein Karikaturist und Aktivist wegen seiner Kritik an der Regierung festgenommen und inhaftiert. Ramón Esono Ebalé befindet sich derzeit im Gefängnis „Black Beach“ in der Hauptstadt Malabo. Es ist bisher keine Anklage gegen ihn erhoben worden.

Appell an:

Mr. Teodoro Obiang Nguema Mbasogo
Palacio Presidencial
Avenida de la Libertad
Malabo
ÄQUATORIALGUINEA

Sende eine Kopie an:

Leiter des Gefängnisses Black Beach
Director of the Black Beach Prison
Calle de Kenia
Malabo
ÄQUATORIALGUINEA

Botschaft der Republik Äquatorialguinea
S.E. Herrn Pantaleon Mayiboro Miko Nchama
Rohlfsstraße 17 – 19

14195 Berlin
Fax: 030-8866 3879
E-Mail: botschaft@guinea-ecuatorial.de

Amnesty fordert:

  • Lassen Sie Ramón Esono Ebalé bitte unverzüglich frei und lassen Sie etwaige Anklagen gegen ihn fallen.
  • Bitte sorgen Sie dafür, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung in Äquatorialguinea respektiert wird.
  • Ich möchte Sie bitten sicherzustellen, dass Menschenrechtler_innen und Aktivist_innen ihre legitime Arbeit ohne Furcht vor Drohungen oder strafrechtlicher Verfolgung ausüben können.

Sachlage

Am 16. September wurde in der äquatorialguineischen Hauptstadt Malabo der Karikaturist und Aktivist Ramón Esono Ebalé in Haft genommen. Der 39-Jährige und zwei spanische Staatsangehörige wurden von Angehörigen der Staatssicherheit festgenommen, als sie um etwa 19.00 Uhr gemeinsam ein Restaurant verließen. Die Beamt_innen legten ihnen Handschellen an, beschlagnahmten ihre Mobiltelefone und brachten sie zum „Büro gegen Terrorismus und gefährliche Aktivitäten“ auf der zentralen Polizeiwache. Dort wurden die Festgenommenen von mehr als einem Dutzend Sicherheitskräfte verhört. Den beiden spanischen Staatsangehörigen wurden Fragen zu dem Grund ihres Aufenthalts in Äquatorialguinea und ihrer Beziehung zu Ramón Esono Ebalé gestellt, bevor man sie wieder freiließ. Ramón Esono Ebalé verblieb jedoch auf der Polizeistation und wurde zu Karikaturen befragt, mit denen er den Präsidenten Teodoro Obiang und die äquatorialguineische Regierung kritisierte. Die Beamt_innen warnten Ramón Esono Ebalé, dass ihm aufgrund seiner Karikaturen des Präsidenten, die er im Internet geteilt hatte, Verleumdung vorgeworfen werden könne.

Am 19. September berichteten nationale Fernsehsender, dass Ramón Esono Ebalé vorgeworfen werde, eine Organisation zu leiten, die Geldwäsche und Geldfälschung betreibe. Der Karikaturist musste zwar am 20. September vor Gericht erscheinen, es wurde jedoch noch keine Anklage gegen ihn erhoben. Kolleg_innen, Freund_innen und Familienangehörige von Ramón Esono Ebalé sind der Ansicht, dass seine Inhaftierung sowie die gegen ihn erhobenen Vorwürfe eine Strategie der Regierung sind, um seine Arbeit zu diskreditieren. Nach der Anhörung wurde Ramón Esono Ebalé ins Gefängnis „Black-Beach“ in der Hauptstadt Malabo verlegt, wo er sich derzeit in Haft befindet.

Ramón Esono Ebalé ist ein Karikaturist und Aktivist, der sich in seiner Arbeit kritisch mit der Menschenrechtslage in Äquatorialguinea auseinandersetzt. 2014 brachte er ein Buch namens La pesadilla de Obiang („Obiangs Albtraum“) heraus, in dem er unter anderem die Menschenrechtsverletzungen durch staatliche Stellen und die ungleiche Wohlstandsverteilung im Land kritisiert. Kritisch hervorgehoben wird außerdem die Tatsache, dass die Menschen sich fürchten, Kritik an der Regierung zu üben. Er betrieb zudem eine Zeit lang eine Blogseite mit dem Titel Las Locuras de Jamón y Queso, die jedoch 2013 gesperrt wurde. Dort veröffentlichte er Karikaturen, mit denen der Präsident und andere Regierungsmitglieder auf den Arm genommen wurden. Seither postet Ramón Esono Ebalé seine Karikaturen in den Sozialen Medien.

Ramón Esono Ebalé lebt bereits seit einigen Jahren im Ausland. Er war am 29. August vorübergehend nach Äquatorialguinea zurückgekehrt, um seinen Reisepass erneuern zu lassen.

Hintergrundinformation

Hintergrund

In Äquatorialguinea werden Menschenrechtsverteidiger_innen und Aktivist_innen regelmäßig schikaniert und wegen ihrer Arbeit willkürlich festgenommen und inhaftiert. Allem Anschein nach sollen sie dadurch eingeschüchtert und zum Schweigen gebracht werden.

In Äquatorialguinea sind Menschenrechtsverletzungen wie Verstöße gegen die Rechte auf freie Meinungsäußerung und Vereinigungsfreiheit an der Tagesordnung.