Indigene bedroht

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Textfeld "Wirtschaftliche, soziale & kulturelle Rechte"

Ein Militärangehöriger hat die venezolanische Umweltschützerin Lisa Henrito wegen ihres Einsatzes für den Schutz des angestammten Territoriums der indigenen Gemeinschaft der Pemón im landesweiten Fernsehen des „Hochverrats“ beschuldigt.

Bitte setzt euch für Indigene in Venezuela ein!

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Dein Appell

Sehr geehrter Herr Minister,

mit großer Sorge habe ich erfahren, dass ein Militärangehöriger die Umweltschützerin Lisa Henrito im Fernsehen des "Hochverrats" beschuldigt hat. Die Menschenrechtlerin setzt sich für indigene Germeinschaften und den Umweltschutz ein. Der venezolanische Staat ist auf Grundlage der Verfassung verpflichtet, sich für den Schutz von indigenene Gemeinschaften einzusetzen.

Deshalb wende ich mich heute an Sie und bitte Sie, die Sicherheit von Lisa Henrito zu gewährleisten

Sorgen Sie bitte dafür, dass alle Menschenrechtsverteidiger_innen in Venezuela ihrer Tätigkeit frei und ohne Angst vor Einschränkungen oder Repressalien nachgehen können.

Erkennen Sie die Bedeutung und Legitimität der Arbeit aller Menschen, die sich für die Menschenrechte in Venezuela einsetzen, öffentlich an, und sehen Sie von einem Sprachgebrauch ab, in dem diese diskreditiert, stigmatisiert, beleidigt, verachtet oder diskriminiert werden.

Mit freundlichen Grüßen

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Bitte abschicken bis: 14.09.2018

Appell an:

Néstor Reverol (Major General)

Ministerio del Poder Popular para Relaciones Interiores y Justicia

Esquina Platanal, Este 1, Av. Urdaneta

Caracas

VENEZUELA

Sende eine Kopie an:

Ombudsperson
Alfredo Ruiz
Defensoría del Pueblo
Av. Urdaneta, Centro Financiero Latino,
Piso 26, Los Anaucos
Caracas, VENEZUELA

Fax: (0058) 212 507 7025
Twitter: @Defensoria_Vzla

Botschaft der Bolivarischen Republik Venezuela
S. E. Herrn Orlando Maniglia Ferreira
Schillstraße 10
10785 Berlin

Fax: 030–83 22 40 20
E-Mail: embavenez.berlin@botschaft-venezuela.de

Amnesty fordert:

  • Bitte gewährleisten Sie die Sicherheit von Lisa Henrito.
  • Sorgen Sie bitte dafür, dass alle Menschenrechtsverteidiger_innen in Venezuela ihrer Tätigkeit frei und ohne Angst vor Einschränkungen oder Repressalien nachgehen können.
  • Erkennen Sie die Bedeutung und Legitimität der Arbeit aller Menschen, die sich für die Menschenrechte in Venezuela einsetzen, öffentlich an, und sehen Sie von einem Sprachgebrauch ab, in dem diese diskreditiert, stigmatisiert, beleidigt, verachtet oder diskriminiert werden.

Sachlage

Am 23. Juli wurde Lisa Henrito, eine Umweltschützerin, die sich für die Rechte der indigenen Gemeinschaft der Pemón einsetzt, von einem Angehörigen des Militärs im venezolanischen Fernsehen des „Hochverrats“ und der „Sezession“ beschuldigt. Die Anschuldigungen erfolgten im Rahmen eines Interviews, in dem der Militärangehörige außerdem die venezolanischen Streitkräfte aufforderte, sich vor dem Aktivismus der Pemón-Gemeinschaft bei der Verteidigung ihrer Rechte zu hüten. Amnesty International hat weitere Fälle dokumentiert, in denen Personen nach ihrer Erwähnung durch hochrangige Beamt_innen von den Behörden verfolgt wurden. Dies war u. a. bei Villca Fernández, Geraldine Chacón und Gregory Hinds der Fall. Alle drei werden von Amnesty International als gewaltlose politische Gefangene betrachtet.

Lisa Henrito wird wegen ihrer Arbeit als Frauenrechtsaktivistin der Pemón stigmatisiert. Die Organisationen, bei denen sie sich engagiert, fordern ein Ende der Militarisierung und der Bergbauaktivitäten auf ihrem angestammten Land, die ohne vorherige informierte Zustimmung und ohne Studien über die sozialen Auswirkungen erfolgen.

Die Regierung Venezuelas muss den Schutz der körperlichen Unversehrtheit von Lisa Henrito und anderer Umwelt- und Indigenenaktivist_innen gewährleisten und der Verleumdung und Stigmatisierung ihrer Aktionen zum Schutz der Rechte ihrer Gemeinschaften ein Ende setzen, wie es die venezolanische Verfassung und internationale Menschenrechtsmechanismen zum Schutz indigener Gemeinschaften, ihres angestammten Landes und der Umwelt vorsehen.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Auf dem angestammten Territorium der indigenen Pemón-Gemeinschaft im venezolanischen Amazonasgebiet an der Grenze zu Guyana und Brasilien findet im Rahmen des Großprojekts für den „Minen-Bogen“ am Orinoco (Arco Minero del Orinoco – AMO) eine zunehmende Militarisierung statt. Dieses Projekt umfasst 12 % des Staatsgebietes sowie den Guyana-Schild, eine der ältesten geologischen Formationen der Welt. Am AMO sind 15 transnationale Bergbauunternehmen beteiligt, obwohl der ursprüngliche Entwicklungsplan für das Gebiet den Einsatz von 150 venezolanischen Bergbauunternehmen vorsieht.