Hinrichtung droht am 13. September

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Für eine Welt ohne Todesstrafe

Für eine Welt ohne Todesstrafe

Der zum Tode verurteilte Said Mabkhout al-Sai’ari soll schon am 13. September hingerichtet werden, wie seiner Familie mitgeteilt wurde. Er wurde in einem unfairen Verfahren zum Tode verurteilt und hat sämtliche Rechtsmittel bereits ausgeschöpft.

Sprecht euch gegen die Hinrichtung aus!

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Dein Appell

Mit der Bitte um Weiterleitung an den Gouverneur der Provinz Najran

Königliche Hoheit,

mit Bestürzung habe ich von der bevorstehenden Hinrichtung des 29-jährigen Said Mabkhout al-Sai’ari erfahren. Laut der 86-seitigen Urteilsschrift in seinem Fall, hat das Gericht in Najran ihn zum Tode verurteilt, obwohl es zu dem Schluss kam, dass für eine Verurteilung nicht genügend Beweise vorlägen.

Bitte stoppen Sie die Hinrichtung von Said Mabkhout al-Sai’ari und wandeln Sie seine und alle anderen bestehenden Todesurteile um, mit dem Ziel, die Todesstrafe abzuschaffen.

Ich möchte Sie höflich daran erinnern, dass internationale Menschenrechtsnormen festlegen, dass die Verfahren für Straftaten, die die Todesstrafe zur Folge haben, mit den internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren übereinstimmen müssen.

Bitte heben Sie das Urteil gegen Said Mabkhout al-Sai’ari auf und leiten Sie ein neues Gerichtsverfahren ein, das mit den internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren übereinstimmt und nicht auf die Todesstrafe zurückgreift.

Hochachtungsvoll

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Bitte abschicken bis: 12.10.2017

Amnesty fordert:

  • Bitte stoppen Sie die Hinrichtung von Said Mabkhout al-Sai’ari und wandeln Sie seine und alle anderen bestehenden Todesurteile um, mit dem Ziel, die Todesstrafe abzuschaffen.
  • Ich möchte Sie höflich daran erinnern, dass internationale Menschenrechtsnormen festlegen, dass die Verfahren für Straftaten, die die Todesstrafe zur Folge haben, mit den internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren übereinstimmen müssen.
  • Bitte heben Sie das Urteil gegen Said Mabkhout al-Sai’ari auf und leiten Sie ein neues Gerichtsverfahren ein, das mit den internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren übereinstimmt und nicht auf die Todesstrafe zurückgreift.

Sachlage

Die Familie von Said Mabkhout al-Sai’ari erfuhr am 7. September, dass die Hinrichtung des 29-Jährigen für den 13. September geplant ist. Sie soll im Gefängnis von Najran vollstreckt werden, wo er momentan inhaftiert ist. Ihm drohte bereits seit dem 2. Juli die Hinrichtung, doch am 7. September wurden die Angehörigen von Gefängnisbeamt_innen offiziell über den geplanten Hinrichtungstermin informiert.

Said Mabkhout al-Sai’ari war am 25. Dezember 2013 vom Ordentlichen Gericht in Najran, einer Stadt nahe der jemenitischen Grenze im Südwesten von Saudi-Arabien, zum Tode verurteilt worden. Man beschuldigte ihn des Mordes an einem anderen Saudi-Araber während eines Streits, der am 2. Juli 2009 zwischen Angehörigen zweier ethnischer Gruppen ausgebrochen war. Das Todesurteil wurde am 20. März 2016 vom Obersten Gerichtshof bestätigt und im August 2016 von König Salman bin Abdul Aziz Al Saud ratifiziert. Mitte November 2016 wurde der Fall dann vom Innenministerium zur Vollstreckung zurück an das Gouvernement von Najran überwiesen. Die Hinrichtung von Said Mabkhout al-Sai’ari wurde um sechs Monate verschoben, nachdem seine Familienangehörigen Druck ausgeübt hatten.

Said Mabkhout al-Sai’ari hat immer seine Unschuld beteuert und laut der 86-seitigen Urteilsschrift hat das Gericht in Najran ihn zum Tode verurteilt, obwohl es zu dem Schluss kam, dass für eine Verurteilung nicht genügend Beweise vorlägen.

