Hinrichtung stoppen!

Eine Liege mit vielen Gurten in einem kleinen Raum

Eine Hinrichtungskammer in Huntsville in Texas 2012

Larry Swearingen befindet sich seit 2000 im US-Bundesstaat Texas im Todestrakt und soll am 21. August 2019 hingerichtet werden. Er wurde aufgrund von Indizienbeweisen im Zusammenhang mit der Ermordung einer jungen Frau zum Tode verurteilt, hat aber immer wieder erklärt, sie nicht getötet zu haben. Mehrere Gerichtsmediziner_innen haben Larry Swearingens Unschuldsbehauptung in ihren Gutachten gestützt.

Appell an:

Clemency Section

Texas Board of Pardons and Paroles

P. O. Box 13401

Austin, Texas 78711-3401

USA

 

Sende eine Kopie an:

Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika
S. E. Herrn Richard Allen Grenell
Clayallee 170
14195 Berlin

Fax: 030-83 05 10 50

E-Mail: feedback@usembassy.de

Amnesty fordert:

  • Ich fordere Sie auf, eine Begnadigung zu empfehlen bzw. zu gewähren und die Hinrichtung von Larry Swearingen sowie alle zukünftigen Hinrichtungen zu stoppen.

Sachlage

Larry Swearingen befindet sich seit 2000 im Todestrakt, obwohl er allein aufgrund von Indizienbeweisen verurteilt wurde. Er beteuert nach wie vor seine Unschuld, soll jedoch am 21. August 2019 hingerichtet werden.

Larry Swearingen wurde der Ermordung einer jungen Frau im Jahr 1998 für schuldig befunden. Beweise, die zu seinem Freispruch hätten führen können, wurden dem Gericht nicht vorgelegt. Mehrere Berufungsgerichte konnten seine Angaben über eine ineffektive rechtliche Vertretung aufgrund verfahrenstechnischer Hindernisse nicht berücksichtigen. Auf Beweismaterialien, die 2019 getestet wurden, wurde keine DNA von Larry Swearingen gefunden, und mehrere Rechtsmediziner_innen unterstützten seine Unschuldsbehauptung.

Die Todesstrafe ist die ultimative Aberkennung der Menschenrechte. Seit 1973 wurden in den USA 166 Menschen aus dem Todestrakt entlassen, weil sie sich als unschuldig erwiesen. Der US-Bundesstaat Texas hat bis Dezember 2019 neun Hinrichtungen anberaumt.

Hintergrundinformation

Hintergrund

Larry (Lawrence) Swearingen wurde 2000 wegen des Mordes an Melissa Trotter, die am 8. Dezember 1998 im US-Bundesstaat Texas verschwunden war, zum Tode verurteilt. Er wurde drei Tage nach dem Verschwinden der Frau festgenommen. Die Leiche von Melissa Trotter wurde am 2. Januar 1999 in einem Wald aufgefunden. Larry Swearingen beteuert nach wie vor seine Unschuld. Mehrere Rechtsmediziner_innen haben in Gutachten und Aussagen seine Angabe gestützt.

Am 26. Januar 2009 wurde die Hinrichtung von Larry Swearingen vom zuständigen Berufungsgericht (Court of Appeals for the Fifth Circuit) erstmals in letzter Minute ausgesetzt. Dr. Joye Carter, die die Autopsie von Melissa Trotter durchführte, gab später eine eidesstattliche Erklärung ab, nach der der Leichnam innerhalb von zwei Wochen vor seinem Fund im Wald abgelegt worden war, was bedeutet, dass Larry Swearingen sich bei der Entsorgung der Leiche bereits in Haft befand. Dr. Carter hatte im Prozess sieben Jahre zuvor ausgesagt, dass die Leiche wahrscheinlich 26 Tage vor dem Auffinden entsorgt wurde. Anderen Expert_innen zufolge wurde die Leiche wahrscheinlich nur wenige Tage vor ihrem Fund im Wald abgelegt. Es fanden danach mehrere Verfahren vor verschiedenen Gerichten statt. Im Jahr 2011 wurde ein neuer Hinrichtungstermin genannt, bevor ein weiterer Aufschub der Vollstreckung ausgesprochen wurde, um Larry Swearingen die Möglichkeit zu geben, seine Unschuldsbehauptung geltend zu machen.

Im Jahr 2014 beantragte Lawrence Swearingen DNA-Tests bei mehreren Beweismitteln, und 2017 wurde der Prüfung der Materialien zugestimmt. Bei den DNA-Tests, die 2019 abgeschlossen wurden, konnten keine DNA-Spuren von Larry Swearingen auf den Beweismitteln gefunden werden. Da die DNA-Ergebnisse jedoch nicht ausreichten, um ihn endgültig als Täter auszuschließen, wurde seine Hinrichtung auf den 21. August 2019 angesetzt.

Die internationalen Garantien zum Schutz der Rechte von Personen, denen die Todesstrafe droht, besagen, dass die Todesstrafe „nur verhängt werden darf, wenn die Schuld des Angeklagten in eindeutiger und überzeugender Weise, die keine andere Erklärung des Sachverhalts zulässt, nachgewiesen wurde“.

Amnesty International wendet sich in allen Fällen ausnahmslos gegen die Todesstrafe, ungeachtet der Schwere und der Umstände einer Tat, der Schuld, Unschuld oder besonderen Eigenschaften des Verurteilten, oder der vom Staat gewählten Hinrichtungsmethode.