Journalistin erhält Morddrohungen

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Die im Exil lebende Investigativ-Journalistin Keiso Mohloboli erhält nach einem Facebook-Beitrag einschüchternde Kommentare und Morddrohungen im Internet.

Setzt Euch für die bedrohte Journalistin ein!

Appell an:

Hauptbüro des Verteidigungsministeriums
The Principle Secretary for the Ministry of Defence and national Security
Dr Mampho Molaoa
Ministry of Defence and National Security
Along Kingsway, opposite national Library
P/Bag A166, Maseru 100
LESOTHO

Sende eine Kopie an:

Botschaft des Königreichs Lesotho
I. E. Frau Matlotliso Lineo Lydia Ntoane
Kurfürstenstraße 84
10787 Berlin

Amnesty fordert:

  • Ich fordere Sie dringend auf, umgehend Maßnahmen gegen die anhaltenden Morddrohungen und Einschüchterungsversuche gegen Keiso Mohloboli zu ergreifen und für ihren Schutz und ihre Sicherheit zu sorgen.
  • Bitte führen Sie eine umfassende, unparteiische, unabhängige und zielführende Untersuchung der Vorwürfe über Morddrohungen und Einschüchterungen gegen Keiso Mohloboli durch. Ziehen Sie die Verantwortlichen in Prozessen, die die internationalen Standards für faire Verfahren erfüllen, zur Verantwortung.
  • Stellen Sie bitte sicher, dass Journalist_innen und andere Medienschaffende ihre Arbeit ohne Angst vor Drohungen, Einschüchterung und Belästigung ausführen können. Gewährleisten Sie zudem bitte die Sicherheit von Journalist_innen und Medienschaffenden.

Sachlage

Die im Exil lebende Investigativ-Journalistin Keiso Mohloboli erhält nach einem Facebook-Beitrag einschüchternde Kommentare und Morddrohungen im Internet.

Die im Exil lebende lesothische Investigativ-Journalistin Keiso Mohloboli hat am 10. Juni auf Facebook Morddrohungen erhalten. Sie hatte einen Beitrag veröffentlicht, woraufhin ein Facebook-Nutzer, der für sein Konto den Namen „Lawrence Kori“ verwendete, ihren Beitrag kommentierte und ihr drohte. Er sagte, dass sie dem Tod sehr nahe sei und bald sterben würde. Es wird vermutet, dass das Konto vom lesothischen nationalen Sicherheitsdienst (NSS) betrieben wird und dazu dient, die Facebook-Beiträge von Personen, die zur „Persona non grata“ erklärt wurden, zu überwachen. Quellen des militärischen Geheimdienstes von Lesotho bestätigten, dass das Konto vom NSS betrieben wird und dass die Drohungen ernstgenommen werden sollten.

Keiso Mohloboli hat lange gezögert, die Morddrohungen und Einschüchterungsversuche den Behörden zu melden, da sie sich seit Juli 2016 im Exil in Südafrika befindet. Sie war aus Lesotho geflohen, nachdem sie willkürlich festgenommen und bezüglich eines von ihr veröffentlichten Artikels in der Zeitung Lesotho Times verhört worden war. Zuvor war außerdem ihr Redakteur angeschossen und schwer verletzt worden.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Keiso Mohloboli hat als Investigativ-Journalistin für die Zeitung Lesotho Times gearbeitet, welche die einzige unabhängige investigativ-journalistische Zeitung des Landes ist. In Lesotho wird das Recht auf Meinungsfreiheit eingeschränkt. Journalist_innen, die für Rundfunk, Printmedien und insbesondere soziale Medien arbeiten, sehen sich körperlichen Übergriffen, willkürlichen Festnahmen und Drangsalierungen ausgesetzt. Lesotho ist von stetiger Unsicherheit und politischen Krisen geprägt.

Nachdem in der Lesotho Times ein Artikel von Keiso Mohloboli veröffentlicht worden war, in dem sie dem Oberbefehlshaber der Streitkräfte Tlali Kamoli vorwarf, eine Abfindung von 50 Millionen Rand (etwa 3,5 Mio. Euro) zu erhalten, wurde sie am 23. Juni 2016 in der Hauptzentrale der Polizei in Maseru verhört und man verlangte, dass sie ihre Quellen preisgebe. Am folgenden Tag wurde sie gemeinsam mit dem Redakteur der Zeitung, Lloyd Mutungamiri, festgenommen und verhört. Am 5. Juli 2016 wurden Lloyd Mutungamiri und Basildon Peta, Herausgeber von Lesotho Times, vernommen. Basildon Peta warf man strafbare Verleumdung vor. Diese Vorwürfe rührten von einer Kolumne, die Tlali Kamoli parodierte. Am 9. Juli 2016 wurde Lloyd Mutungamiri auf seiner Auffahrt von unbekannten, bewaffneten Männern angegriffen und schwer verletzt. Im September 2014 war er wegen strafbarer Verleumdung angeklagt worden, weil er von einem Fall von Polizeikorruption berichtet hatte. Keiso Mohloboli floh außer Landes, weil sie um ihr Leben fürchtete.

 

PLEASE WRITE IMMEDIATELY

  • Urging the Lesotho authorities to take immediate measures to end continuing death threats and intimidation against Keiso Mohloboli and to ensure her safety and protection.
  • Calling on them to conduct thorough, impartial, independent and effective investigations into the allegations of death threats and intimidation against Keiso Mohloboli and bring those suspected to be responsible to justice in trials which meet international standards of fairness.
  • Calling on them to ensure that journalists and other media workers are able to carry out their work without fear of threats, intimidation, and harassment and guarantee the integrity of journalists and media workers against attacks or threats.