Das Gericht stützte sich dabei auf den fünfzigfachen Schwur des Vaters des Opfers, welcher fest davon überzeugt war, dass Said Mabkhout al-Sai’ari seinen Sohn getötet hatte. Dies wurde nicht durch den Umstand beeinträchtigt, dass der Vater nicht am Tatort anwesend war. Diese Vorgehensweise beruht auf einer Rechtsvorschrift aus dem Islamischen Recht, der Scharia. Diese besagt, dass das Gericht so einen fünfzigfachen Schwur durch einen männlichen Verwandten des Opfers als Beweis anerkennen kann. Said Mabkhout al-Sai’ari hatte während der Voruntersuchung keinen Zugang zu einem Rechtsbeistand. Nach seiner Festnahme am 2. Juli 2009 wurde er mindestens einen Monat in Einzelhaft gehalten und durfte seine Familie erst vier Monate später kontaktieren.

Appell an:

His Royal Highness

Prince Jalawi Bin Abdulaziz Bin Musaed

Najran Province

SAUDI-ARABIEN

Sende eine Kopie an:

Innenminister
His Royal Highness Prince Mohammed bin Naif bin Abdul Aziz Al Saud
Ministry of the Interior
P.O. Box 2933
Airport Road, Riyadh 11134

SAUDI-ARABIEN
Fax: (00 966) 11 403 3125 (bitte mehrmals versuchen)

 

Botschaft des Königsreichs Saudi-Arabien
Tiergartenstr. 33-34
10785 Berlin
Fax: 030-8892 5179

E-Mail: deemb@mofa.gov.sa

Hintergrundinformation

Hintergrund

Auf Englisch:
On 23 November 2011, the trial of Said al-Sai’ari started before the General Court in Najran after he was accused of the murder of another Saudi Arabian man. On 25 December 2013, he was found guilty of the murder of Faraj Mubarak under Shari’a principles of qisas (retribution in kind) despite the court concluding that there was not enough evidence to convict him. The court judgement shows that the court relied on a Shari’a law provision stipulating that if the court suspects that the accused has killed the victim and there is demonstrated animosity between the two parties, it can rely on the male heirs of the victim swearing under oath at least 50 times that he believes that the accused was the perpetrator. In this case the victim’s father - being his only male heir- swore 50 times that the accused was responsible for the crime even though he did not witness it. Said al-Sai’ari was eventually sentenced to death.

On 15 January 2014, upon appeal the Court of Appeal sent the case back to the General Court requesting for the judge to look into the appeal note submitted by the defendant. Said al-Sai’ari maintained his innocence arguing that he was not responsible for the death of the victim, implicating another man and calling for new witnesses present at the fight to testify. He also requested a re-examination of the case based on new evidence. After reviewing the request, the judge of the General Court refused to re-examine the case, stating that the defence note did not change his opinion. On 4 November 2014, the case was again sent back to the Court of Appeal.

Upon its second review on 11 February 2015, the Court of Appeal sent the case back to the General Court with another set of procedural recommendations. On 25 April 2015, the General Court addressed the Court of Appeal’s remarks sending the case back. Finally on 20 March 2016, the Supreme Court upheld the decision, rendering the decision final. On 5 April 2016, the case was sent to the King for ratification, and it was eventually ratified sometime in August 2016. The case was then sent back from the Ministry of Interior to the Najran Governorate for implementation of the sentence in mid-November 2016. His family managed to postpone his execution for six months, but they were told that Said al-Sai’ari would be executed any time after 2 July.

Saudi Arabia is one of the world’s most prolific executioners and has put to death more than 400 people since 2014, most for murder, drug-related crimes, and terrorism-related offences.

Saudi Arabia applies the death penalty to a wide range of offences that are not accepted as “most serious crimes” under international human rights law which are limited to crimes involving intentional killings. These range of offences include adultery, armed robbery, apostasy, drug smuggling, rape, witchcraft and sorcery. Some of these offenses, such as adultery and apostasy, should not be criminalized at all as they are not recognisable crimes in accordance with international law and standards.

The Saudi Arabian authorities generally fail to abide by international standards for fair trial and safeguards for defendants in capital cases. Often trials of capital cases are held in secret, with summary proceedings, and no legal assistance or representation through the various stages of detention and trial. Defendants may be convicted solely on the basis of “confessions” obtained under torture or other ill-treatment, duress or deception. In some cases families are not notified in advance of the execution of their relative.