Journalist erhält keine Familienbesuche

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Amade Abubacar interviewt eine Frau

Der mosambikanische Journalist Amade Abubacar im Interview mit einer Binnenvertriebenen

Der Journalist Amade Abubacar wurde am 24. Januar in das Mieze-Gefängnis im Bezirk Pemba verlegt. Er ist schon seit dem 5. Januar 2019 aufgrund konstruierter Vorwürfe inhaftiert. Seit der Verlegung verweigern ihm die Gefängnisbehörden Besuche seiner Familie, und er durfte nur einmal und in Anwesenheit des Gefängnisleiters von Mitgliedern der mosambikanischen Anwaltskammer und seinem Rechtsbeistand besucht werden. Bei diesem Treffen berichtete er seinen Besucher_innen, dass er in der Militärhaft misshandelt worden sei.

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Dein Appell

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Sehr geehrter Herr Minister,

ich bin in Sorge um den Journalisten Amade Abubacar, der sich bereits seit dem 5. Januar in Haft befindet und nun ins Gefängnis Mieze im Bezirk Pemba verlegt wurde. Er soll in der Haft misshandelt worden sein.

Bitte stellen Sie sicher, dass Amade Abubacar umgehend und bedingungslos freigelassen wird, da er keine Straftat begangen hat.

Sorgen Sie bitte dafür, dass Amade Abubacar bis zu seiner Freilassung vor Folter und anderweitiger Misshandlung geschützt ist und dass seine Haftbedingungen, auch der Zugang zu Wasser, Nahrung und grundlegender Gesundheitsversorgung, den internationalen Standards entsprechen.

Bitte gewährleisten Sie, dass er umgehend Zugang zu seiner Familie erhält und regelmäßige Besuche seiner Familie und seiner Rechtsbeistände gestattet werden.

Stellen Sie bitte sicher, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung und die Medienfreiheit uneingeschränkt geachtet werden und dass Journalist_innen ihre Tätigkeit ohne Angst vor Angriffen, Einschüchterungen, Schikane und Zensur ausüben können.

Mit freundlichen Grüßen

Dear Minister Joaquim Veríssimo,

I would like to bring to your attention the case of Amade Abubacar, a local journalist with Nacedje community radio based in Macomia district, Cabo Delgado province, northern Mozambique. Amade Abubacar is in detention being investigated on the crimes of “public incitement using electronic media” and “violation of State secrecy” under articles 322 and 323 of Mozambique’s Penal Code. He was arrested while interviewing internally displaced people in Macomia District.

Amnesty International is very concerned with the treatment Amade Abubacar has been receiving in police custody.

We urge you to:

  • Ensure that the Mozambican authorities immediately and unconditionally release Amade Abubacar;
  • Ensure that, pending his release, Amade Abubacar is protected from torture and other ill-treatment and that his conditions of detention are in line with international standards, including access to water, food and access to a proper health care;
  • Ensure that he is given prompt access to his family and is allowed regular visits by his family and lawyers;
  • Ensure that the right to freedom of expression and media freedom are fully respected and that journalists are able to carry out their work without fear of attacks, intimidation, harassment or censorship.

Yours sincerely,

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Hier kannst du deine Botschaft als PDF-Datei herunterladen und ausdrucken oder sie direkt über dein eigenes E-Mail-Programm verschicken.

Bitte abschicken bis: 19.03.2019

Appell an:

Minister für Justiz-, Verfassungs- und Religionsangelegenheiten

Joaquím Veríssimo

Av. Julius Nyerere 33

Maputo

MOSAMBIK
 

Sende eine Kopie an:

Botschaft der Republik Mosambik
Herrn Domingos Marques Fernando
Geschäftsträger a.i.
Stromstr. 47, 10551 Berlin

Fax: 030-3987 6503
E-Mail: info@embassy-of-mozambique.de

Amnesty fordert:

  • Bitte stellen Sie sicher, dass die mosambikanischen Behörden Amade Abubacar umgehend und bedingungslos freilassen.
  • Sorgen Sie bitte dafür, dass Amade Abubacar bis zu seiner Freilassung vor Folter und anderweitiger Misshandlung geschützt ist und dass seine Haftbedingungen, auch der Zugang zu Wasser, Nahrung und grundlegender Gesundheitsversorgung, den internationalen Standards entsprechen.
  • Bitte gewährleisten Sie, dass er umgehend Zugang zu seiner Familie erhält und regelmäßige Besuche seiner Familie und seiner Rechtsbeistände gestattet werden.
  • Stellen Sie bitte sicher, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung und die Medienfreiheit uneingeschränkt geachtet werden und dass Journalist_innen ihre Tätigkeit ohne Angst vor Angriffen, Einschüchterungen, Schikane und Zensur ausüben können.

Sachlage

Amade Abubacar, Journalist des Lokalradios Nacedje im Norden von Mosambik, wurde am 24. Januar vom Bezirksgefängnis in Macomia in das Mieze-Gefängnis im Bezirk Pemba verlegt. Pemba ist die Hauptstadt der Provinz Cabo Delgado. Seit der Verlegung verweigern die Gefängnisbehörden Amade Abubacar Besuche seiner Familie. Die Einschränkungen des Rechts auf Zugang zu seinen Familienangehörigen kommen unmenschlicher Behandlung gleich.

Am 25. Januar wurde einigen Vertreter_innen der mosambikanischen Anwaltskammer und dem Rechtsbeistand von Amade Abubacar ein Besuch unter Aufsicht im Mieze-Gefängnis gestattet. Der Leiter des Gefängnisses blieb während des Treffens im Raum. Amade Abubacar teilte den Besucher_innen mit, dass er nach seiner Festnahme am 5. Januar vom Militär misshandelt worden sei. Er berichtete, dass die Militärangehörigen ihn mehrmals geschüttelt hätten und er in Handschellen schlafen musste. Er berichtete darüberhinaus, dass er einige Tage lang kein Essen erhalten habe. Während des Treffens klagte er über Kopfschmerzen, Fieber und Schmerzen. Vor der Inhaftierung hatte Amade Abubacar keine gesundheitlichen Beschwerden, sein Gesundheitszustand hat sich erst nach der Festnahme verschlechtert.

Gegen Amade Abubacar wird wegen „öffentlicher Aufwiegelung mithilfe von elektronischen Medien“ und „Verletzung von Staatsgeheimnissen“ (Paragraf 322 und 323 des Strafgesetzbuchs) ermittelt. Er wurde festgenommen, als er Binnenvertriebene im Bezirk Macomia interviewte.

Amnesty International ist sehr besorgt über die Behandlung, die Amade Abubacar in Haft widerfährt.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Amade Abubacar wurde festgenommen, als er Binnenvertriebene interviewte, die vor den zunehmenden gewalttätigen Angriffen im Norden von Cabo Delgado geflohen waren. Die Angriffe sollen von Mitgliedern der extremistischen Gruppe „Al-Shabaab“ im Norden von Cabo Delgado ausgehen. Ohne Haftbefehl legte die Polizei ihm Handschellen an, beschlagnahmte sein Mobiltelefon und brachte ihn auf die Polizeiwache des Bezirks Macomia. Noch am selben Tag wurde Amade Abubacar vom Präsidium der Nationalpolizei des Bezirks Macomia in die Militärhaftanstalt in Mueda gebracht und dort zwölf Tage ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten, ehe er einem Gericht vorgeführt wurde. 

Am 18. Januar ordnete das Bezirksgericht in Macomia Untersuchungshaft im Polizeipräsidium des Bezirks Macomia an.